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Ursula Pinnekamp nimmt Abschied

„Es war sehr viel mehr schön als anstrengend“

Warendorf

Für die, mit denen sie im katholischen Bildungsforum zusammenarbeitete, war sie meist einfach „Ulla“. Jetzt hat sich Ursula Pinnekamp verabschiedet.

Von Jörg Pastoor

Stehende Ovationen für eine überzeugte Frau der Bildung: Ursula Pinnekamp erhält den Beifall der Gäste, die in die Aula der Bischöflichen Realschule gekommen waren. Mit sehr persönlichen Worten wandte sich Vize-Bürgermeisterin Doris Kaiser (r.) an Ursula Pinnekamp. Foto: Jörg Pastoor

Um 18.04 Uhr hat Ursula Pinnekamp am Donnerstagabend ihre letzte offizielle Ansprache als Leiterin des Hauses der Familie beendet. Die künftige ehemalige Geschäftsführerin des katholischen Bildungsforums im Kreisdekanat geht in Rente. Aber nicht ohne persönliche Bezeugungen von Respekt und Anerkennung für 34 Jahre in und für Bildungsarbeit.

Kreisdechant Peter Lenfers war der Erste, der an dem von Pinnekamp-Kollege Dieter van Stephaudt (Leiter Familienbildungsstätte Oelde) moderierten Abend in der Aula der Bischöflichen Realschule vor teils langjährigen Weggefährten zur „lieben Ulla“ Pinnekamp sprach. Ihr sei es immer darum gegangen, den Menschen Räume zu öffnen in dem Wissen, dass in jedem Menschen Begabungen, Charismen und Gaben stecken. Als sie sich vor zwölf Jahren „gemeinsam auf den Patt gemacht“ haben, sei schnell über die Arbeitsebene hinaus Vertrauen zueinander entstanden – was ihn betrifft die „intensivste Zusammenarbeit außerhalb der Gemeinde“.

Kreisdechant Peter Lenfers

Lenfers wünschte der scheidenden Chefin auf ihrem weiteren Weg Gottes Segen – und dem Team wie Nachfolger Benedikt Patzelt Erfolg.

Wie Lenfers sparte auch „Ulla“ Pinnekamp nicht mit Kritik am Generalvikariat. „Manchmal würde ich mir wünschen, dass ein Verein (das Forum, Anm. d. Red.) auch frei sein darf in seinem Wirken – nicht nur mit seinen Rechten und Pflichten.“

Ihre Zeit am Haus der Familie sei anspruchsvoll gewesen und ja: Sie wisse, dass auch sie manchmal viel gefordert habe. Qualität in der Bildungsarbeit sie ihr aber immer wichtig gewesen. Außer am „eigenen“ Haus („Ich bau‘ auch ganz gerne...“) sei in Sachen Erweiterung und Erneuerung auch bei den anderen Einrichtungen zu tun gewesen. Ihr Fazit im Rückblick: „Es war spannend, bereichernd und auch anstrengend – aber sehr, sehr viel mehr schön als anstrengend“. Sehr zufrieden, auch „ein bisschen stolz“ verlasse sie nun „mein Haus der Familie“. Das werde sie sicher vermissen, es werde ihr weh tun. Aber sie „drohte“ augenzwinkernd Freunden wie Familie: „Ich habe nun bald Zeit!“

Das muss Ursula Pinnekamp als Rentnerin erst lernen

Diese Hoffnung nahm ihr gleich nach einem mit Gedichten und Musik von Holger Blüder, dem Leiter der Schule für Musik im Kreis, gestalteten Zwischenstück Doris Kaiser. Die stellvertretende Bürgermeisterin sprach über die eigene Teilhabe an Pinnekampscher Bildungsarbeit zu der Zeit, als sie mit drei Kindern selbst zu Kursen am Haus der Familie gegangen sei. „Das war eine gute Zeit.“ Aus Sicht Warendorfs könne sie sagen: „Sie haben auch für die Stadt einen riesengroßen Beitrag geleistet.“ Das gelte ebenso für das Josephs-Hospital, an dem Pinnekamp vorher gearbeitet hatte. Im Namen des Kuratoriums und der VHS habe sie ebenfalls zu danken.

Ursula Klauß tat das für die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter von Bildungsforum und Haus der Familie. Und gab Ulla Pinnekamp einen Teil ihres Vermächtnisses nach Jahrzehnten klar: „Sie haben uns mit Ihrem Anspruch geprägt!“ Nach einem weiteren Programmblock mit Holger Blüder war dann Zeit für Erinnerung. Und Abschied.

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