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Laurentianer holen Vorabiturklausuren ab

Drive-in-Verfahren verhindert Kontaktbörse

Warendorf

Um „Wiedersehensfeiern“ der Schüler zu verhindern, die ihre Vorabiturklausuren am Mittwoch in Empfang nahmen, hat die Schulleitung des Laurentianum zu einer ungewöhnlichen Maßnahme gegriffen. Der stellvertretende Schulleiter Malte Prigge organisierte ein Drive-in-Verfahren.

Joke Brocker

Jannika Haase holte sich gestern ihre Abi-Vorklausuren im „Drive-in“ ab. Weil die Schüler teilweise mehrere Klausuren in Empfang nehmen mussten, steckten diese in großen, der Umwelt zuliebe gebrauchten Briefumschlägen. Malte Prigge, stellvertretender Leiter des Laurentianum, musste die Umschläge dann nur noch aus seinem Bollerwagen ziehen. Foto: Joke Brocker

„Das Ziel ist absolut erreicht“, zeigte sich Malte Prigge, stellvertretender Leiter des Gymnasium Laurentianum, zufrieden mit dem Ablauf eines „Drive-in“-Verfahrens, das es 160 von 240 Abiturienten des Laurentianum am Mittwoch ermöglichte, ihre Vorabiturklausuren in Empfang zu nehmen. „Wir wollen hier keine Kontaktbörse“, erläutert Prigge, warum die Schulleitung die Notbremse zog, nachdem 80 Schüler die Vorklausuren bereits vor einigen Wochen persönlich abgeholt hatten.

Ungeachtet der Bedrohung durch das Coronavirus, hatten die Schüler dabei weder Abstände gewahrt noch auf Umarmungen verzichtet. Solch unverantwortlichen „Wiedersehensfeiern“ schob die Schulleitung einen Riegel vor und gab erst einmal keine Klausuren aus. Bis Malte Prigge die Idee zum „Drive-in“-Verfahren hatte.

Auf digitalem Weg wurden die 160 Schüler, für die die letzten pädagogisch korrigierten Klausuren bei der Vorbereitung auf die Abiturprüfungen wichtig sind, eingeladen, in gewissen Zeitfenstern den „Drive-in“ anzusteuern. Von der Von-Galen-Straße aus fuhren die Abiturienten mit Autos, Fahrrädern oder Skateboards über das ehemalige AWG-Gelände und dann in Richtung Von-Ketteler-Straße. Dort wartete Malte Prigge mit einem Bollerwagen, in dem sich große Briefumschläge (der Umwelt zuliebe gebrauchte) befanden, die mitunter gleich mehrere Klausuren enthielten.

Das lief reibungslos, freute sich Prigge nach der ersten Stunde, in der er Schülern „von A bis G“ ihre Arbeiten ausgehändigt hatte. „Die längste Warteschlange bestand aus zwei Autos.“ Während sich der stellvertretende Schulleiter erleichtert zeigte, mit dem „Drive-in“-Verfahren die gefürchtete „Kontaktbörse“ verhindert zu haben, gab es auch Kritik. Sie verstehe nicht, warum man die Klausuren nicht einfach aus einem Klassenraum habe abholen können, bemerkte eine Schülerin, die aber auch ein dickes Lob bereithielt. Das digitale Lernen, befand sie, funktioniere einwandfrei.

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