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Josephs-Hospital bleibt auf Expansionskurs

Der 30-Millionen-Neubau

Warendorf

Das Josephs-Hospital erweiterte und modernisierte für fast 30 Millionen Euro seinen Standort: 7500 Quadratmeter zusätzlich hat das Krankenhaus für eine neue zentrale Notaufnahme mit neuer Liegend-Krankenanfahrt, eine Intensivstation, größere Pflegezimmer und breitere Gänge erhalten. Krankenhausvorstand und Kuratorium zogen am Mittwoch nach zweieinhalb Jahren Bauzeit Bilanz. Und die fiel durchweg positiv aus.

Joachim Edler

Zweieinhalb Jahre Bauzeit sind zu Ende Foto: Joachim Edler

Unbemerkt von der Öffentlichkeit, hatte das Warendorfer Josephs-Hospital bereits im April vergangenen Jahres die Intensivstation des Neubaus bezogen. Coronabedingt konnte es keine offizielle Einweihung geben. Über zweieinhalb Jahre Bauzeit sind jetzt zu Ende. Grund für Krankenhausvorstand und Kuratorium am Mittwoch einmal Bilanz zu ziehen. Und die fiel durchweg positiv aus: Mit 30 Millionen Euro sei das Großprojekt im geplanten Kostenrahmen geblieben. Das Warendorfer Krankenhaus brauche sich im Vergleich mit anderen Häusern nicht zu verstecken. Ganz im Gegenteil, stellten Rainer Budde und Doris Kaiser vom Kuratorium sowie Krankenhausvorstand Peter Goerdeler und Michael von Helden das Millionen-Projekt bei einem Rundgang vor.

Das Josephs-Hospital erweiterte und modernisierte für fast 30 Millionen Euro seinen Standort: 7500 Quadratmeter zusätzlich hat das Krankenhaus für eine neue zentrale Notaufnahme mit neuer Liegend-Krankenanfahrt, eine Intensivstation, größere Pflegezimmer und breitere Gänge erhalten. Die geplante Bauzeit von zwei Jahren für den 50 Meter langen und 25 Meter breiten Anbau am Westflügel des Krankenhauses (früherer Eingangsbereich mit Rampe) verlängerte sich um sechs Monate, nachdem beim Aushub der Baugrube eine Quelle gefunden wurde, die seitdem den Namen „Josephs-Quelle“ trägt (die WN berichteten). Vermarktet habe man dies aber nicht, so Goerdeler. Aber auch die Insolvenz des Trockenbauers warf den Zeitplan zurück.

Die Anzahl der Betten im Krankenhaus ist auch nach Fertigstellung mit 241 stabil bleiben. Die Zimmer mit Zweibettquote und eigenem Bad (180 an der Zahl) wurde stark erhöht, ganz auf Dreibettzimmer (90 Zimmer) wurde nicht verzichtet. Es werden jedoch moderne Standards von 24 bis 28 Quadratmeter erfüllt (ehemals 18 Quadratmeter). Gemeinsame Toiletten auf den Gängen gehören der Vergangenheit an. Vorzeigeetage ist der sechs Stock: die Komfortstation mit großer Loggia, die zwölf Einzelzimmer haben Hotelstandard.

Kuratoriumsvorsitzender Rainer Budde und seine Stellvertreterin Doris Kaiser erinnerten an den Stifterauftrag, nämlich die medizinische Versorgung in der Region zu sichern. Mit dem Anbau setze man ein sichtbares Zeichen der Patientenversorgung zwischen den Zentren Münster, Osnabrück und Bielefeld. Budde: „Zum Einzugsgebiet des Warendorfer Krankenhauses gehören weit über 200 000 Einwohner.“

Stolz präsentierte Peter Goerdeler die Qualitätsnachweise des Krankenhauses: bei der medizinischen Ergebnisqualität (bundesweiter Vergleich zwischen knapp 70 Häusern) landete das Josephs-Hospital nach dem Neubau auf Platz vier unter den Top-Ten. Und Budde berichtete, dass sich Vertreter zahlreicher anderer Krankenhäuser aus dem In- und Ausland bereits die hochmodernen neuen medizinischen Geräte angesehen und für nachahmenswert befunden haben. Ziel des Neubaus und der jetzt im Altbau modernisierten zwei Etagen war es, die Arbeitsbedingungen für das ärztliche und pflegerische Personal sowie für den Rettungsdienst zu verbessern und die Abläufe optimieren.

Enger zusammenarbeiten wollen die im Warendorfer Praxisnetz zusammengeschlossenen niedergelassenen Ärzte und das Warendorfer Josephs-Hospital. Mit dem Neubau gibt es auch ein neues Notfall-Notdienst-Konzept, das coronabedingt allerdings noch nicht umgesetzt werden konnte. Mit zur Zentralen Notaufnahme (ZNA) des Krankenhauses zieht auch die Notfallpraxis der niedergelassenen Ärzte (KV-Notdienst). Eine speziell geschulte Fachkraft schätzt die Schwere der Erkrankung des Patienten ein und leitet ihn dann per Triage-System entweder zur ZNA oder zur KV-Notfallpraxis weiter.

Neu sind auch die „Kurzliegeplätze“ in der Notaufnahme. Patienten werden nach der Aufnahme noch beobachtet. Erst dann wird über eine stationäre Aufnahme entschieden. In den meisten Fällen kann der Patienten jedoch wieder nach Hause.

Neu ist auch die Bündelung der Röntgenabteilung im Erdgeschoss des alten Traktes. Dort, wo früher die Physioabteilung war, wurde umfangreich modernisiert. Ebenso die Etage darüber, wo sich neuerdings die Nebenräume für die Intensivstation genauso befinden wie die Umkleideräume fürs Personal. „An die vier Stationen dazwischen“, ließ Kuratoriumsvorsitzender Rainer Budde am Mittwoch schon mal durchblicken „müssen wir noch ran.“

Das Josephs-Hospital, mit seinen 680 Mitarbeitern, bleibt auf Expansionskurs. Mit der Errichtung eines zweiten Ärztehauses – Baugebinn im Frühsommer – soll das Spektrum des Gesundheitszentrums am Josephs-Hospital mit seinen ambulanten Versorgungsangeboten erweitert werden. Goerdeler: „Für Kooperationspartner gibt noch wenige freie Flächen.“ Geplant sind neun Arztpraxen mit 200 bis 350 Quadratmetern Nutzfläche, zwei Intensivpflegestationen, eine Reha-Einrichtung, ein ambulantes OP-Zentrum.

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