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CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet vor 1000 Besuchern auf dem Markt

Euphorieschub für die Parteibasis

Warendorf.

Begeisterten Applaus spendeten Armin Laschets Fans Samstagmittag auf Warendorfs Marktplatz. Über aufs Pflaster gesprühte „Armin lass et“-Sprüche konnte der Kanzlerkandidat schmunzeln.

Von Jörg Pastoor

Armin Laschet beim Bad in der Menge auf dem Marktplatz. Links von ihm Bundestagskandidat Henning Rehbaum und CDU-Stadtverbandsvorsitzende Marija Marija Ruzhitskaja, hinter Laschet Landrat Dr.Olaf Gericke Laschet in Fahrt. Er sprach eine gute halbe Stunde lang. CDU-Stadtverbandsvorsitzende Marija Ruzhitskaja (l.) mit Bundestagskandidat Henning Rehbaum.Armin ließ es aber nicht. Relativ pünktlich kam er vom Flughafen Paderborn/Lippstadt aus an. Foto: Jörg Pastoor

Armin Laschets Besuch warf sozusagen seine Schatten zu einer Zeit voraus, als es noch keine gab: Polizeibeamte stellten nachts eine Gruppe von Jungsozialisten beim Aufsprühen von „Armin lass et“- und Juso-Emblemen in der Innenstadt und auf dem Marktplatz. Strafrechtlich relevant sei dies nicht, stellte die Stadtverwaltung noch am Samstagmorgen fest – es sei über das Recht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. Und weil es sich um Sprühkreide handelte, gab es auch keine Sachbeschädigung. Entfernen ließen sich die weißen Botschaften allerdings bis zum Mittag nicht.

Das störte die CDU-Mannschaft eher wenig. Bevor der NRW-Ministerpräsident und Kanzlerkandidat zur Unterstützung von Kandidat Henning Rehbaum aus seinem Dienstwagen stieg und Bürgermeister Peter Hostmann begrüßte, hatte Marija Ruzhtitskaja das Amt der Aufwärmerin. Die erst vor vier Wochen gewählte CDU-Stadtverbandsvorsitzende interviewte zusammen mit Parteifreundin Katrin Schulze Zurmussen, der stellvertretenden JU-Kreisvorsitzenden, die regionalen Spitzenkandidaten auf der Marktplatzbühne.

CDU-Stadtverbandsvorsitzende Marija Ruzhitskaja

Bei strahlendem Sonnenschein waren anfangs einige Hundert Gäste auf den Markt gekommen – vor allem Parteifreunde. Darunter ganz weit vorne neben Regierungspräsidentin Dorothee Feller Landrat Dr. Olaf Gericke, dessen Vorgänger Dr. Wolfgang Kirsch und Ex-MdB und Regierungspräsident Dr. Peter Paziorek, Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (Laschet: „Das soziale Gesicht der CDU!“) und der nicht wieder kandidierende Reinhold Sendker, zudem Ex-Stadtverbandsvorsitzende Ursula Kindler und der frühere Fraktionschef Ralph Perlewitz.

Die von der Polizei mittags offiziell auf rund 1000 geschätzten Besucher waren nicht nur Fans (die CDU hatte Gratis-Shuttle-Busse nach Warendorf eingesetzt): Fahnen der Jusos bewegten sich ebenso wie welche der Linken – aus dieser Ecke kamen im Laufe der Laschet-Rede (s. Hauptteil) auch gelegentliche „Buh!“-Rufe. Zahlreiche JU-Mitglieder konterten aber immer wieder mit deutlich lauterem „Armin, Armin!“

Vereinzelte Buh-Rufe

Armin Laschet selbst ging in seiner Rede auch auf vereinzelte Zwischenrufe ein, als er den Wahlkampfstil in den bisherigen Kanzlerkandidaten-Runden ansprach: Es gebe auch einen Tag nach dem Wahltag. „Wir machen keinen persönlichen Wahlkampf.“ Er selbst habe erfahren, wie man aus den Sozialen Medien angegangen werde. Höhnische „Ooooh“-Rufe quittierte er mit einem gelassenen „Ja, auch von Euch!“

Für gut 30 Minuten Wahlkampf erntete der „liebe Armin“ (Henning Rehbaum) minutenlangen Applaus vor allem von der euphorisierten Parteibasis, übergab ihm Marija Ruzhitskaja Kulinarisches aus Warendorf und Henning Rehbaum ein Hufeisen aus der Reiterregion Kreis Warendorf. Damit war die Stippvisite des Kanzlerkandidaten fast vorüber. Laschet nahm sich noch Zeit für ein paar Gespräche mit Bürgern, bevor er sich der Presse zuwandte.

Polizei zählt rund 1000 Besucher

Außer den nächtlichen Sprühereien und wegen der „Räumpflicht“ auf dem Markt verstimmten Gastronomen gab es laut Polizei keine Probleme. Aus Sicht der neuen Stadtverbandsvorsitzenden hätte der Besuch des Spitzenpolitikers nicht besser über die Bühne gehen können. „Natürlich hatten wir etwas Angst, dass die Leute weg bleiben, weil der Markt geräumt werden musste. Aber viele haben auch Verständnis gezeigt.“ Nach der verlorenen Kommunalwahl sei das „Honig auf die Seele eins Lokalpolitikers“ gewesen.

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