VHS-Zweckverbandsversammlung

„Ein kommunales Zukunftslabor“

Warendorf

„Bildung ist Begegnung“, sagt der Direktor der Volkshochschule Warendorf, Rolf Zurbrüggen. Viermal musste die VHS den Start des Sommersemesters pandemiebedingt verschieben. Das ist keine leichte Situation für die VHS.

Von Lorenz Wiedeler

Auch die VHS hat unter der Corona-Pandemie gelitten, wie deren Direktor Rolf Zurbrüggen (kleines Foto) berichtet. So musste der Start des Sommersemesters viermal verschoben werden, ehe er wegen der Bundesnotbremse ganz abgesagt wurde. Foto: Meyer

„Die Corona-Pandemie trifft besonders auch die unterschiedlichen Bildungs- und Kulturinstitutionen. Denn: „Bildung ist Begegnung“, wie der Direktor der Volkshochschule Warendorf, Rolf Zurbrüggen, bei der 113. Verbandsversammlung der VHS besonders betonte. Er nutzte die Gelegenheit, den Vertretern der Zweckverbandskommunen Warendorf, Telgte, Sassenberg, Everswinkel, Ostbevern und Beelen die besondere Lage der Schule darzustellen, welche den Start des Sommersemesters dieses Jahr inzidenzbedingt viermal verschieben musste, bevor dieses schließlich, der Bundesnotbremse wegen, komplett abgesagt wurde. Ausgefallen sind unter anderem diverse Kulturveranstaltungen, wie ein Folkkonzert, ein Chansonabend und ein Beethoven-Klavierkonzert, sowie ein Vortrag mit dem Journalisten Hajo Seppelt, der durch seine Reportage über Doping im russischen Leistungssport zu internationaler Berühmtheit kam. Einzelveranstaltungen sollen jedoch nach Möglichkeit nachgeholt werden.

Dennoch kann Zurbrüggen, der an diesem Abend für seine 30-jährige VHS-Zugehörigkeit von den Anwesenden geehrt wurde, eine positive Bilanz für das Corona-Jahr 2020 ziehen. Insgesamt wurden trotz Pandemie etwa 9700 Unterrichtsstunden für 7700 Kursteilnehmer angeboten. Darunter waren acht Integrationskurse und ein Deutschkurs für vietnamesische Krankenschwestern, der in Kooperation mit dem Josephs-Hospital stattfand.

Lage bietet auch Chancen

Darüber hinaus sei die ungewöhnliche Lage auch eine Chance für alle Einrichtungen des Deutschen Volkshochschulverbandes, so der Direktor. Er sieht die VHS als eine Moderatorin in der „Post-Corona-Frage“, der Frage also, wie das Leben in den Gemeinden nach Ende der Pandemie neugestaltet werden kann. Außerdem habe auch der Fortschritt in Sachen Digitalisierung stark von der Zwangslage profitiert. So seien notwendige digitale Transformationsprozesse in Gang gesetzt worden, die es auch in Zukunft weiter zu verfolgen gelte. Die Volkshochschulen reagierten darauf beispielsweise mit der Initiation der Online-Vortragsreihe „vhs.wissen live“, welche weiterhin laufen wird. Auch Vorträge, die bereits auf diesem Wege stattgefunden haben, sind weiterhin kostenlos im Netz verfügbar. Diese Alternativen zu klassischen Veranstaltungen seien besonders im Angesicht der unterschiedlichen Ansprüche potenzieller Teilnehmer wichtig, je nachdem, ob Kurse und andere Angebote für sie nun besser digital, in Präsenz oder in einer Mischung aus beidem zu erreichen sind.

Eine andere wichtige Aufgabe falle der Volkshochschule dabei zu, außerschulische Hilfe zur Reduzierung pandemiebedingter Benachteiligungen zu stellen.

Perspektivisch werde bei diesen Aufgaben auch die Novellierung des Weiterbildungsgesetzes des Landes NRW helfen, das eine Erhöhung des Lohns für Hauptamtliche Kräfte und das Wegfallen der Mindestteilnehmerzahl für Angebote beinhaltet. So könne es der Volkshochschule gelingen, weiterhin ihre Qualitätsstandards und ihre Zukunftsfähigkeit in Zeiten des digitalen und gesellschaftlichen Wandels zu sichern.

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