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Paul Reinker schreibt Kinderbücher

Elternzeit als Motor für Kreativität

Freckenhorst

Der Freckenhorster Paul Reinker nutzte die Elternzeit, um sich einen Wunsch zu erfüllen. Er schrieb ein Kinderbuch, und mittlerweile sind es schon sechs Werke. Seine Kurzgeschichten hat er zudem ins Ukrainische übersetzen lassen.

Von Ulrich Lieber

Der Freckenhorster Paul Reinker hat seine Kurzgeschichten ins Ukrainische übersetzen lassen, unter anderem auch damit die Kinder mit dem zweisprachigen Buch die deutsche Sprache lernen können. Foto: privat

Paul Reinker ist dabei, sein Hobby zum Beruf zu machen. Eigentlich war der Freckenhorster, der jetzt in Berlin lebt, im kaufmännischen Bereich tätig, doch jetzt ist er Vollzeitvater und entwickelt sich zum Kinderbuchautor. „Es ist noch kein richtiger Beruf, aber es ist im Werden“, sagt der 41-Jährige. Nach der Geburt seiner Zwillingstöchter ging er in die Elternzeit und begann zu schreiben.

Kinderbuchautor Paul Reinker

„Ich hab schon immer den Wunsch gehabt, mal ein Buch zu schreiben. Die Zeit habe ich genutzt und daraus ist nun mehr geworden und ich veröffentliche immer mehr“, berichtet Paul Reinker. Im Jahr 2018 erschien sein erstes Buch mit dem Titel „Sommersonnenwende“. Es sei eine zusammenhängende Geschichte. „Mit der Erfahrung, die ich heute habe, sehe ich da noch viel Änderungspotenzial. Darum wird das Buch noch einmal überarbeitet und erscheint dann als Neuauflage“, gibt sich der 41-Jährige selbstkritisch.

Die Konkurrenz auf dem Kinderbuchmarkt ist groß. „Am erfolgreichsten bin ich derzeit mit meinen Kurzgeschichten“, sagt der Autor. Hier hat er „Zwölf kleine Tiergeschichten“ geschrieben, die er letztes Jahr im August veröffentlicht hat. „Mit den Kurzgeschichten scheine ich wirklich einen Nerv zu treffen. Viele Eltern suchen Geschichten zum Vorlesen. Da merke ich, dass das funktioniert, und das macht mir auch Freude. Ich arbeite da gerade an einem zweiten Band.“ Außerdem entstehe parallel auch noch ein Malbuch mit den Tieren aus den Kurzgeschichten.

Kinderbuchautor Paul Reinker

Das Kurzgeschichtenbuch hat Paul Reinker nun ins Ukrainische übersetzen lassen. „Bei mir hier in meiner Pfarrgemeinde in Babelsberg haben wir im Pfarrhaus zwei Wohnungen für Flüchtlinge hergerichtet. Ich habe gedacht, dass es schön wäre, wenn es ukrainische Kinderbücher geben würde“, berichtet Reinker. Seine Suche war aber erfolglos. „Da hatte ich die spontane Idee, meine Kurzgeschichten übersetzen zu lassen.“ Das Buch erfreut sich nun großer Beliebtheit. „Ich will da nichts dran verdienen. Der Erlös wird gespendet, das Projekt steht noch nicht fest.“ Das Buch sei zweisprachig in Deutsch und Ukrainisch erschienen, so dass die Kinder und auch Eltern damit auch Deutsch lernen können. Es soll ein Geschenk sein.

In seinem Erstlingswerk „Sommersonnenwende“ geht es um drei Freunde – zwei Mädchen und ein Junge – die einen Sommer zusammen verbringen und dort ganz viele besondere Dinge und Abenteuer erleben. Im Zentrum steht dabei eine Hütte, die sich die drei im Wald aufbauen und die sie immer wieder aufsuchen. „Es ist eine positive Heile-Welt-Geschichte.“ Es richtet sich an Kinder ab acht Jahren und umfasst 88 Seiten.

Das Buch ist mit Illustrationen aufgelockert, und soll in der zweiten Auflage noch zielgruppengerechter werden. „Meine Bücher erscheinen grundsätzlich im Print-on-Demand-Verfahren“, erklärt Paul Reinker. Das heißt, dass sie auf Bestellung erst gedruckt werden. „Das ist nachhaltig, denn die Bücher werden nicht gedruckt und liegen irgendwo rum.“

Dem ersten folgten schon einige weitere Bücher. Das zweite ist eine Geschichte zu Weihnachten. „Das sind zwei Kuscheltiere – ein Hase und ein Bär und es trägt den Titel ,Der vergessene Wunschzettel‘“, berichtet Reinker. Der Hase und der Bär seien hier auf der Suche nach dem Weihnachtsmann. „Von diesen Protagonisten gibt es noch zwei weitere Bände“, war Paul Reinker fleißig. Es gibt einen Osterband – „Das verlorene Glücksei“ – und ein Sommerbuch – „Das Geheimnis der funkelnden Flasche“. Diese Trilogie soll noch weiter ausgebaut werden, denn Hase und Bär können noch eine Menge entdecken. „Ich verarbeite die Rückmeldungen und versuche, daraus ein einheitliches Format zu bilden. Die beiden sollen noch viel erleben, und Ideen sind reichlich da.“

Paul Reinker zeigt sich absolut vielseitig, denn er hat auch noch ein Bilderbuch herausgebracht, das „Freundschaft ist ein Geschenk – einfach wunderbar“ heißt. Es geht um eine Maus, die auf der Suche nach Anschluss ist und immer wieder abgewiesen wird, weil sie anders ist als die anderen. Zum Ende ist es aber so, dass die Tiere, die die Maus abgewiesen hatten, in ein Unwetter geraten, und die Maus nimmt alle auf. Daraus entsteht dann eine Freundschaft, die zeigt, dass auch über Grenzen hinaus eine Freundschaft entstehen kann. „Ich illustriere die Sachen alle selbst“, hat Paul Reinker viele Talente.

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