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Freckenhorster Bike-Park

Die Umsetzung ist zum Greifen nah

Freckenhorst

Zu dem Thema Bike-Park in Freckenhorst gab es noch jede Menge Redebedarf. Das stellte auch Bürgermeister Peter Horstmann fest und regte kurzfristige Gespräche zwischen Stadt, Nachbarn und der RSG als Verein an. Die Baugenehmigung zu dem Projekt scheint jedenfalls zum Greifen nah.

Von Andreas Engbert

Neben Vereinsmitgliedern, Politikern und Sponsoren nahmen auch Nachbarn der geplanten Anlage an der Informationsveranstaltung teil. Foto: Andreas Engbert

Bereits vor sieben Jahren hatte die Radsportgemeinschaft Warendorf Freckenhorst einen eigenen Bike-Park, auf dem Mutige mit dem passenden Fahrrad rasante Sprünge und waghalsige Tricks üben und vorführen konnten. Konnten, weil das Grundstück nach zwei Jahren verkauft und der Park zurückgebaut werden musste. „Danach sind wir erstmal in ein tiefes Motivationsloch gefallen“, erinnert sich RSG-Vorstand Benedikt Schulte an den damaligen Frust. Doch der scheint bei den Verantwortlichen inzwischen nicht mehr vorzuhalten.

Umsetzung vielleicht noch in diesem Sommer

Denn mit der Änderung des Flächennutzungsplans für eine ehemalige Tannenschonung in der Nachbarschaft zum Sportpark Feidiek scheint die Baugenehmigung für den neuen Freckenhorster Bike-Park zum Greifen nah und die Umsetzung könnte noch in diesem Sommer geschehen.

Am Mittwoch stellte die RSG ihr Großprojekt im Stiftshof Dühlmann vor – und musste sich auch Kritik stellen.

Die Anlieger im anliegenden Wohngebiet „Im Kühl“ würdigten unisono das Engagement für den Bike-Park und den Sinn hinter der geplanten Anlage. „In der Nachbarschaft ist man enttäuscht, wie kommuniziert wurde“, bemängelte Anlieger Joachim Holling, im Vorfeld keine Informationen erhalten und auf Eingaben im Flächennutzungsplan keine Antworten bekommen zu haben. Die Nachbarn betonten, dass sie weniger Sorge hätten vor der Lautstärke durch den täglichen Betrieb als vielmehr durch Jugendliche, die mit mobilen Lautsprechern den Bike-Park als Treffpunkt nutzen könnten.

BMX-Weltmeister Alex Reinke berichtete von seinen Erfahrungen mit Bau und Betrieb von Bike-Parks in Telgte und Albachten. Foto: Foto: Andreas Engbert

„Viel früher hätte man aufgrund der laufenden Genehmigungsverfahren nicht informieren können“, verteidigte Benedikt Schulte das Vorgehen und betonte, dass es Nutzungsregeln für den Park geben werde: „Wir werden so gut es geht dafür sorgen, dass diese eingehalten werden“, sicherte er zu. „Mir war gar nicht so klar, dass da noch so ein großer Informationsbedarf da war“, regte Bürgermeister Peter Horstmann kurzfristige gemeinsame Gespräche mit Stadt, Nachbarn und Verein an.

Die Sorgen und Nöte der Nachbarn habe es auch in Telgte und Albachten gegeben, berichtete Alex Reinke. Der ehemalige BMX-Weltmeister ist Profi auf dem Gebiet und hat in seinem Wohnort Albachten einen Bike-Park initiiert und in Telgte mit geplant. Beide Einrichtungen wurden im vergangenen Jahr eröffnet. Dort habe es bislang keine Probleme gegeben, berichtete er. Die Anlage würde sowohl von Kindern und Jugendlichen als auch von Erwachsenen genutzt: „Die unterstützen sich alle gegenseitig. Da ist ein sehr schönes Miteinander drin.“

Benedikt Schulte stellte Details zu Planung und Finanzierung des Bike-Parks vor. Foto: Foto: Andreas Engbert

Eine solche Dynamik wünschen sich auch die Freckenhorster: „Der Bike-Park soll für alle zugänglich sein – also für Kinder, Jugendliche und Erwachsene“, bezeichnete die RSG-Vorsitzende Elisabeth Richter das Vorhaben als Herzensprojekt für den Verein.

RSG-Vorsitzende Elisabeth Richter bezeichnete den Bike-Park als Herzensprojekt für den Verein. Foto: Foto: Andreas Engbert

Der Freckenhorster Bike-Park soll, so stellte Benedikt Schulte die Planungen vor, drei mit Dolomitsand befestigte Hügel-Strecken erhalten, die von einem rund fünf bis sechs Meter hohen Starthügel aus befahren werden können. Ein Parcours mit Hindernissen wie Wippen und ein „Pump-Track“, der mit etwas Übung ohne Strampeln, dafür nur mit Gewichtsverlagerung befahren werden kann, sollen das Angebot abrunden.

Damit das so umgesetzt werden könne, sei die RSG nun auf Spenden angewiesen. Von den angesetzten Baukosten (rund 54 000 Euro) fehlen derzeit noch rund 18 000 Euro, stellte Schulte die Finanzierung vor. Rund 24 300 Euro kommen demnach aus der NRW-Landesförderung „Moderne Sportstätten 2022“. 11 700 Euro hätten Sponsoren bereits zugesagt. Preissteigerungen seien vor allem dem Gelände geschuldet, das noch entwässert werden müsse. Einsparpotenzial biete das Weglassen von Elementen, was aber die Attraktivität senken würde. Neben Geldspenden sei man auch für Sachspenden dankbar, etwa Material oder Maschinen. Gesucht wird zudem ein stabiler Materialcontainer, in dem Ausrüstung für Unterhaltungsarbeiten gelagert werden kann.

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