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Neuer Leiter der Offenen Jugendarbeit stellt sich Fachausschuss vor

Das HOT zum Lernort verändern

Warendorf

Fabian Reiker ist 28 und war schon ein Jahr Kreisjugendpfleger. Das war zu viel Büroarbeit für ihn.

Von Jörg Pastoor

Fabian Reiker stellte sich Dienstag im Fachausschuss vor. Foto: jp

„Ich bin extrem froh, den Job bekommen zu haben!“ Fabian Reiker, der neue Leiter der Offenen Kinder- und Jugendarbeit in Warendorf, leitete mit dieser Aussage seine Vorstellung in „seinem“ Fachgremium, dem Sozialausschuss, ein. Dienstag hatten die Mitglieder Gelegenheit, mehr über den 28-Jährigen zu erfahren.

Der gebürtige Beelener, Sozialarbeiter und Sozialpädagoge, war zuvor ein Jahr Kreisjugendpfleger und schon deshalb froh, in die direkte Arbeit mit jungen Menschen zu kommen, wie er gestand: Die reine Büroarbeit sei eher nicht so seins. Was natürlich nicht heiße, dass er seinen diesbezüglichen Verpflichtungen in der neuen Funktion nicht nachkommen werde. Das sorgte für Schmunzeln.

Fabian Reiker

Reiker konzentriert sich im Wesentlichen auf das HOT, will aber auch die Zusammenarbeit mit den Ortsteilen verstärken. „Das HOT ist gerade sehr besucht, die Plätze sind immer voll, es sind immer Leute da“, erzählte Reiker weiter, der sich freute, mit „einem extrem guten Team“ zusammenzuarbeiten. Aktuell habe er noch zwei 450-Euro-Kräfte gewonnen, wolle das Angebot im Jugendzentrum weiter ausbauen.

Ein Baustein sei der zweimal wöchentlich angebotene Mittagstreff in Kooperation mit der Gesamtschule. „Dabei bereiten wir vor Ort Essen zu, das Angebot läuft super an.“ Außerdem etabliere sich gerade eine konkrete Form der aktiven Jugendbeteiligung. „Wir haben alle zwei Wochen eine HOT-Konferenz“. Darin können sich Kinder und Jugendliche mitteilen, über ihre Bedürfnisse reden. Über diese Ansätze hinaus wolle er das HOT zu einem Lernort machen.

Der Ausschuss applaudierte nach dem Ende von Fabian Reikers kurzem Vortrag. Friedrich Otto-Erley (CDU) wollte aber Genaueres wissen: „Wie ist diese Übermittag-Betreuung zustande gekommen? Wird da nicht etwas doppelt angeboten?“ Eben nicht, erklärte Reiker. „Das ist im Grunde sogar ein altes Angebot. Dienstag und Freitag hat die Gesamtschule ihre kurzen Tage – ohne Mittagessen.“ Zudem sorge die Lehrerknappheit sogar noch für weiteren Bedarf. Den Mittagstisch könne man also als Ergänzungsangebot verstehen.

Ein weiteres Anliegen ist Reiker die Betreuung von Kindern aus Familien mit sozialen Problemen. Das führe oft zu Entwicklungsdefiziten. Im HOT lernten solche Kinder, die eben noch Bedarfe in der Ausprägung ihrer sozialen Fähigkeiten haben, „auch mal einfach zu spielen“.

Manches Kind kann einfach mal spielen

„Wie treffen Sie da die Auswahl“, hakte Alfons Havelt von der CDU bei Reiker nach. Das laufe in enger Abstimmung mit den Schulsozialarbeitern, gab der zurück.

Auf Klaus Aßhoffs (Bündnisgrüne) Frage nach Details über den Begriff „Lernort“ sprach Fabian Reiker über eine Mischung aus offenen Angeboten und Kursen in der Einrichtung über dem Emswehr. Sicher laufe das gerade nur eingeschränkt wegen der Coronapandemie. Aber da seien noch Entwicklungsmöglichkeiten. Beispielsweise könne er sich zusätzliche Bewegungsangebote sehr gut vorstellen. „Und ich möchte auch gern Tanzangebote machen.“

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