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Bürgerinitiative gegen B 64n fordert dringend Ausbau der Waterstroate

Ein elementares Puzzleteil

Warendorf

„Der Ausbau der Waterstroate als zweite Hauptverkehrsverbindung von der Bundesstraße 64 bis zum Sportplatz Freckenhorst ist schon vor über 30 Jahren von der Politik beschlossen, geplant und mit einem gültigen Bebauungsplan zur Baureife gebracht worden. Die Stadt ist sogar im Besitz der benötigten Flächen“, hat BVW-Sprecher Bernhard Kremann kein Verständnis für den Stillstand. Die Bürgerinitiative gegen die Planung der B 64n fordert dringend den Ausbau der Waterstroate.

Von Joachim Edler

„Der Ausbau der Waterstroate als zweite Hauptverkehrsverbindung von der Bundesstraße 64 bis zum Sportplatz Freckenhorst ist schon vor über 30 Jahren von der Politik beschlossen, geplant und mit einem gültigen Bebauungsplan zur Baureife gebracht worden. Die Stadt ist sogar im Besitz der benötigten Flächen“, hat Bernhard Kremann (BVW-Sprecher) kein Verständnis für den Stillstand Foto: Joachim Edler

Für Bernhard Kremann, Sprecher der Bürgerinitiative Verkehrskonzept Warendorf (BVW), ist die Planung der Umgehungsstraße B 64n spätestens nach der Bundestagswahl im September vom Tisch: „Bündnis 90/Die Grünen werden mit in der neuen Regierung sitzen und dann ist das Ding vom Tisch. Davon bin ich überzeugt.“

Umso wichtiger sei für Kremann und die in der Bürgerinitiative engagierten Unternehmer, dass endlich der Ausbau der Waterstroate in Warendorf vorangetrieben wird. „Für uns Unternehmer ist es völlig unverständlich, dass die Politik bis vor kurzem noch an einer Fernstraßenplanung B 64n mit den bekannten negativen Auswirkungen festgehalten hat, und gleichzeitig die Fertigstellung der Waterstoate blockiert beziehungsweise vernachlässig“, nehmen Martin Alberts (Zimmerei), Annette Kremann-Feidiker (Malerbetrieb) und Mirko Grond (Dachdeckerbetrieb) kein Blatt vor den Mund.

Der Ausbau der Waterstroate als zweite Hauptverkehrsverbindung von der Bundesstraße 64 bis zum Sportplatz Freckenhorst sei schon vor über 30 Jahren von der Politik beschlossen, geplant und mit einem gültigen Bebauungsplan zur Baureife gebracht worden. „Die Stadt ist sogar im Besitz der benötigten Flächen“, hat auch Kremann kein Verständnis für den Stillstand. Dabei überwiegen seiner Meinung nach nur Vorteile: Eine ausgebaute Waterstroate wäre für den landwirtschaftlichen Verkehr nutzbar – eine B 64n nicht. Eine ausgebaute Waterstroate würde im Vergleich zu einer B 64n keinen zusätzlichen Verkehr im fünfstelligen Bereich nach Warendorf ziehen. Eine Waterstroate wäre kompatibel mit einem Radwegekonzept. Und eine dringend benötigte, ortsnahe Umgehung für Freckenhorst (Everswinkeler Straße bis Bundesstraße 64) könnte problemlos an eine ausgebaute Waterstroate angebunden werden.

Kremann: „Die Entscheidungshoheit liegt bei der Stadt. Erfolgt ist bislang nur ein Ausbau von der Einmündung K 3 bis zur Wolbecker Straße.“ Eine Anfrage der Bürgerinitiative an die Stadtverwaltung, warum die Waterstroate nicht weiter bis zum Hundeplatz am Feidiek ausgebaut wird, stammt aus dem Jahre 2019. Die Antwort des damaligen Bürgermeisters Axel Linke weiß Kremann noch ganz genau: „Für die Waterstroate liegt ein gültiger Bebauungsplan vor. Der Endausbau ist bisher nicht erfolgt, da er politisch nicht gewünscht beziehungsweise gefordert wurde.“

Für die Bürgerinitiative Verkehrskonzept Warendorf ist der Ausbau der Waterstroate neben dem dritten Abschnitt der Stadtstraße Nord und der Freckenhorster Umgehung ein „elementares Puzzleteil“ zur Entlastung der jetzigen Ortsdurchfahrt. Kremann spricht von einer idealen Verkehrsanbindung beider Ortsteile – wenn die Waterstroate denn einmal ausgebaut sei. Vorbei seien dann zudem die Zick-Zackfahrten der Autofahrer, die in Buchten halten müssen, um den Gegenverkehr vorbeizulassen. Für zwei Fahrzeuge gleichzeitig ist die Straße zu schmal.

Welchen Vorteil den Ausbau einer Waterstroate bringt, hat die Bürgerinitiative jetzt noch einmal zu Papier gebracht und mit einer aktuellen Nutzenberechnung untermauert. „Zwischen 1500 und 2000 Fahrzeuge rollen täglich über die Waterstroate, die eine wichtige Verkehrsverbindung für Berufspendler und Unternehmen ist. Zehn Prozent ist gewerblicher Autoverkehr“, weiß Kremann. Und er macht die Rechnung auf: Aktuell ist die Waterstroate mit ihren Kurven 2100 Meter lang. Im Falle eines geraden Ausbaus würde sich die Strecke um 330 auf 1770 Meter verringern. Kremann: „Das spart Zeit und Geld. Bei einer durchgängigen Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern benötige ich aktuell drei Minuten und 30 Sekunden für die Strecke. Im Falle eines Ausbaus sind es nur zwei Minuten und zehn Sekunden.“ Entsprechend länger oder kürzer ist die Zeit im Berufsverkehr. „Für den Berufspendler, der einmal am Tag die Waterstroate hin- und zurückfährt, beträgt die Fahrzeiteinsparung zwei mal zwei Minuten, sprich vier Minuten. Diese vier Minuten mal 260 Arbeitstage genommen ergibt im Jahr rund 17 Stunden.“ 30 Euro die Stunde setzt die Bürgerinitiative für Fahrtkosten, Pkw-Verschleiß und Arbeitszeit beim Otto-Normal-Verbraucher an. 17 Stunden mal 30 Euro macht 500 Euro im Jahr. „Bei 1600 Fahrzeugen am Tag kommen wir auf rund 800 000 Euro im Jahr.“

Für den Unternehmer, der fünf Mal am Tag mit mehreren Fahrzeugen (besetzt mit mehreren Mitarbeitern) die Waterstroate befährt, hat Kremann unter dem Strich (Ansatz von 80 Euro für Fahrzeug mit Personal) eine Ersparnis von 1,2 Millionen Euro errechnet, wenn die Waterstroate ausgebaut würde. „Damit haben wir einen Schaden für die Nutzer von über zwei Millionen Euro im Jahr.“

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