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Elsbergplatz erinnert an jüdischen Mitbürger

Ein Zeichen gesetzt

Warendorf

„Wir sollen nicht nur reden, sondern auch Zeichen setzen“, findet Rudolf Berger. „Ein solches Zeichen ist für mich die Benennung eines Platzes nach einem unserer jüdischen Mitbürger, der 1942 im Konzentrationslager Trawniki (40 Kilometer südöstlich von Lublin) ermordet wurde: Eduard Elsberg.“

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Der im Kreuzungsbereich Münsterstraße/Im Ort/Krickmarkt/Freckenhorster Straße existierende Platz wird nach dem Erbauer des ehemaligen Kaufhauses Elsberg (heute Modehaus Ebbers) benannt. Postalisch bleibt alles beim Alten. Foto: Joachim Edler

Der im Kreuzungsbereich Münsterstraße/Im Ort/Krickmarkt/Freckenhorster Straße existierende Platz wird nach dem Erbauer des ehemaligen Kaufhauses Elsberg (heute Ebbers) benannt. Der Schul- und Kulturausschuss stimmte einer Namensgebung – allerdings nur als touristischer Hinweis – zu. Postalisch bleibt alles beim Alten.

Ein Hinweisschild soll am Haus Elsberg angebracht werden, das sowohl die Geschichte des Hauses als auch die seines Erbauers aufgreift. Initiator war Rudolf Berger: „Die antisemitischen Ereignisse in Halle bewegen mich, diesen Antrag zu stellen. Wir sollen nicht nur reden, sondern auch Zeichen setzen. Ein solches Zeichen ist für mich die Benennung eines Platzes nach einem unserer jüdischen Mitbürger, der 1942 im Konzentrationslager Trawniki (40 Kilometer südöstlich von Lublin) ermordet wurde: Eduard Elsberg.“

In Kooperation mit dem Arbeitskreis Jüdisches Leben in Warendorf findet mit der Anbringung der Hinweistafel die Verlegung eines Stolpersteins zur Erinnerung an Eduard Elsberg statt.

Der jüdische Kaufmann wurde am 15. Dezember 1875 in Warendorf geboren. In den Jahren 1925 bis 1927 baute er das Textilhaus an der Ecke Münsterstraße/Freckenhorster Straße. Mit einer Verkaufsfläche von 500 Quadratmetern war es das größte Einzelhandelsunternehmen in der damals 9000 Einwohner zählenden Stadt Warendorf. Eduard Elsberg wurde 1936 durch die Nationalsozialisten gezwungen, sein Geschäft aufzugebene; jedweder Handel untersagt. Eduard Elsberg verpachtete das Kaufhaus an die Firma Potthoff&Scholl und kehrte Warendorf den Rücken. In der Großstadt Berlin wähnte er sich anfangs sicher, wurde aber deportiert und im KZ Trawniki ermordet.

Das Kaufhaus Elsberg blieb immer ein Textilhaus. Es erfuhr mit den Jahren zwar diverse Umgestaltungen und eine behutsame Fassadensanierung durch den heutigen Eigentümer, doch prägt das Gebäudeensemble des Elsberghauses immer noch den Kreuzungsbereich.

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