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AWO nutzt die videogestützte Methode Marte Meo

Das Leben in der Kita ist bunt

Warendorf

Das Team des Awo-Familienzentrums „Reichenbacher Straße“ arbeitet mit der videogestützten Methode Marte Meo. Das hilft vor allem bei der Arbeit mit dem Thema Sprache.

An Spielideen und Stärken der Kinder anknüpfen, um ihre Entwicklung zu fördern – das ist für Anja Fuca das Schöne an der Methode Marte Meo. Sie hat ebenso wie alle Kolleginnen im Team den Zertifikatskurs „Marte-Meo-Practitioner“ erfolgreich abgeschlossen. Foto: Sylvia Pötter

Das Leben in der Kita ist bunt. Es wird gespielt, gebastelt und gemalt, gemeinsam gegessen, gelacht, gestritten und getröstet. Dabei gibt es Momente, die für die Entwicklung der Kinder überaus wertvoll sind. Um den Blick dafür zu schärfen, arbeitet das Team des AWO-Familienzentrums „Reichenbacher Straße“ mit der videogestützten Methode Marte Meo. Alle Mitarbeiterinnen haben sich qualifizieren lassen. „Es ist verblüffend, wie gut und effektiv uns Marte Meo bei unserer pädagogischen Arbeit hilft, gerade auch bei dem wichtigen Thema Sprache“, zieht Einrichtungsleiterin Sibylle von Wurmb nach den ersten Monaten eine rundum positive Bilanz.

Marte Meo, entwickelt von der Niederländerin Maria Aarts, bedeutet übersetzt „aus eigener Kraft“. Das Grundprinzip: Nicht einfach Lösungen im Kita-Alltag vorgeben, sondern abwarten, was ein Kind schon kann und es in seiner Selbstständigkeit gezielt fördern. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, ist bei den pädagogischen Fachkräften genaues Hinschauen und eine gute Portion Geduld gefragt. Videosequenzen helfen ihnen dabei, Situationen zu analysieren, das eigene Verhalten zu reflektieren und zu erkennen, welche Unterstützung ein Kind benötigt, um den nächsten Schritt in seiner Entwicklung zu gehen. Die Bild- und Ton-Aufnahmen werden mit Einwilligung der Eltern gemacht – sowohl von Ritualen wie dem Morgenkreis als auch vom freien Spiel. Das Team schaut sich jede Sekunde bewusst an: Blicke, Tonfall, Körpersprache und Miteinander bringen eine Fülle von Einsichten und Anregungen für die tägliche Praxis.

Sibylle von Wurmb gibt ein Beispiel, wie man Gelegenheiten zur Entwicklung erkennt und welche natürlichen, unterstützenden Verhaltensweisen es dann braucht: Ein Zweijähriger lässt kleine Fahrzeuge über den Boden rollen und begleitet sein Tun mit Motorengeräuschen: Rrrmm …. Das Wort Auto kennt er nicht. Die Erzieherin beobachtet ihn, macht mit, formuliert die gleichen Geräusche. Erst später führt sie „Auto“ ins Spiel ein – ganz nebenbei. „Warten, folgen, benennen statt bevormunden und kritisieren – darauf kommt es an“, erklärt die Kita-Leiterin. „Das innere Erleben des Kindes steht im Mittelpunkt. Dabei ist das Schöne von Marte Meo der positive Ansatz: Es wird auf vorhandene Stärken aufgebaut.“

Bereits seit fünf Jahren ist die Einrichtung an der Reichenbacher Straße zertifizierte Sprach-Kita, gefördert aus Mitteln des Bundesprogramms „Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“. Damit ist alltagsintegrierte sprachliche Bildung gemeinsam mit Elternarbeit, inklusiver Pädagogik und Digitalisierung fester Bestandteil des Gesamtkonzepts und wird täglich gelebt. Besondere Unterstützung erfährt das Team mit einer zusätzlichen Sprach-Fachkraft vor Ort sowie einer Kita übergreifenden Fachberatung, die bei der AWO Ruhr-Lippe-Ems angesiedelt ist. „Studien zeigen uns sehr deutlich, dass sprachliche Kompetenzen einen erheblichen Einfluss auf den weiteren Bildungsweg und den Einstieg ins Erwerbsleben haben. Dies gilt besonders für Kinder aus bildungsbenachteiligten Familien und Familien mit Migrationshintergrund“, betont Stefanie Rieger, die als Fachberaterin die Warendorfer Kita begleitet.

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