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Heimatverein und Arbeitskreis begrüßen neue Warendorfer Position zur Brinkhaus-Brache

Großer Schritt könnte größer sein

Warendorf

Joachim Edler

„Es ist ein großer Schritt vorwärts, aber er könnte noch größer sein“, kommentiert Mechtild Wolff, Vorsitzende des Warendorfer Heimatvereins, den Vorschlag des Bürgermeisters zur Fortschreibung der „Warendorfer Position“ zur Brinkhaus-Brache: mehr Grün, weniger Wohnbebauung, viel Platz für öffentliche Nutzung.

Positiv aufgenommen hat auch der Arbeitskreis Emsinsel, der seit Jahren gegen eine massive Wohnbebauung auf der Emsinsel schießt, die Kurswende. Alfred Kiel, Sprecher des Arbeitskreises: „Mit einer Wohnbebauung zwischen Stichstraße und Ems können wir leben, nicht aber mit dem Wohnriegel nördlich davon.“

Und Kiel erinnert noch einmal an die Ergebnisse der Bürgerumfrage zur Entwicklung der Industriebrache. Danach hätten nur 617 der 2760 Befragten (Rückmeldungen online und per Postkarte) eine Wohnbebauung auf der Emsinsel begrüßt. Alfred Kiel: „Wir sind kompromissbereit, was überhaupt eine Bebauung auf der Emsinsel angeht, wehren uns aber vehement gegen eine nördliche Wohnbebauung zur Grünfläche hin.“

Der Arbeitskreis räumt in diesem Zusammenhang noch einmal mit einem Vorurteil auf: „Wir wollen keine grüne Emsinsel, was uns immer wieder fälschlicherweise unterstellt wird. Wir haben zwar den Nabu und den Bund hinter uns, aber das ist nicht unser Programm. Wir begrüßen sowohl Gastronomie, Hotel, Jugendherberge, Tourismus, Stadtplatz und kulturelle Einrichtungen wie Museen.“

Der Arbeitskreis werde kein Verhinderer einer Bewerbung der Stadt zur Landesgartenschau 2026 sein, versichert Kiel. Ganz im Gegenteil. „Das große Pfund, das die Stadt hat, um die Landesgartenschau nach Warendorf zu holen, ist das NRW-Landgestüt, das im selben Jahr 200 Jahre alt wird.“

Bürgermeister Peter Horstmann, der bereits mit dem Bewerbungswunsch beim Umweltministerium in Düsseldorf vorgefühlt hatte, sprach bei der Pressekonferenz am Dienstag dann auch vom Landgestüt als einem „Türöffner für die Gartenschau in Warendorf.“ Im Ministerium, so Horstmann, werde eine Bewerbung auf jeden Fall begrüßt.

Der Heimatverein geht noch einen Schritt weiter. Mechtild Wolff: „Wir freuen uns natürlich, dass jetzt wesentlich mehr Grün und weniger Wohnbebauung auf der Emsinsel geplant ist. Am liebsten hätten wir natürlich gar keine Wohnbebauung“, betont die Vorsitzende.

Auch ihr sei der geplante Wohnriegel quer entlang der Erschließungsstraße ein Dorn im Auge. Das Argument von Baudirektor Peter Pesch, eine Erschließungsstraße müsse links und rechts bebaut sein, lasse sie nicht gelten. Das sei vielleicht in einem Neubaugebiet der Fall, aber nicht auf der Emsinsel. Wenn schon Wohnbebauung, sollte sich diese behutsam in den Emsseepark einfügen und auf gar keinen Fall dreigeschossig sein, fordert die Heimatvereinschefin, auf diesen Baukomplexes komplett zu verzichten.

Sie kritisiert ferner die geplante Brückenverbindung zwischen Kletterpohl und neuem Stadtplatz auf der Emsinsel. „Davon halte ich gar nichts. Die Passanten sollen vom Ufer doch auf das Wasser schauen und nicht auf eine Brücke.“ Durch die Hinterhöfe zu kriechen, um dann per neuem Brückenschlag zur Emsinsel zu kommen, sei Unsinn. „Wir haben zwei historisch gewachsene Verbindungen. Einmal über die schöne und repräsentative Emsstraße und zweitens über die Quabbe. Ich hoffe nur, dass die Brücke in der Quabbe so erhalten bleibt wie sie ist.“

Erfreulich sei, so Mechtild Wolff abschließend, „dass Elemente der Textilindustrie auf dem ehemaligen Brinkhausgelände weiter erhaltenswert und damit sichtbar bleiben. Das betrifft das Pförtnerhäuschen, die Wagenhalle und das Verwaltungsgebäude. Das ist uns sehr wichtig.“ Auch der Heimatverein begrüße ausdrücklich Warendorfs Bewerbung zur Landesgartenschau. Heimatverein und Arbeitskreis waren am Dienstag vom Bürgermeister über die Kurswende der Warendorfer Position informiert worden.

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