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Gaby Schulte geht in den Ruhestand

Endlich Zeit für die Enkelkinder

Warendorf

Gaby Schulte hat heute ihren letzten Arbeitstag als Leiterin der Kita Kunterbunt. Sie wird in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Von Rebecca Lekund

Gaby Schulte geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge in den wohlverdienten Ruhestand.

Gaby Schulte hat es geschafft. Heute hat sie ihren letzten Tag als Leiterin der Kita Kunterbunt in Warendorf – mit 65 geht sie verdient in Rente. Ein lachendes und ein weinendes Auge sind in ihrem Gesicht klar zu erkennen. Auch wenn sie sich auf die Ruhe und auf die Zeit für sich freut, wird sie die Arbeit vermissen. „Wir hatten immer unglaublich viel Spaß zusammen, und das Team ist super. Die gemeinsame Arbeit werde ich am meisten vermissen“, gesteht Schulte.

Gaby Schulte

Mittlerweile verzeichnet sie fast 33 Jahre in die Kita Kunterbunt und war damit bereits zur Eröffnung 1988 mit an Bord. Eine Ganztagskita gab es bis dahin nicht in Warendorf. „Wir mussten für den Kindergarten wirklich kämpfen. Lange Öffnungszeiten und Kinder unter drei? Das war verrufen“, erklärt die 65-Jährige. Viele Alleinerziehende und voll Berufstätige waren auf das Angebot aber bereits damals angewiesen. Damals kamen 15 Kinder in der Betreuung und 20 Kinder in den sogenannten Hort (Betreuung für Schulkinder nach der Schule und während den Ferien). Seitdem entwickelte sich die Elterninitiative immer weiter.

Mittlerweile gibt es einen zweiten Standort in Freckenhorst, und der Kindergarten fasst insgesamt 110 Kinder. „Es war immer viel Bewegung. Nicht zuletzt durch das Engagement der Eltern konnten wir uns immer mehr vergrößern“, beschreibt Schulte die letzten Jahre. Während sie anfangs noch voll in die Arbeit mit den Kindern involviert war, wurde dieser Bereich für sie immer kleiner. Durch das Wachstum kamen mehr Verwaltungsaufgaben, die alle bei ihr gebündelt wurden. „Die Arbeit mit den Kindern ist selten geworden, wodurch ich leider nicht mehr die enge Bindung zu ihnen habe wie damals. Gleichzeitig ist dadurch der Abschied leichter, auch wenn er mir natürlich schwer fällt“, erklärt die Kita-Leiterin. Meistens kommt sie nur dann zur Gruppenarbeit, wenn Krankheits- oder Urlaubsfälle da sind. „Leider bin ich dann mit dem Kopf immer noch in der Verwaltung, weil ständig das Telefon klingelt“, gesteht Schulte. Was ihr in ihren eigenen vier Wänden jedoch besonders fehlen wird, ist der Trubel des Tages. Ständig Kinder um sich zu haben, die Geräuschkulisse und die Gespräche mit den Eltern.

Jutta Horstmann

Ihre Aufgaben werden zukünftig auf drei Köpfe aufgeteilt. Aufgrund der Größe hat sich die Elterninitiative dazu entschieden, eine Verwaltungsleitung einzusetzen und für jeden Standort eine pädagogische Leitung für jeden Standort. In Warendorf wird diese Aufgabe von Lisa Haverkamp wahrgenommen, in Freckenhorst übernimmt die Leitung Irina Elbarbary. Die Verwaltungsleitung wird Jutta Horstmann inne haben. „Wir haben auf jeden Fall Abschiedsschmerz. Wir sind auf allen Ebenen miteinander verbunden, und es wird schwer, ohne sie weiterzumachen“, meint Horstmann, die ebenfalls von Anfang an in der Kita Kunterbunt arbeitet.

Ihr letztes Jahr hat sich Gaby Schulte allerdings anders vorgestellt. Auf jede Aktion hatte sie sich gefreut, denn es wäre alles wie ein Abschied gewesen. Corona-bedingt fielen jedoch alle ins Wasser. Auch eine Verabschiedung, wie man sie sonst kennen würde, kann durch die Auflagen nicht stattfinden. In kleinem Rahmen, mit Vertretern der Stadt und vom Vorstand wird es eine kleine Abschiedsfeier geben.

Die ersten Wochen möchte Schulte dann erstmals die Sonne genießen. „Es fühlt sich an wie ab in den Urlaub. Ich habe fünf Enkelkinder und dann auch endlich mehr Zeit für sie“, freut sich die 65-Jährige.

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