1. www.wn.de
  2. >
  3. Münsterland
  4. >
  5. Warendorf
  6. >
  7. Gedenkbäume gezielt zerstört

  8. >

Angehörige sind tief betroffen

Gedenkbäume gezielt zerstört

Freckenhorst

Die Angehörigen sind entsetzt über die seit Monaten stattfindende Zerstörung von drei Gedenkbäumen im Klostergarten. Niemand weiß, warum der oder die Täter sich an den Bäumen vergreifen.

Von Ulrich Lieber

Dieser Baum wurde zum Andenken an Frank Wiedeler gepflanzt und weist zahlreiche Beschädigungen (kl. Foto) auf. Doris Braun, Dorothee Wiedeler, POK Constanze Schneider, Josef Bäumer, Petra Porz, Doris Kaiser, Robert und Detlef Bäumer sowie Wilma Richter (v.l.) beim Ortstermin. Foto: Ulrich Lieber

Das Unverständnis über die Zerstörung der Gedenkbäume im Klostergarten ist groß. Immer wieder werden drei Bäume, die als Andenken an drei verdiente Freckenhorster Bürger gepflanzt worden sind, von Unbekannten vermutlich mit einem scharfen Messer beschädigt. „Es muss etwas passieren“, ärgert sich Wilma Richter, Vorsitzende des Heimatvereins.

Am Donnerstag war bereits der vierte Baum für Fritz Hein gepflanzt worden. Er hat sich früher um die Pflege der Bäume im Apfelgarten gekümmert, und ihm zu Ehren war der erste Gedenkbaum gepflanzt worden. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde der Baum erneut zerstört.

Josef Bäumer

Der Baum von Rainer Kieskemper, ein seltener Halbstamm der Sorte „Jakob Fischer“, ist ebenfalls nicht mehr zu retten, denn der oder die Täter haben am Stamm die Rinde entfernt. „Dann bekommt die Krone keinen Saft mehr“, erklärt Josef Bäumer, der viele Jahre gemeinsam mit Fritz Hein die Bäume gepflegt hat. Offensichtlich habe der Täter genügend Fachwissen, um die Bäume bewusst zu zerstören. Der dritte beschädigte Baum wurde für Frank Wiedeler gepflanzt, der abends mit seinen Kindern im einen Apfel schälte. Auch hier sind Äste angeschnitten und abgebrochen. Für Dorothee Wiedeler ist das überhaupt nicht nachzuvollziehen.

„Wir verstehen nicht, warum das jemand tut“, zuckt Josef Bäumer mit den Schultern. Anfangs hielten es die Betroffenen noch für Vandalismus, aber mittlerweile vermutet auch die Polizei andere Hintergründe. „Es spricht einiges dafür, dass es sich hier um gezielte Angriffe handelt“, sagt Polizeioberkommissarin Constanze Schneider. Sie untersucht den Fall und nimmt ihn nicht auf die leichte Schulter. „Es geht hier nicht nur um einen kleinen Sachschaden“, versichert sie, denn die Angehörigen seien durch diese Taten tief betroffen und die Situation unerträglich. Es sei so ähnlich wie eine Schändung auf dem Friedhof.

Doris Braun

Angefangen hatten die Beschädigungen Ende letzten Jahres, und der erste betroffene Baum war der von Rainer Kieskemper. „Die Bäume sind für drei besondere Menschen aus Freckenhorst gepflanzt worden. Außerdem wollten wir die Vielfalt im Garten mit Sorten erhöhen, die es hier noch nicht gibt“, erklärt Doris Braun, die zum Kreis gehört, der den Baum für Rainer Kieskemper gepflanzt hat.

„Vielleicht geht es um die Gedenkkultur und nicht um die Personen“, überlegt die stellvertretende Bürgermeister Doris Kaiser. Es könne sein, dass es jemanden gebe, dem diese Art des Andenkens nicht passe. Alle Betroffenen würden gerne wissen, was die Hintergründe für diese Taten sind. „Wir sind gerne zum Gespräch bereit. Der oder die Täter können auch anonym bleiben“, bietet Wilma Richter an, sich mit dem Täter zu unterhalten.

Der Apfelgarten am Seniorenheim „Kloster zum Heiligen Kreuz“ bleibt jedenfalls weiter öffentlich zugänglich. „Wir wollen hier einen Ort der Begegnung“, sagt Leiterin Petra Porz. Darum sei nicht geplant, das Gelände abzuschotten. „Die Bäume werden immer wieder nachgepflanzt. Bis der Täter auf frischer Tat ertappt wird“, weist Detlef Bäumer darauf hin, dass ein Aufgeben nicht in Frage kommt.

Startseite
ANZEIGE