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Jahresbericht des Frauenhauses

Drei-Säulen-Modell zur Finanzierung

Warendorf

Im Jahr 1980 wurde das Warendorfer Frauenhaus gegründet, und es ist wichtiger denn je zuvor. Im Rückblick auf das Jahr 2020 werden in einem großen Sonderteil 40 Jahre Frauenhaus beleuchtet. Zudem stellen die Frauen ein Drei-Säulen-Modell zur Finanzierung vor.

-uli-

Jasmin Hofmann (l.) und Anneli Krieter stellen den Rückblick auf das Jahr 2020 vor. Darin enthalten ein großer Sonderteil über 40 Jahre Warendorfer Frauenhaus. Foto: Ulrich Lieber

Vor mittlerweile 41 Jahren wurde das Warendorfer Frauenhaus gegründet. Damals traten die Initiatorinnen mit dem Wunsch an: „Wir werden die Gewalt abschaffen und die Frauenhäuser überflüssig machen.“ Die Realität sieht leider anders aus. „Man hielt es damals für ein temporäres Phänomen, aber die Gewalt hat nicht aufgehört. Frauenhäuser sind notwendiger denn je“, bedauert Anneli Krieter, Mitarbeiterin des Warendorfer Frauenhauses. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Jasmin Hofmann stellt sie den Rückblick auf das Jahr 2020 vor.

Jasmin Hofmann

„Normalerweise erscheint der Anfang des Jahres, aber wir haben einen Sonderteil zu 40 Jahre Frauenhaus in Warendorf erstellt“, erklärt Anneli Krieter die Verzögerung. Der runde Geburtstag konnte aus Pandemiegründen nicht gefeiert werden. „Darum haben wir uns für diesen Rückblick auf 40 Jahre entschieden“, sagt Jasmin Hofmann. Der Blick auf den Anfang zeigt, unter welch schwierigen Bedingungen gestartet werden musste. „Mittlerweile sind wir eine echte Einrichtung“, freut sich Anneli Krieter.

Doch trotz der Anerkennung von allen Seiten bleibt die Finanzierung ein Ärgernis. „Es ist immer noch eine Projektfinanzierung, die auf vier Jahre ausgelegt ist“, kritisiert Jasmin Hofmann. Derzeit setzt sich die Mischfinanzierung aus Zuschüssen der Landesregierung, Tagegeld vom Kreis, Unterstützung durch zwei Kommunen sowie Spenden zusammen. „Das ist nicht mehr zeitgemäß. Wir benötigen ein anderes Finanzierungsmodell.“

Wie das aussehen könnte, wird im Rückblick klar aufgezeigt. Das Warendorfer Frauenhaus wünscht sich ein Drei-Säulen-Modell. Die Finanzierung würde sich dann aus einem Sockelbetrag, einer Platzpauschale sowie der Finanzierung der Gebäudekosten zusammensetzen. Damit sei eine bedarfsgerechte Finanzierung möglich, die unabhängig von den Einzelfällen sei, denn zurzeit müssen betroffene Frauen die Leistungen selbst beantragen. „Die neue Bundesregierung hat das in den Koalitionsvertrag aufgenommen. Wie sind sehr gespannt“, sagt Jasmin Hofmann.

Derzeit arbeiten acht Frauen mit jeweils einer halben Stelle im Frauenhaus und haben „super viele Aufgaben“ zu erledigen, „Wünschenswert wären sechs volle Stellen sowie eine Stelle für die Verwaltung und eine für Hauswirtschaft und Gebäudemanagement“, nennt Anneli Krieter die optimale Lösung.

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