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Laurentiusschule soll Gemeinschaftsschule werden

Chancengleichheit für die Bewerber

warendorf

Die Laurentius-Grundschule soll eine Gemeinschaftsschule werden. Die Eltern legen großen Wert darauf, dass bei der Einstellung neuer Lehrkräfte nicht die Konfession, sondern die Qualifikation ausschlaggebend ist.

Von Rebecca Lekund

Aus der Bekenntnisschule soll eine Gemeinschaftsschule werden. Tobias Mörth und Chiara Köhne (v.l.) von der Arbeitsgruppe „Gemeinsam.Laurentius“ treiben das Thema weiter voran. Schulleiterin Barbara Schulze Niehues (r.) steht bei fachlichen Fragen zur Seite. Foto: Rebecca Lek

Bunt, Vielfältig und aufgeschlossen, so beschreibt die Arbeitsgruppe „Gemeinsam.Laurentius“ die Laurentius-Grundschule. Stringent im Sinne einer Bekenntnisschule werde an dieser schon lange nicht mehr gearbeitet. „Vieles schreit einfach nach einer Gemeinschaftsschule“, meint Chiara Köhne, Vorsitzende der Schulpflegschaft.

Die Umwandlung wird unter den Eltern schon länger diskutiert, gerade dann, wenn neue Lehrkräfte eingestellt werden sollen. „Die Konfession ist bei der Einstellung das wichtigste Kriterium. Das passt für uns Eltern aber nicht. Wir möchten, dass die fachliche Eignung und die Person an sich im Fokus stehen“, erklärt Tobias Mörth vom Förderverein. Eine Sichtweise, die auch Schulleiterin Barbara Schulze Niehues nachvollziehen kann. „Gerade in Grundschulen fehlt es uns an Männern. In einer Bewerberrunde hatten wir einen geeigneten Kandidaten, der aufgrund der fehlenden Konfessionszugehörigkeit nicht ausgewählt werden konnte“, bedauert Schulze Niehues. Denn der Gesetzgeber bindet der Kommission (bestehend aus der Schulleitung, Vertretern des Lehrkörpers, des Personalrates und der Elternschaft) die Hände: über ein Punktesystem wird ein Favorit gewählt, die Gewichtung der Konfession ist entsprechend am höchsten. „Wir möchten für die Bewerber eine Chancengleichheit“, betont Mörth.

Tobias Möth

Ausschlaggebend für die Entstehung der Arbeitsgruppe war der bevorstehende Ruhestand von Barbara Schulze Niehues. Für einen Großteil der Eltern stand es außer Frage, dass Konrektorin Kathrin Sellmeier den Posten übernehmen sollte. Aber sie hat die „falsche“ Konfession. „Wir sind zu 100 Prozent eine staatliche Schule und erhalten keine Zuwendungen von der Kirche. Im gesamten Schulalltag ist die Religionszugehörigkeit kaum relevant“, erklärt Mörth die weiteren Beweggründe. Denn nur rund 44 Prozent der Schüler seien katholisch getauft.

Auch wenn der Wunsch bei einigen Eltern schon länger schlummert, befindet sich der Prozess noch am Anfang. Nachdem erste Informationen postalisch an die Eltern verschickt wurden, möchte die Arbeitsgemeinschaft bei einer Infoveranstaltung in Präsenz Raum für Fragen geben. Ebenfalls sind Besuche bei den Klassenpflegschaftssitzungen geplant. Danach müssten zehn Prozent der Eltern (in Summe 18) im Herbst beim Schulträger einen Antrag stellen auf die Umwandlung der katholischen Bekenntnisschule in eine Gemeinschafts-Grundschule, die erste in der Kernstadt übrigens, damit Anfang nächsten Jahres eine Abstimmung in der Elternschaft stattfinden kann. Von 180 stimmberechtigten Familien müssten 90 einer Umwandlung zustimmen. Diese würde dann mit dem Schuljahr 2022/23 in Kraft treten. „Wir hatten unter anderem mit Peter Lenfers Kontakt. Er bestätigte uns, dass wir natürlich auch als Gemeinschaftsschule in der Kirche weiterhin willkommen sind“, freut sich Köhne. Tatsächlich sollen sowohl die Einschulung, wie auch die Verabschiedung weiterhin in Kooperation mit der St.-Laurentiusgemeinde stattfinden. Bedenken und Fragen sollen die Eltern an gemeinsam.laurentius@gmx.de richten. „Wir akzeptieren jedes Ergebnis der Umfrage. Schließlich wollen wir ja den Gesamtwillen der Elternschaft durchsetzen“, betont Köhne.

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