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Bürgerschützen Milte hätten am kommenden Wochenende gefeiert

Corona lässt Zeit für Erinnerungen

Milte

Corona hat dafür gesorgt, dass die Bürgerschützen in Milte zum zweiten Mal nacheinander nicht feiern können. Am kommenden Wochenende wäre der Schützenfest-Termin gewesen. Stattdessen schwelgt der Verein in Erinnerungen.

wn

Das Königspaar Andre´ Sendker und Birgit Kather beteiligten sich vor 25 Jahren mit ihrer Throngesellschaft am 850. Dorfjubiläum Miltes. Foto: Archiv Schützenverein Milte

Im gesamten Kreisgebiet steht die Schützenfestsaison ein weiteres Jahr im Zeichen der Coronapandemie. Auch der Bürgerschützenverein Milte musste sein Fest, das vom 29. bis 31. Mai stattgefunden hätte, schweren Herzens absagen. Obwohl nicht gefeiert werden kann, ließen es sich einige Mitglieder der Throngesellschaft um das amtierende Königspaar König Mike I. von Mikrofon und Jagdpassion sowie Königin Ina Atig nicht nehmen, den Schützenplatz zu säubern. Coronakonform wurde auf dem weitläufigen Gelände der Rasen gemäht und Unkraut gezupft, die Schützenhallen gefegt und Fenster geputzt.

Vor vielen Häusern im Dorf und in den Bauerschaften hängen seit dem Pfingstwochenende bereits die ersten Schützenfestfahnen. Der Vorstand ruft alle Mitglieder dazu auf, am eigentlichen Schützenwochenende, ihre grün-weißen Fahnen zu hissen und so für etwas Schützenstimmung zu sorgen. „Angesichts der fortschreitenden Impfungen besteht die berechtigte Hoffnung, dass im nächsten Jahr wieder in gewohnter Weise gefeiert werden kann“, zeigt sich Präses Robert Holtkamp optimistisch. Bis es soweit ist, bleibt daher nur die Erinnerung an vergangene Schützenfeste.

Vor 50 Jahren, im Jahr 1971, regierte in Milte der „Brettschneider“. So lautete der Spitzname von Franz Niehaus, dem damaligen Besitzer des Sägewerkes an der Milter Mühle. Mit dem 450. Schuss holte er den Vogel von der Stange und erwählte sich seine Frau Maria zur Königin. Zuvor hatte er als Tambourmajor des Spielmannzuges noch den Schützenzug zum Geißberg geführt. Franz Niehaus hat das Milter Vereinsleben geprägt. Er war nicht nur Oberfeuerwehrmann, sondern fungierte 32 Jahre als Vorsitzender der Kameradschaft ehemaliger Soldaten. Dem Schützenwesen war er stets verbunden, weshalb er von 1983 bis 1997 das Amt als Königsoffizier der ehemaligen Könige bekleidete.

Im Jahr 1996, vor 25 Jahren, holte André Sendker von „Musik und Wehr“ um 12.39 Uhr mit dem 489. Schuss den Vogel von der Stange. Geplant war der Königsschuss nicht. Der gelernte Schlosser widmete seinen Titel dem 60-jährigen Jubiläum des Spielmannszuges. Seine Königin wurde Birgit Kather. Zum Thron gehörten Stefan Hagedorn und Claudia Schmidt, Heinz-Bernd Große Beckmann und Petra Hintz, Daniel Volmer und Doris Markschies, Ralf Bröcking und Anette Matos-Fernandez, Rainer Kuhlage und Birgit Kortenstedde, Christoph Jürgens und Elke Düpmeier, Ulf Grunwald und Dana Fressmann, Bernd und Monika Scheffer. Einen seiner ersten großen Auftritte hatte der neue Königsthron anlässlich der Feierlichkeiten zur 850 Jahrfeier Miltes. Damals fand ein großer Umzug aller Vereine und Einrichtungen durch das Dorf statt. Nicht nur der Thron nahm mit einem selbstgestalteten Wagen teil, auch der Schützenverein und die Ehrengarde stellten eigene Abordnungen. Die Straßen Miltes wurden von hunderten Schaulustigen bevölkert. Ein Bild, wie es in der aktuellen Situation kaum noch vorstellbar ist.

Interne Vorbereitungen lassen darauf hoffen, dass am Schützenfestwochenende wenigstens in digitaler Form etwas Feststimmung aufkommen wird. Das Orakel will der Vorstand noch präzisieren, heißt es.

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