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Sitzgelegenheiten an der Königstraße

Die „Kö“ lädt jetzt zum Verweilen ein

Warendorf

Die Königstraße lädt seit wenigen Tagen zum Verweilen ein: Dort sind neue Sitzgelegenheiten geschaffen worden. Verantwortlich dafür sind nicht nur die Händler vor Ort.

-tra-

Freuen sich über die Aufwertung der Königstraße: Mat Oakley, Ina Oakley, Gabriele Spitthöver, Silvia Brockmann, Walburga Kalina und Sebastian Höber (v.l. mit den Hunden Popcorn und Claire). Foto: Beate Trautner

Das Wort „Entschleunigung“ hat sich als Angebot etabliert, um Stress abzubauen und neue Möglichkeiten des persönlichen Lebens auszuloten. Kleine Inseln der Entschleunigung bietet seit Kurzem die Königstraße. Sitzgruppen aus Bistrotischen und Stühlen laden vor den Geschäften zum Verweilen ein.

Zugegeben ist der Dezember nicht gerade der Monat, in dem man sich lange im Freien aufhält, aber die Sitzgruppen sind auf jeden Fall ein Blickfang und setzen ein erstes Zeichen. Denn in der Königstraße kann man den Begriff der Entschleunigung gut auf die Verkehrssituation beziehen.

Straße soll attraktiver werden

Die Gewerbetreibenden finden das Angebot interessant und bunt – wenn nur der Verkehr nicht wäre. Sie ist als Spielstraße gekennzeichnet, in der man nur höchstens sieben Stundenkilometer fahren darf. Allerdings hält sich kaum jemand daran. So ist es natürlich schwer, Besucher für die „Warendorfer Kö“ zu begeistern. „Unsere Straße soll attraktiver werden“, sind sich die Gewerbetreibenden schon lange einig. Aber wie kann man ein Zeichen setzen, um mehr auf die Umgebung zu achten und die Straße zu entschleunigen?

Dem Versuchsballon kam ein Zufall zu Hilfe. „Ich hatte eine Familie bei mir im Laden“, erzählt Walburga Kalina von „Impressionante“. „Das Kind wurde nach einiger Zeit unruhig und wollte nach draußen.“ Kalina sorgte sich, das Kind könne auf die Straße laufen, und fing an, über die Problematik zu reden. Der Familienvater, Sebastian Höber, „outete“ sich daraufhin als Mitglied des Teams vom Quartiersbüro in Warendorf. Dessen Ziel ist es bekanntlich, die Altstadt als lebendigen Wohn- und Wirtschaftsstandort sowie touristischen Anziehungspunkt zu stärken und weiterzuentwickeln sowie die Aufenthaltsqualität von Straßen und Plätzen zu erhöhen. Das passte gut zusammen.

Und so kam schon kurz nach der zufälligen Begegnung das Ganze ins Rollen. Kreative und Händler setzten sich bei „Klaas Wein“ zusammen. „Bei einer oder zwei Flaschen Wein haben wir festgestellt, dass wir zu wenig Stühle haben“, erinnert sich Mat Oakley von „Klaas Wein“ schmunzelnd. Schon hatten sie die konkrete Idee. Und der Cityfond hat diese Idee dann gerne gefördert.

Sitzgelegenheiten sind keine Verpflichtung

„Die Sitzgelegenheiten sind keine Verpflichtung, in den Laden zu gehen und zu kaufen“, stellt Sebastian Höber vom Quartiersbüro klar. „Man kann sie einfach nutzen und eine Pause machen. Die Händler sollen sichtbar werden.“ Die passenden Sitzkissen für die Stühle liegen für das Frühjahr übrigens schon bereit.

Apropos Sichtbarkeit: Designerin Ina Oakley hat ein Logo entworfen, unter dem sich die Warendorfer „Kö“ zukünftig präsentieren wird. Die zahlreichen Sitzgruppen vor den Ladenlokalen sind eine erste Demonstration des noch zarten, aber beständig wachsenden Pflänzchens der „Kö-Gemeinschaft“.

„Der Cityfond unterstützt gerne die lebendige Kultur“, freut sich Höber und sieht dieses Projekt als Anstoß für andere Gewerbetreibende und deren Ideen. Denn auch im kommenden Jahr hält der Cityfond für verschiedene innerstädtische Projekte eine Fördersumme von insgesamt 10.000 Euro parat.

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