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Darstellung voller Zwischentöne

Jürgen Potthoff stellt „Schwarz! Weiß! Malerei?“ im Atelier Spitthöver aus

Warendorf

Bei dem Diplom Designer und Grafiker Jürgen Potthoff heißt es nicht Schwarz oder Weiß sondern, viel Schwarz und viel Weiß.Hemmungslos experimentiert er mit den Begrifflichkeiten rund um die „Unfarben“ Schwarz und Weiß herum. In einer Ausstellung im Atelier Spitthöver sind die Ergebnisse zu betrachten – noch bis zum 11. Mai.

Von Beate Trautner

Darstellungen voller Zwischentöne: Jürgen Potthoff stellt unter dem Titel „Schwarz! Weiß! Malerei?“ im Atelier Spitthöver aus und hofft auf einen Meinungsaustausch voller Gegensätze und Graustufen und Differenzierungen. Foto: Beate Trautner

Von jeher versuchen die Menschen, sich die Welt auf einfache Weise zu erklären und lebbar zu machen. Auf Nuancen zu achten und zu differenzieren, ist natürlich mühevoller, als alles zu vereinfachen – Schwarz-Weiß-Malerei zu betreiben.

Der Begriff Schwarz-WeißMalerei kennzeichnet ein undifferenziertes Hervorheben von Gegensätzen, beispielsweise von gut und böse, richtig und falsch, Freund und Feind.

„Dabei sind diese ‚Unfarben‘ schon ganz Interessant“, findet der Diplom- Designer und Grafiker Jürgen Potthoff und widmet seiner „Schwarz-Weiß-Malerei?“ gleich eine ganze Ausstellung im Atelier Spitthöver in der Königsstraße 10 in Warendorf.

Dabei neigt Potthoff überhaupt nicht dazu, die Dinge zu vereinfachen, im Gegenteil. Er befindet sich „Jenseits von Gut und Böse“. Nietzsches Worte bedeuten, sich eben nicht mit simplen Unterscheidungen zu begnügen.

Sich nicht mit simplen Unterscheidung begnügen

Bei Potthoff heißt es nicht Schwarz oder Weiß, sondern viel Schwarz und viel Weiß. Dabei bezeichnet man doch allgemeinhin Weiß und Schwarz gar nicht als Farben, sondern als Zustände – also doch wieder dunkel und hell, gut oder böse?

Hemmungslos experimentiert er mit den Begrifflichkeiten rund um die „Unfarben“ Schwarz und Weiß herum. Herausgekommen sind Arbeiten, die den Betrachter schmunzeln lassen, wenn er sich darauf einlässt.

Der Wolbecker Künstler versucht in seinen Arbeiten, die Wirkungsweisen von Licht und Material auszuloten.

Er lässt die „Unfarben“ dick über die Leinwände laufen, sodass beim Trocknen Risse entstehen, aber er hat auch Raster- und Schablonendrucke bis hin zu Collagen im Repertoire. Die Strukturen geben eine zusätzliche Aussage. „Hier kommt es auf Licht und Schatten an“, erklärt Jürgen Potthoff seine Schwarz-Weiß-Malerei. Und tatsächlich erzeugt der Einfall des Lichts eine neue Farbigkeit auch, wenn das ganze Bild nur aus einer „Unfarbe“ besteht.

Verarbeitung von Alltagsmaterialien wie Pappe oder Draht

Aber auch Alltagsmaterialien wie Pappe und Draht finden ihre kreative Verwendung in Potthoffs Werken.

Und Potthoff wäre nicht Potthoff, wenn nicht auch die eine oder andere Wortspielerei mit von der Partie wäre. „Denn, was man schwarz auf weiß besitzt, kann man getrost nach Hause tragen“, heißt es in Goethes „Faust“.

Was passiert, wenn Redewendungen wörtlich genommen werden, sieht man dann in seinen Arbeiten – frei interpretiert.

Auf einen Meinungsaustausch voller Graustufen, Gegensätze und Differenzierungen freuen sich Gabriele Spitthöver und Jürgen Potthoff schon jetzt im Vorfeld.

Die Ausstellung „Schwarz! Weiß! Malerei?“ ist vom 23. April bis zum 11. Mai jeweils samstags von 11 bis 17 Uhr sowie sonntags und mittwochs von 15 bis 18 Uhr im Atelier Spitthöver zu erleben.

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