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Lifestyle-Messe mit waschechtem Aprilwetter

Garten & Ambiente & Nachtfrost 

Warendorf

Freitag weißer Kaltstart, Samstag schwach besucht, dafür Sonntag alles, wie es sein sollte: So war es bei der „Garten&Ambiente“ im Landgestüt.

Von Jörg Pastoor

Auch bei gut vier Grad über Null – immerhin über Null – zaubert Sonnenschein gleich einEthanolflamme in Sandstein. Hat auch was.Goldige Ausblicke? Alles eine Frage der Sichtweise.Aus einem Stück. Gut gesägt ist halb gelagert.Für die vier geht es immer nur aufwärts.Kleine Kostproben gab es immer wieder einmal – ob draußen Speck aus Tirol oder Käse oder hier in der Stallgasse einen der vielen Essige. Am zweiten Tag der Messe war mehr los als am verschneiten Freitag. Foto: Jörg Pastoor

Prädikat Freitag: verschneit. Samstag brachte der zweiten „Garten & Ambiente Lebensart“ dann leichten Nachtfrost, aber tagsüber schneelose vier Grad. Der Sonntag schaffte ein paar Grad mehr – und auch mal wieder ein Lächeln auf das eine oder andere Gesicht der anfangs kalt erwischten 123 Beschicker. Insgesamt? „Heute ist es so, wie es sein muss: Die Leute genießen, alle Stühle sind besetzt. Toll“, sagt Veranstalterin Katharina Meilenbrock. Wetter ist eben immer, und die Menschen kamen ja dann doch noch aufs Gelände. Und – wichtig fürs Geschäft – sie kauften auch.

„Gestern waren wir eingeschneit, jetzt sind wenigstens Leute da. Nur kauft keiner“, resümiert Konni Franzlübben aus Delbrück an seinem Stand mit Handgedrechseltem. „Wir hoffen jetzt auf morgen. Wenn‘s da acht, neun, zehn Grad wird, dann geht‘s schon.“

Beschicker Konni Franzlübben aus Delbrück

Menschenleer ist es auf dem Gestütsgelände nicht, als er das dem WN-Mitarbeiter erzählt. Nebenan lassen sich einige Besucher einen Schluck Weißwein schmecken, etwas weiter vorne gibt es heißen Kaffee, Probeliegen auf neuen Matratzen, ein einmal um die Ecke, in der Stallgasse, alles Erdenkliche für die gute Stube, die Terrasse. Oder das Blumenbeet. Wie wäre es mit einer Sauciere mit Erdspieß? Hat ein bisschen etwas von Alice im Wunderland. Oder Mottoservietten mit Aufdruck: „Zwei Dinge, von denen man nie genug haben kann: Liebe und Kuchen“.

Kartoffeln und ein Stück Fleisch vom Außenkaminofen mit schwenkbarer Pfanne gingen auch, wie ein Aussteller ein paar Meter weiter beweist – unmittelbar hinterm dampfenden Whirlpool. Dorothea Wenzels individuelle Hutkreationen und die Reitvorführungen des Landgestüts sorgten für kreative und pferdesportliche Hingucker.

Veranstalterin Katharina Meilenbrock

Auf dem Rondell machten die Freitagmorgen noch schnell verteilten Holzhackschnitzel ihren Job, sorgten für matschsandfreies Schuhprofil. Und zehn Schlenderschritte weiter ließ Anja Niemuth ein Lächeln über ihr Gesicht huschen. Das haben ihr auch die niedrigen Temperaturen nicht ausgetrieben. „Abgerechnet wird am Sonntag“, sagte die Frau mit den Krabbelschühchen und Accessoires aus Leder und Filz aus ihrer Manufaktur in Mülheim an der Ruhr, „ich bin da nicht missgestimmt. Ich setze auf Sonntag.“

Vorbei an Kräutern, Edlem aus Glas und Tierfiguren aus Cortenstahl schwenkte der Besucher hinters Verwaltungsgebäude auf die inzwischen weitestgehend schneefreie Wiese, vorbei an vieleckigen Regenschirmen, Sonnenbrillen zum Drübertragen, Sandsteinfeuern und Hunderten Hüten, Bildern oder auch stacheligen Keramikreiben – es gab wieder viel zu sehen und zu kaufen. Wenn nur das Wetter mitgespielt hätte.

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