1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Warendorf
  6. >
  7. Ein Künstler am Klavier

  8. >

Galeriekonzert-Reihe mit Matthias Kirschnereit fortgesetzt

Ein Künstler am Klavier

Warendorf

Die Reihe der Galeriekonzerte verspricht einen weiteren Genuss-Moment – und zwar mit dem Pianisten Matthias Kirschnereit aus Hamburg. Er wird als „Ausdrucksmusiker par excellence“ beschrieben.

Matthias Kirschnereit setzt die Reihe der Galeriekonzerte mit einem Klavierabend im Sophiensaal fort.

Die

Galeriekonzert-Reihe sorgt stets für musikalische Hochgenüsse in Warendorf – so auch wieder am 20. November (Sonntag) beim Klavierabend mit Matthias Kirschnereit

Matthias Kirschnereit (Hamburg) wird Werke von Beethoven, Brahms, Debussy und Ginastera spielen. Das Konzert beginnt um 19 Uhr im Sophiensaal, Kurze Kesselstraße 17. Es findet ohne besondere Corona-Beschränkungen statt, doch wird nach wie vor vom Veranstalter das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes empfohlen. Karten können unter info@galeriekonzerte-warendorf.de reserviert und dann an der Abendkasse erworben werden. „Besonders bequem ist der Vorverkauf in Form der Vorweg-Überweisung auf das Konto des Kammermusikkreises Warendorf: DE55 4005 0150 0000 0271 02 (20 Euro pro Person, ermäßigt zehn Euro)“, heißt es in der Vorankündigung. Natürlich gibt es auch den normalen Verkauf an der Abendkasse.

Wer ist der Matthias Kirschnereit? „Ein Ausdrucksmusiker par excellence, der mit seinem Klavierspiel die spezifisch deutsche Klavierkunst fortsetzt“, so hat laut der Pressenotiz die FAZ einmal ausgedrückt. Seit Jahrzehnten ist Kirschnereit, Jahrgang 1962, auf den Bühnen Deutschlands, Europas, Amerikas und Ostasiens präsent. Dabei hat er keine Wunderkindlaufbahn absolviert, im Gegenteil: Er ist, wie er es ausdrückt, „auf den allerletzten Zug für eine Pianistenkarriere aufgesprungen“. Zwischen neun und 14 Jahren lebte er mit seinen Eltern in Namibia fernab der Ausbildungsmöglichkeiten, die es für den Pianistenberuf braucht. 1976 ging er ohne die Eltern nach Deutschland zurück und wurde Jungstudent an der Musikhochschule Detmold. „Es war ein Schock, zu sehen und zu hören, was meine Alterskollegen bereits alles spielen konnten“, erinnert er sich. Kirschnereit setzte alles auf eine Karte und ging ohne Abitur von der Schule ab. Wettbewerbserfolge, etwa beim Concours Géza Anda in Zürich, gaben ihm recht.

Längst gibt er seine Erfahrungen und Überzeugungen als Professor an der Hochschule für Musik und Theater Rostock an die nächste Musikergeneration weiter. Und mit dem handverlesenen Programm seiner „Gezeitenkonzerte“ lockt er seit 2012 ein stetig wachsendes Publikum in die Kirchen, Gutshäuser und Bibliotheken Ostfrieslands.

Programmstart mit einem „leichtfüßigen“ Brahms

Kirschnereit beginnt sein Programm mit Johannes Brahms, und zwar mit einem jugendlichen, „leichtfüßigen“ Brahms: die 16 Walzer op. 39 wurden 1865 veröffentlicht und zählen zu den beliebtesten Werken des Komponisten. Es schließen sich bis zur Pause zwei Werke von Ludwig van Beethoven an. Zunächst spielt Kirschnereit die Polonaise C-Dur op. 89 aus dem Jahr 1814. Der „Wiener Kongress“ versammelte damals die gekrönten Häupter Europas in der Donaustadt. Beethoven widmete sein Werk gezielt der Gattin des russischen Zaren Alexander I. und erhielt dafür von ihr 50 Dukaten. Als zweites Beethoven-Werk folgt die bekannte Sonate op. 13, die sogenannte „Pathétique“. Sie steht in der Tonart c-moll – wie viele weitere „pathetische“ Werke des Komponisten. Im zweiten Teil des Konzertes wendet Matthias Kirschnereit sich dem 20. Jahrhundert zu. Von Claude Debussy spielt er die drei Stücke des 1. Buches der „Images“. Der Bogen spannt sich vom impressionistischen Klanggemälde der „Reflets dans l’eau“ über eine dem Barock-Komponisten Rameau huldigende Sarabande bis zum eher etüdenhaften „Mouvement“. Zum Abschluss des Konzertes erklingt nochmals eine Sonate, die erste Klaviersonate op. 22 des argentinischen Komponisten Alberto Ginastera. In der mit halsbrecherisch schwierigen Passagen gespickten Sonate strebt Ginastera danach, den Geist der argentinischen Volksmusik in zeitgenössischer Tonsprache einzufangen, ohne explizit auf existierende Melodien zurückzugreifen.

Startseite