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Zweiter Platz deutschlandweit beim German Wine List Award

Fünf Sterne für den „Engel“

Warendorf

„Wir sind echt stolz darauf, es auf diese Liste geschafft zu haben“, freut sich Leve über die Anerkennung. „Für ein kleines Haus in dem lokalen Nest Warendorf ist das eine fantastastische Auszeichnung.“ Für das Hotel Im Engel gab es jetzt vom Vinum Magazin fünf Sterne für die Kategorie „gutbürgerliche Küche und beeindruckende Weine“, das bedeutet, deutschlandweit liegt der Engel in Warendorf damit auf dem zweiten Platz.

Von Christopher Irmler

Das Foto zeigt Gerhard und Ute Leve mit der Auszeichnung zum zweiten Platz beim German Wine List Award. Foto: Christopher Irmler

Gute und erlesene Weine liegen Gerhard Leve am Herzen. Fast 1000 Positionen aus vierzehn Ländern listet der Inhaber des Hotels „Im Engel“ auf. Diese Expertise des bereits in zehnter Generation geführten Fachbetriebs, der in diesem Jahr auf eine 330-jährige Familiengeschichte zurückblickt, honorierte nun auch das Magazin Vinum. Das „Magazin für Weinkultur“ verlieh zum fünften Mal den German Wine List Award. Hierfür müssen die Teilnehmer aus der Hotelerie und Gastronomie ihre hauseigene Weinkarte einsenden - was Leve im März neben rund 90 weiteren Anwärtern tat. In der Kategorie „Gutbürgerliche Küche“ würdigte das Magazin Leves „beeindruckende Weinkarte, darunter etliche Spitzenweine“ und zeichnete den „Engel“ mit fünf Sternen und dem zweiten Platz - deutschlandweit - aus.

„Beeindruckende Weinkarte mit echten Spitzenweinen“

„Wir sind echt stolz darauf, es auf diese Liste geschafft zu haben“, freut sich Leve nun über die Anerkennung. „Für ein kleines Haus in dem lokalen Nest Warendorf ist das eine fantastastische Auszeichnung.“ Die übrigen 23 prämierten Häuser sind eher in Metropolen wie Dortmund oder Stuttgart zu finden. „Das beweist auch, dass man für gute Weine gar nicht so weit reisen muss.“ Über gute Tropfen soll bald wieder im Rahmen eines offenen Weinclub-Stammtisches gefachsimpelt werden. Christian Leve bereiste das Weinanbaugebiet Elsass und wird am 28. Oktober ab 19.30 Uhr in Zusammenarbeit mit dem „Engel“ zwölf Weine und ein dreigängiges Elsässer-Menu präsentieren. Das Angebot kostet 55 Euro pro Person und erfordert eine vorherige Anmeldung. Einen Freund des Hauses und Weinkenner erwartet Gerhard Leve am 4. November (Freitag). Dann gastiert ab 19.30 Uhr Bernd Stelter im „Engel“. Neben „Stelters und Leves Weinnotizen“ wird Stelter kurz vor der „fünften Jahreszeit“ auch aus dieser Rubrik für Unterhaltung sorgen, ehe im Verlauf Lebensweisheiten aus Stelters neuem Buch im Fokus stehen. Die Teilnahme am „Abend mit viel Spaß im Glas und leckerer Kulinarik“, so die Ankündigung des Veranstalters, kostet 99 Euro pro Person. „Er kommt immer wieder gerne in die Region zurück“, freut sich Leve über den bereits fünften Auftritt des 62-Jährigen in Warendorf.

Bernd Stelter wird am 4. November wieder im Engel sein und für beste Unterhaltung sorgen. Foto: Foto: Marion Bulla

Sorgenfalten treiben Leve hingegen aktuelle Entwicklungen in der Gastronomie auf die Stirn. So berichtet der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) von einer dramatisch verschlechterten Lage, laut einer Umfrage befürchten 29,6 Prozent der befragten Betriebe, im Jahr 2022 in die Verlustzone zu geraten, für 2023 geben dies 53,5 Prozent an. 66,1 Prozent der Betriebe fürchten insbesondere aufgrund der hohen Energiepreise um ihre Existenz. Neben steigenden Kosten erschwere die Corona-Pandemie eine eigentlich nötige langfristige Planung, so Leve. Er registriert eine große Zurückhaltung bei Weihnachtsfeiern und Großveranstaltungen. Da wäre einmal die Frage der Planungssicherheit, wer wisse schon heute, welche Verordnung im Dezember gelte? Und da wären die Betriebe selbst, die kalkulieren müssten, ob eine Betriebsfeier überhaupt finanziell drin sei. „Wir brauchen für die Auslastung volle Säle“, macht Leve klar. Er rechnet weiter vor: um acht bis zehn Prozent teurere Lebensmittel, eine Inflation von zehn Prozent, gestiegene Löhne und explodierende Energiepreise. Die Weitergabe der gestiegenen Kosten stoße an Grenzen, wie Leve mit einem Beispiel veranschaulicht. Wenn er für eine Tasse Kaffee in Zukunft fünf statt drei Euro verlange, müsse er sich schon die Frage stellen, wer eine solche Preiserhöhung noch mitmachen wolle oder sich leisten könne. Einsparpotenziale stießen in seinem Haus an Grenzen. „Wir können ja schlecht unseren Gästen die Heizung runter drehen und kaltes Wasser anbieten.“ Generell, so beobachtet Leve, brauche die Branche Hilfe. „Alle fuhren nach Corona im Frühjahr und Sommer wieder hoch, jetzt kommen wir nach dem Corona-Chaos in das nächste Chaos.“ Die Politik müsse daher für Planungssicherheit schnell und entschlossen handeln. „Unsere Branche wird gebraucht. Die Leute gehen gerne aus, wollen auch mal bedient werden.“

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