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Bücherei wird Open Library

„Dritter Ort“ im Stadtbild

Warendorf

Das Angebot der Stadtbücherei umfasst schon heute weit mehr als die Ausleihe von Büchern. Noch in diesem Jahr sollen die Warendorfer die Möglichkeit bekommen, auch außerhalb der Öffnungszeiten in der Stadtbücherei zu stöbern.

-ed/pd-

Das Angebot der Stadtbücherei umfasst schon heute weit mehr als die Ausleihe von Büchern. Noch in diesem Jahr sollen die Warendorfer die Möglichkeit bekommen, auch außerhalb der Öffnungszeiten in der Stadtbücherei über die „Open Library.“ zu stöbern. „Open Library.“ Foto: Joachim Edler/Stadt Warendorf

Noch dieses Jahr sollen die Warendorfer die Möglichkeit bekommen, auch außerhalb der Öffnungszeiten in der Stadtbücherei zu stöbern. 99.500 Euro Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung bekommt die Stadt für die „Open Library.“

Im Rahmen des Programms „hochdrei – Stadtbibliotheken verändern“ hat die Bücherei ein Konzept erarbeitet, das sie als sogenannten „Dritten Ort“ im Stadtbild etabliert. Der dient nicht mehr „nur“ der Ausleihe von Büchern aller Art, sondern steht für Bildung und Begegnung, Kultur und Austausch. Die Bücherei ist ein Ort der Zusammenkunft geworden, in dem Bürger sich treffen und ihren Interessen nachgehen können. So sind schon der Lerntreff, die Kreativwerkstatt oder der Game Cube entstanden.

Nach deren Einführung wurde schnell deutlich: Der Nutzungsbedarf besteht auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten. Durch Einsatz sogenannter „Open-Library-Technik“ könnte die Bücherei diesem Angebot nachkommen und für bis zu 40 weitere Stunden für die Bürger zugänglich sein – ohne zusätzlichen Personalaufwand. Voraussetzung ist ein gültiger Büchereiausweis.

Mit den von der EU bewilligten Fördermitteln steht der „Open Library“ nun jedoch nichts mehr im Wege.

Der Zeitplan ist sportlich, aber machbar. „Hier hat sich alles glücklich gefügt: Im Arbeitskreis Bücherei hatten wir gemeinsam mit Förderverein und Politik schlüssige Konzepte zur Weiterentwicklung der Stadtbücherei erarbeitet. Einen Teil davon konnten wir jetzt schnell zusammen mit Bau- und IT-Abteilung der Stadt umsetzungsreif machen, als es dem Ministerium und der Fachstelle für Bibliotheken gelang, kurzfristig dieses Förderprogramm mit EU-Mitteln aufzulegen, so Birgit Lücke, Leiterin der Stadtbücherei, die gespannt ist, wie das Angebot angenommen wird.

Wie geht es jetzt weiter? An dem Projekt sind einige Sachgebiete innerhalb der Stadtverwaltung beteiligt. Die Abteilungen Bau- und Gebäudewirtschaft, IT und die Stadtbücherei haben die entsprechenden Ausschreibungen vorbereitet, auch mit der Denkmalpflege ist das Vorhaben bereits abgestimmt. Schnellstmöglich sollen alle Ausschreibungen und der Antrag auf denkmalpflegerische Genehmigung auf den Weg gebracht werden.

Die Corona-Pandemie hat auch die Arbeit der Stadtbücherei ausgebremst. Gemeinsam mit dem Förderverein wird es nun erst im April einen Ideentag geben, an dem vorgestellt wird, was eine Open Library sein kann und welche Aktivitäten die Stadtbücherei künftig anbieten beziehungsweise ermöglichen möchte. „Gleichzeitig suchen wir dabei noch weitere Ideen und Aktivisten, damit wir zum Start der Open Library die optimalen Rahmenbedingungen anbieten können“, so Birgit Lücke. „Die technische Umsetzung erwarte ich allerdings frühestens im Herbst, die Terminfindung mit den verschiedenen Gewerken wird durch die hohe Auslastung der Handwerker schwierig.“

Auch Bürgermeister Peter Horstmann freut sich über die spannende Entwicklung: „Das Konzept ist ein tolles Beispiel dafür, wie wir der Bürgerschaft mit digitalen Lösungen ganz neue Angebote unterbreiten. Es gibt ihnen mehr Flexibilität, die schönen Räumlichkeiten und vielfältigen Angebote der Bücherei wahrzunehmen. Ich bin sicher, dass die Open Library nach der technischen Umrüstung rege genutzt werden wird.“

Das Konzept „Bibliothek als Ort“, das den Menschen in den Mittelpunkt rückt und das Aufenthaltserlebnis für die Nutzer in den Vordergrund stellt, ist dem Team der Stadtbücherei sehr wichtig. Anregungen hatte sich die Leiterin wie berichtet aus den Niederlanden geholt. In Den Helder steht eine Bibliothek, die als beste der Welt ausgezeichnet wurde. Birgit Lücke: „Ein kleines Stück Den Helder haben wir bereits in Warendorf.“

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