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Menschenkette für den Frieden

Ein Zeichen gegen den Krieg setzen

Warendorf

31 Menschen bildeten am Sonntag vor dem Rathaus eine Menschenkette, um ein Zeichen für den Frieden und gegen den Krieg zu setzen.

Von Andreas Engbert

31 Teilnehmerinnen und Teilnehmer bildeten vor dem Warendorfer Rathaus eine Menschenkette für den Frieden. Foto: Andreas Engbert

Erst war es nur eine überschaubare Gruppe, die sich am Sonntagnachmittag mit blau-gelben Bändern vor das Warendorfer Rathaus stellte, um eine Menschenkette zu bilden und ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine und für das Miteinander zu setzen. Doch als die Handvoll Menschen sich an die Hände fassten, kamen schnell noch mehr Menschen dazu, sodass es dann 31 Teilnehmer waren, die sich auf dem Warendorfer Marktplatz positionierten.

Eingeladen zu dieser Aktion hatte der Warendorfer Friseur Burhan Sari. „Ich habe Freunde aus der Ukraine. Und ich habe Freunde, die sind Russen, die möchten diesen Krieg nicht und jetzt trotzdem angefeindet“, erläutert der selbständige Friseur mit türkischen Wurzeln seine Idee hinter der Menschenkette. Und, dass ihm wichtig war, aktiv zu sein: „Viel wird geredet, wendig wird getan!“ So will er ein deutliches Zeichen auch gegen das Schubladendenken setzen: „Die Leute sind nicht schuldig“, sagt er mit Blick auf Berichte über LKW-Fahrer oder Kinder, die Beleidigungen ausgesetzt sind.

Unter den Teilnehmern waren verschiedene Nationalitäten vertreten. Eine Dame aus der Ukraine schwenkte die ukrainische Flagge. Begleitet wurde sie von einer russischen Freundin: „Ich bin aus Russland, ich will diesen Krieg nicht, alle meine Freunde wollen diesen Krieg nicht“, stellt sie sich deutlich gegen die Invasion, bevor sie noch deutlicher auf den russischen Präsidenten Putin schimpfte.

Streit und Anfeindungen dürfe es in Deutschland gegenüber Russen oder Ukrainern nicht geben befand ein Teilnehmer, der mit seiner aus der Ukraine stammenden Frau an der Mini-Demo teilnahm. Zwar habe sie aktuell noch Kontakt zu einem Teil ihrer Verwandten in Kiew, zu ihrem Vater in einem kleinen Dorf sei der Kontakt aber vor fünf Tagen abgebrochen.

Auch wenn die Teilnehmerzahl nicht riesig war: durch das Ermöglichen dieser Kontakte und den Austausch persönlicher Erlebnisse ist Burhan Sari sicher mehr gelungen, als bloß ein kleines Zeichen für mehr Miteinander in der Welt zu setzen.

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