Fahrraddemo Münsterland

„Ein ganz starkes Zeichen“

Warendorf

Um auf das Schicksal Geflüchteter aufmerksam zu machen, hatte die Flüchtlingsinitiative Münsterland eine Fahrraddemo initiiert, die am Samstagabend auch in Warendorf Station machte.

Von Christopher Irmler

Bürgermeister Peter Horstmann gab das Startsignal für die nächste Etappe. Cersun Ekinci (kleines Foto) hatte am Samstag das Programm im HoT mitgestaltet Foto: Christopher Irmler

Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen bestimmen seit Monaten den Alltag der Bevölkerung. Dass damit andere Ereignisse zwar mitunter eher am Rande wahrgenommen werden, aber dessen ungeachtet nach wie vor von Bedeutung sind, machten die Initiatoren einer Fahrraddemo deutlich.

Am Samstag hatte die Flüchtlingsinitiative Münsterland sich in Oelde auf den Weg gemacht, um auf das Schicksal Geflüchteter aufmerksam zu machen. Am frühen Abend erreichten die Teilnehmer das HoT am Lohwall. Hier begrüßte sie Bürgermeister Peter Horstmann. „Ich glaube, dass das ein ganz starkes Zeichen wird.“ „Sie machen das, um auf ein wichtiges Thema aufmerksam zu machen“, lobte er den Einsatz der Aktiven um Werner Letz und Sarah Saure (Seebrücke Warendorf). Noch immer, so betonte Horstmann, würden täglich vier Menschen im Mittelmeer ertrinken. Doch man stumpfe ab. Und während die hiesige Corona-Entwicklung Pläne für Sommerferien in Griechenland ermögliche, kämpfe man in Lagern wie Moria gegen Corona-Ausbrüche. „Kein Mensch allein kann weitere Tote im Mittelmeer verhindern“, so Horstmann. „Die Summe von Zeichen können den Ausschlag geben.“ Er freue sich über die Entscheidung, die Stadt Warendorf zu einem „Sicheren Hafen“ erklärt zu haben. Dieses Votum wiederum sei nur durch bürgerschaftliches Engagement möglich gewesen.

Neben musikalischen Beiträgen – unter anderem von Werner Letz und dem vor einigen Jahren geflohenen Kurden Cersun Ekinci – standen der Austausch sowie eine Ausstellung im Fokus des Zusammentreffens. Am Sonntagmorgen feuerte Horstmann auf dem Lohwall den symbolischen Startschuss ab. Die Radfahrerkolonne steuerte nun zunächst Telgte an; das große gemeinsame Ziel war Münster.

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