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Ursula Pinnekamp zieht Bilanz

Eine 34Jahre lange Erfolgsstory

Warendorf

Mitte des Monats wird Ursula Pinnekamp, die 34 Jahre lang die Geschicke des Hauses der Familie gelenkt hat, in den Ruhestand verabschiedet. In einem Pressegespräch erzählt sie eine echte Erfolgsgeschichte.

Von Joke Brocker

Die Programmhefte des Hauses der Familie hat Ursula Pinnekamp in den vergangenen 34 Jahren mitverantwortet. Hier zeigt sie die Hefte der Jahre 1988 und 2021. Das neueste ist in Vorbereitung. Foto: Joke Brocker

Als Ursula Pinnekamp am 1. Oktober 1987, gerade einmal 30 Jahre alt, die Leitung des Hauses der Familie übernahm, war sie die jüngste Leiterin einer Familienbildungsstätte im Bistum Münster und traf auf ein qualitativ gut bestelltes Haus. Nun, 34 Jahre später, geht die Sozialarbeiterin, Sozial- und Gesundheitspädagogin in den Ruhestand und hinterlässt ihrem Nachfolger ein nicht minder gut bestelltes Haus.

Unterrichts- und Teilnehmerzahlen schnellen in die Höhe

Ursula Pinnekamp hatte die Leitung der Einrichtung kaum übernommen, da schnellten die Unterrichts- und Teilnehmerzahlen auch schon rasant in die Höhe. Aus 6000 Unterrichtsstunden, die das Gesamtprogramm im Haus der Familie anfangs umfasste, wurden rasch 11.000. Eine Zahl, die bis heute konstant geblieben ist.

„Es gab ein großes Interesse der Bevölkerung, sich selbst weiterzuentwickeln, sich dem lebenslangen Lernen zu stellen“, erzählt die 64-Jährige. Dieses Interesse schlägt sich in den Teilnehmerzahlen nieder, die all die Jahre bei rund 15.000 lagen.

In der Ära Pinnekamp wurde das Angebot der Eltern-Kind-Kurse ausgebaut, das Raummanagement im Haus geändert und die Arbeit immer professioneller. In ihrem Team seien immer Menschen gewesen, die flexibel und offen waren und diese Wege mit ihr gegangen und manchmal auch „unbequeme Visionen“ mitgetragen hätten, blickt Ursula Pinnekamp dankbar zurück.

Fusion im Jahr 2006

2006, als die finanziellen Ressourcen knapper wurden, erfolgte auf Kreisdekanatsebene die Fusion mit den Familienbildungsstätten in Ahlen, Oelde und Neubeckum und mit dem Kreisbildungswerk Warendorf zum Katholischen Bildungsforum im Kreisdekanat Warendorf. Träger war nicht mehr die Kirchengemeinde St. Marien, sondern ein gemeinnütziger Verein, dessen Vorstand Ursula Pinnekamp vertrauensvoll die Geschäftsführung übertrug. Fortan war sie die Chefin eines riesigen Teams mit 34 Festangestellten und 500 freien Referenten.

Dadurch, dass im Bereich der personellen und finanziellen Ressourcen Synergien entdeckt und nutzbar gemacht wurden, ist der große Bildungsträger, dessen Programm 25.000 Unterrichtsstunden umfasst, die bei jährlich 34.000 Teilnehmern auf große Resonanz stoßen, nach Ansicht seiner Geschäftsführerin heute gut aufgestellt.

Corona war eine der größten Herausforderungen

Bei allen Herausforderungen – eine der größten war wohl die Corona-Pandemie – habe ihr die Arbeit stets viel Freude, ja sogar Spaß bereitet, versichert Pinnekamp. Ihr sei es immer wichtig gewesen zu zeigen, dass Kirche auch in der Bildungsarbeit aktiv ist, bezahlbares lebenslanges Lernen für alle zu ermöglichen und ein niedrigschwelliges, breitgefächertes Angebot zu machen.

Vor allem aber habe sie Menschen Raum für Begegnung und Beziehungspflege geben und dazu ermutigen wollen, Beziehungen und Bindungen einzugehen, Vertrauen aufzubauen und damit eine Basis zu schaffen, die für das gesamte Leben sehr viel wichtiger sei als die Vermittlung kognitiven Wissens.

Im Haus der Familie zu arbeiten, hat die Warendorferin als „richtiges Privileg“ empfunden. Nach wie vor gehe sie „mit ganz viel Freude“ zur Arbeit. So gesehen schwinge natürlich auch ein wenig Wehmut mit, wenn sie den Weg zur Arbeit am 17. September zum letzten Mal antreten wird.

„Aber ich freue mich auf den neuen Lebensabschnitt“, ist Ursula Pinnekamp sicher, dass sie viele neue Dinge erwarten werden, sobald sich diese Tür geschlossen hat.

Ob und in welcher Form sie sich künftig ehrenamtlich engagieren wird – Pinnekamp war lange Jahre Vorsitzende des Hospizvereins – ist noch offen. „Ich bin vielseitig interessiert“, verrät sie und ahnt, dass es ihr vermutlich nicht ganz leicht fallen wird, „mal Gas rauszunehmen.“ Der Anfang scheint immerhin gemacht: Nach ihrer offiziellen Verabschiedung am 16. September will sich Ursula Pinnekamp erst einmal einen ausgedehnten Urlaub gönnen.

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