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Initiative des Bürgerforums in Sachen Emsinsel

Ginge nicht auch Bauen im Bestand?

Warendorf

Warum nicht statt Abriss und Neubau von vornherein Teile von Brinkhaus auf ihre Nutzbarkeit prüfen? Ein Vorstoß des Bürgerforums.

-jp-

Eine der alten Sheddachhallen von Brinkhaus. Wäre die Nutzung verwertbarer Gebäudeteile ein Weg – statt Abriss und Neubau? Foto: Jörg Pastoor

Das Bürgerforum bringt eine neue Facette in die Folgenutzung der Emsinsel ein: Bauen im Bestand statt Abriss und Neubau. Dazu gab es jetzt ein Gespräch mit Bürgermeister Peter Horstmann und Laurenz Sandmann, den Vorsitzenden der „Altstadtfreunde“.

Ziel des Treffens sei es gewesen, so das Forum, dem Bürgermeister eine grundsätzliche Neuperspektive vorzustellen. An den Beispielen Lippstadt, Medebach und Dortmund habe Laurenz Sandmann beschrieben, wie „eine diametral neu gedachte Herangehensweise“ städtebauliche Projekte auf grundsätzlich neue Füße stellen könnte.

Aus der Mitteilung des Bürgerforums

Statt wie sonst üblich in der Vergangenheit als Erstmaßnahme durch Abbruch bestehender Gebäude freie leere Flächen zu schaffen, um diese dann meist privaten Interessenten zur Vermarktung zu offerieren, könne „sich jegliche Überplanung heute zunächst primär dem Bestand vorhandener Gebäude widmen“.

Fachgutachterlich sollte deshalb der Gebäudebestand rein bauphysikalisch (ohne Denkmalbezug) auch Wertigkeit und Nutzbarkeit geprüft, dokumentiert und kartiert werden. Danach suche man dann Akteure, die zu den bestehenden Gebäuden passen und nicht Akteure, die sich passende Gebäude bauen.

Das schone das gewachsene Gesicht einer Stadt, die Umwelt wegen reduzierter Bautätigkeit und die „ja längst verknappten Rohstoffe unserer Erde“. Dass diese Vorgehensweise rentierliche Unternehmungen nicht nur nicht behindern muss, sondern durchaus kreative Anschubhilfe leisten kann, wurde ausführlich erörtert, auch anhand der Erfahrungen in Lippstadt.

Möglichkeit zu „kreativer Anschubhilfe“?

Zu solchem Vorgehen passende konkrete Anfragen lägen in Warendorf ja bereits vor. Man zeigte sich optimistisch, durch dieses „defensivere Konzept“ die in Warendorf bisweilen unvereinbar scheinenden Positionen von „Mehr Grün“ und der sogenannten Warendorfer Position miteinander zu versöhnen.

Es wurde die Anregung formuliert, der Ausschreibung eines städtebaulichen Wettbewerbs ein solches Gebäudegutachten vorzuschalten, um es dann als Planungsprämisse zugrunde zu legen.

Auch ein Kontakt zur „Fachhochschule für Architektur“ in Münster regten die Vertreter des Bürgerforums an: Im Jahr 2021 sei hier der deutschlandweit erste Lehrstuhl für „Bauen im Bestand“ eingerichtet worden.

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