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Die Vielfalt der Natur

Westpreußisches Landesmuseum zeigt Arbeiten von Friedrich Kreuzberg

Warendorf

Das Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen, präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Westpreußischen Landesmuseum vom 8. Juli bis 30. September aktuelle Werke des in Warendorf lebenden Künstlers Friedrich Kreuzberg.

Von Joachim Edler

Der Baum steht im Mittelpunkt seiner Arbeiten, dessen Schönheit Friedrich Kreuzberg in ästhetischer Form im Ganzen, im Detail der Rinde, der Äste und Blätter sowie seiner Farben im Wechsel der Jahreszeiten wiedergibt. Die Liebe zur Malerei hat Friedrich Kreuzberg schon ganz früh entdeckt. Foto: Foto: Martin Kaup

Friedrich Kreuzberg ist nicht von Haus aus Maler und Grafiker: Maschinenbaulehre bei den Klöckner-Werken mit Technikerschule, kurzes Gastspiel bei der Bundeswehr, um ein nicht abzuschlagendes Angebot als Verkaufsleiter bei der Textilfirma Gobal in Ahlen anzunehmen, Ausbildung zum Bergretter, danach wieder zwölf Jahre Zeitsoldat. Der Malerei ist er immer treu geblieben.

Friedrich Kreuzbergs Atelier in der Oststraße ist zugleich Kulturtreff. Zwischen seinen Collagen, Plakaten, Bleistift-Skizzen, fotorealistischen Gemälden von Tieren und Pflanzen, Linolschnitten, Federzeichnungen, Grafiken und Radierungen, ist immer Platz für menschliche Begegnungen.

Kreuzberg erzählt gern. Von seinen vielen Reisen durch Europa, von der Wildnis Kanadas, sein „zweites Zuhause“, von Afrika, Mittelamerika und dem indischen Ozean. Was er erlebt hat, hält er im Tagebuch fest. „Der erste Schritt zur Biografie“, sagt er.

Das Kulturreferat für Westpreußen, Posener Land und Mittelpolen, präsentiert in Zusammenarbeit mit dem Westpreußischen Landesmuseum vom 8. Juli bis 30. September aktuelle Werke des in Warendorf lebenden Künstlers Friedrich Kreuzberg. In seinen großformatigen Gemälden verbindet Kreuzberg unterschiedliche Techniken, um die Vielfalt der Natur darzustellen. Inspiriert von der Malerei William Turners, den Landschaftsdarstellungen Gustave Courbets, aber auch durch Impulse des in den 1960er und 1970er-Jahren aufkommenden Fotorealismus gibt der Maler und Grafiker Denkanstöße. Auf den ersten Blick wirken die Landschaftsbilder harmonisch, auf den zweiten Blick und bei näherem Hinsehen greifen sie ein aktuell brisantes Thema auf: die Zerstörung der Natur. Und so steht der Baum im Mittelpunkt seiner Arbeiten, dessen Schönheit er in ästhetischer Form im Ganzen, im Detail der Rinde, der Äste und Blätter sowie seiner Farben im Wechsel der Jahreszeiten wiedergibt.

Friedrich Kreuzberg möchte mit seinen Bildern die Schönheit der Natur ausdrücken – aber auch wachrütteln, sensibler mit der Umwelt umzugehen. Wenn Friedel, wie der 79-Jährige liebevoll von seinen Freunden genannt wird, im Wald spazieren geht, dann kann es schon mal passieren, dass er spontan einen dicken Baum umarmt. Spinnert?

Keineswegs! „Walddusche“ nennt Kreuzberg das. „Ich schließe dann meine Augen, öffne weit den Mund und horche in die Natur hinein. Dann denke ich: Lieber Gott, du hast mir die Bäume geschaffen, wie ich sie haben möchte.“

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