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Aktionstag zum Erfahrungsaustausch

Die Leichtigkeit des Lastenrades

Warendorf

Es geht viel hinein. Sie sparen Kohlendioxid. Aber manche haben auch einen großen Lenkradius.

Von Jörg Pastoor

Markus Haffke (44) mit seinen Söhnen Linus (r. ) und Ole (l., beide 5). Die Familie besitzt seit Sommer letzten Jahres ein Lastenrad. Mit dem sei er schneller im Kindergarten als mit dem Auto, sagt Haffke. Conny Schellhammer (l.) und Klaus Zeppich mit Hund Buddy rollten ebenfalls auf den Marktplatz. Foto: Jörg Pastoor

„Ich bin mit den Beiden schneller am Kindergarten als mit dem Auto.“ Also schon mal ein Vorteil für das Lastenrad aus Sicht von Markus Haffke. Der 44-Jährige schaut dabei auf seine im zweisitzigen Laderaum des elektrisch unterstützten Zweiachsers sitzenden Zwillinge Ole und Linus (5).

Zudem spricht der Altstadtbewohner ein bekanntes Problem an: „Mit Garagen oder Stellplätzen für ein Auto ist das ja so eine Sache.“ Da biete sich das Rad an. Keine Nachteile? Schon: „Ich hab‘ natürlich den Wenderadius eines Lastwagens.“

Vorteilhaft in der Innenstadt

Haffke ist einer der Lastenrad-Besitzer, die der Einladung von Hartmann zum Aktionstag gefolgt waren. Freitagnachmittag rollten nach und nach acht Gespannte verschiedener Macharten an.    „Ich habe einfach alle eingeladen und hatte keine Ahnung, wie viele kommen“, erklärte Klimamanager Paul Hartmann vor dem Historischen Rathaus im Gespräch.

Die Teilnehmer stellten sich auf dem Marktplatz potenziellen Interessenten zur Verfügung, auch wenn es meist eine Runde unter Erfahrenen blieb. „Es soll auch einfach eine Anregung sein, sich auszutauschen. Wir fahren gleich ein paar Schleifen durch die Stadt, gehen mit den Kindern Eis essen. Ich will aber auch Schwachstellen erfahren und ins Radwegkonzept einfließen lassen“, so Hartmann.

Conny Schellhammer ist mit ihrem textmarkergrünen Langrad genauso gekommen wie Klaus Zeppich. Schellhammer, auch begeisterte Sportradlerin, schätzt das Gefährt wegen seiner Alltagstauglichkeit. Und des Elektromotors.. „Es macht total viel Spaß.“ Gerade habe sie zwei Pakete damit weggebracht – das gehe mit dem normalen Rad nicht. „Und ich habe eine große Familie. Da passt der Einkauf für sechs Personen hinein.“ Das Rad sei so zweckdienlich, dass es den Kauf eines zweiten Autos überflüssig mache. Selbst durch Sperrbügel sei sie bisher durchgekommen.

Conny Schellhammer

Auch Klaus Zeppich mit seinem Drei-Rad – vorne zwei, hinten eins – bringt das vor allem für Hund Buddy gedachte Transportmittel viel. Er fahre am liebsten über Wirtschaftswege. Radwege mit Querwurzeln darunter seien teils wirklich gefährlich. Wieder etwas zum Notieren für Paul Hartmann.

In der Leih-Liste für das städtische Lastenrad gibt es übrigens nur noch zwei freie Termine bis zum Jahresende. Jeweils eine Woche können Interessenten es ausprobieren.

Der letzte Zuschusstopf der Stadt – 1000 Euro pro Lastenrad bei 10 000 Euro Gesamtvolumen – war dreifach überzeichnet. So kamen per Losverfahren zehn Bewerber in den Genuss des Zuschusses für die meist mehrere Tausend Euro teure Anschaffung.

Der Trend geht deutlich Richtung Modell mit E-Antrieb, weil je nach Zuladung muskelbetriebene Varianten doch zu sehr auf die Beine gehen. Ulrich Günnewig bestätigt Fahrberichte, dass man beim Lenken schon anders agieren müsse. Und bei Mehrachsern liegt der Schwerpunkt anders. Schräglegen geht nicht. „Da muss man bei Kurven schon ein bisschen Dampf rausnehmen.“

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