1. www.wn.de
  2. >
  3. Muensterland
  4. >
  5. Warendorf
  6. >
  7. „Fühle mich im Stich gelassen“

  8. >

Pflegedienst lässt gehandicapte Kundin hängen

„Fühle mich im Stich gelassen“

Warendorf

Bei einem schweren Sturz in der kopfsteingepflasterten Krückemühle hat sich Theaterpädagogin Beate Trautner beide Hände gebrochen. Für Wochen wird sie auf fremde Hilfe angewiesen sein. Doch ein Pflegedienst aus Beelen ließ die alleinstehende Frau hängen.

Joke Brocker

Frakturen an beiden Händen zog sich Beate Trautner bei einem Sturz in der kopfsteingepflasterten Krückemühle zu. Foto: Joke Brocker

Als sie sich am Morgen des 12. April mit einem „Bis gleich“ von ihren Katzen verabschiedete, um ihr Auto in die Werkstatt zu bringen, konnte Beate Trautner nicht ahnen, dass dieses „Bis gleich“ vier Tage dauern würde. Um die Wartezeit auf ihr Auto zu überbrücken, war die 55-Jährige durch die Innenstadt gebummelt, als ein Sturz den Spaziergang jäh beendete. Auf der kopfsteingepflasterten Krückemühle – zwischen Münsterstraße und Fleischhauerstraße. Mit dem rechten Sneaker sei sie wohl an einem der Pflastersteine hängen geblieben und ins Straucheln geraten, berichtet Trautner. Sie habe mit den Armen gerudert, um das Gleichgewicht zu halten, sei dann aber doch gestürzt: „Ich habe nur zwei Frauen schreien hören, die mir dann aufhalfen und die gesehen hatten, dass meine Tasche einen Meter weit geflogen war.“ Die Passantinnen sorgten umgehend dafür, dass die Theaterpädagogin per Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht wurde. Sie habe bei der Aufnahme nur „Kopfsteinpflaster Warendorf“ sagen müssen, da habe das Personal im Krankenhaus schon wissend genickt und bemerkt, dass das Pflaster der Stadt dem Hospital regelmäßig Patienten beschere.

Jetzt Angebot wählen und direkt weiterlesen!