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Generationenübergreifende Tagespflege wird fünf Jahre alt

Corona führt Konzept ad absurdum

Freckenhorst

Corona hat auch in der generationenübergreifenden Tagespflege Poggen & Pöggskes den normalen Ablauf durcheinander gebracht. Nur noch durch eine Fensterscheibe getrennt können die Senioren den Kindern beim Spielen zuschauen. An gemeinsame Aktionen, etwa ein adventliches Plätzchenbacken der ganz jungen und der alten Menschen, ist nicht zu denken.

Joke Brocker

Pflegedienstleiterin Rita Ehrenborg, Galina Kromm, Leiterin der Tagespflege, Auszubildende Marita Budde, Brigitta Luhmeyer und Andreas Schmidt, Heimleiter im Dechaneihof St. Marien, (kleines Bild, v.l.) feiern in dieser Woche mit den Besuchern der generationenübergreifenden Tagespflege Poggen & Pöggskes das fünfjährige Bestehen der Einrichtung. Besucherin Paula Roodus (l.) zeigt in ihrem Film „Abstand“ eindrucksvoll, wie lebhaft es hier vor Corona zuging und mit welchen Einschränkungen die Senioren in der Zeit der Pandemie leben. Foto: Joke Brocker

Mit der generationsübergreifenden Tagespflege Poggen & Pöggskes ging vor fünf Jahren unter Federführung von Monika Abeling, langjährige Leiterin der Freckenhorster Caritas-Seniorenwohnheime, ein Pilotprojekt an den Start. Zwölf Tagespflegeplätze für Senioren und neun Betreuungsplätze für U3-Kinder unter einem Dach – diese Kombination war kreisweit einmalig. Und das generationsübergreifende Miteinander von Senioren und Kindern funktionierte von Anfang an.

Bis Corona kam und das Konzept ad absurdum führte. Nur noch durch eine Fensterscheibe getrennt können die Senioren den Kindern beim Spielen zuschauen. An gemeinsame Aktionen, etwa ein adventliches Plätzchenbacken der ganz jungen und der alten Menschen, ist nicht zu denken.

Um das fünfjährige Bestehen von Poggen & Pöggskes nicht sang- und klanglos verstreichen zu lassen, wird in dieser Woche jeden Tag unter Einhaltung der gebotenen Hygiene- und Abstandsmaßnahmen ein wenig Geburtstag gefeiert. Statt der üblichen zwölf Tagesgäste sitzen nun jeden Tag acht Gäste mit Betreuern beim gemeinsamen Frühstück beisammen und genießen allerlei Leckereien, die Galina Kromm, Leiterin der generationenübergreifenden Tagespflege, und ihr Team servieren.

„Heute ist ein schöner Tag für mich“, freut sich Paula Roodus über die willkommene Abwechslung im Corona-Alltag, der viele alte Menschen zu Einsamkeit und Isolation verdammt. „Hier fühle ich mich geborgen“, sagt die 91-Jährige, deren große Leidenschaft das Filmen ist. Mit Smartphone, Notebook und der Software Movie Maker hat die mehrfach mit Preisen ausgezeichnete Warendorferin gerade erst einen eindrucksvollen, sehr professionell wirkenden Film über die generationenübergreifende Tagespflege unter Corona-Bedingungen produziert. „Test, Test, Test, das ist jetzt unser Alltag“, kommentiert Andreas Schmidt, Leiter des Dechaneihofes, dem auch die Tagespflege angeschlossen ist, die Situation. Ja, auch sie sei getestet, zum Glück negativ, bestätigt Paula Roodus, die kein Verständnis für Corona-Leugner und Querdenker hat und der Runde am Frühstückstisch nach einem Blick auf ihr Handy die neuesten Nachrichten aus Großbritannien mitteilt: „Da ist heute die erste Frau geimpft worden.“

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