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„Pettersson und Findus“ als Kinderoper

Eifersucht und eine lebensrettende Lüge

Warendorf

Ein Neuer zieht ein auf dem Hof von Pettersson und Findus. Caruso zieht schnell alle Bewunderung auf sich und Findus ist eifersüchtig. Ein Gefühlschaos, das die Familien beim Besuch der Kinderoper im Theater am Wall gut nachvollziehen konnten.

Von Beate Trautner

Findus lässt sich von Pettersson trösten. Foto: Beate Trautner

Eine Oper gab es am vergangenen Sonntagnachmittag im Theater am Wall. Das ist ungewöhnlich genug. Aber zudem war es noch eine Oper für Kinder. Titel: „Pettersson und Findus und der Hahn im Korb“. Die Vorstellung war ausverkauft und viele Familien warteten neugierig auf den Beginn der Vorstellung.

Für die Kinder war es ein Riesenspaß. Die meisten von ihnen kannten die Geschichten von Pettersson und Findus aus der Kinderbuchreihe von Sven Nordqvist. Die gesungene Version war dagegen für alle neu. Benjamin Huth am Flügel, der auch die musikalische Leitung hatte, Jörg Haastert am Violoncello und Michael Mayr mit Klarinette und anderen Holzbläsern lieferten die Melodien zum Gesang und kommentierten mit Tönen auch zwischendurch das Geschehen. Auch alle weiteren Akteure der Produktion verfügen über langjährige Musikerfahrung. Entweder haben sie Gesang oder Musik studiert oder sind Mitglieder im Opernstudio des Landestheater Detmold. Die Inszenierung von Holger Potocki lag also in den besten Händen.

Caruso gewinnt schnell die Herzen der Hühner Foto: Beate Trautner

Die Akteure präsentierten eine lustige, aber auch lehrreiche Story. Pettersson und Findus sind bekanntlich ein Herz und eine Seele und führen ein beschauliches Leben auf ihrem Hof. Am liebsten sitzen sie beieinander und trinken Kaffee. Ja, richtig, Findus trinkt Kaffee – ohne Milch. Findus ist Petterssons Liebling und hat eindeutig das Sagen auf dem Hof. Am Liebsten erschreckt sie die Hühner. Ja, richtig, SIE, denn durch Laura Zeiger ist Findus diesmal eine Katze.

Aber mit der Ruhe ist es bald vorbei. Denn der Hahn des Nachbarhofes ist auf der Flucht vor dem Suppentopf. Pettersson (Andreas Jören) nimmt ihn sofort auf und nennt ihn kurzerhand Caruso. Caruso (Hyunsik Shin) singt ohne Unterlass emotionale Melodien und das ausgesprochen gut. Hyunsik Shin, Mitglied des Opernstudios, begeisterte die Zuschauer mit seinem kräftigen Tenor, der aber auch die ganz leisen und sanften Töne konnte. Damit gewinnt Caruso auch die Herzen der Hühner (Andrea Drabben und Annette Blazyczek) des Hofes. Alle lieben Caruso. Nur Findus nicht. Sie ist eifersüchtig und fühlt sich ausgegrenzt. So verbietet Findus dem Hahn das Krähen und schiebt das Krähverbot dem nichts ahnenden Petterson in die Schuhe. Aber der Schuss geht nach hinten los. Caruso leidet und verschluckt sich fast an seinen Tönen, die nicht rausdürfen. Alle machen sich Sorgen um den Hahn und Findus ist noch mehr allein.

Die Kinder verfolgten die Geschichte gebannt. Foto: Beate Trautner

Als Carusos Besitzer Gustavsson (Irakli Atanelishvilli) kommt, um ihn zum Schlachten abzuholen, erzählt Findus, sie habe ihn gefressen. Wieder eine Lüge! Aber diesmal rettet die Lüge dem Hahn den Hals. „Wenn eine Lüge Leben rettet, ist sie ok“, resümmiert Pettersson und gibt Findus erst einmal eine Tasse Kaffee. Und Caruso darf wieder krähen, wie er will. Ende gut, alles gut.  Vom Publikum bekamen die Akteure den verdienten Applaus.

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