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Juniorwahl am Laurentianum

Grüne wieder stärkste Partei

WArendorf

Die Juniorwahl am Laurentianum haben die Grünen mit 24,7 Prozent gewonnen. Deutliche Verluste musste die CDU auch bei den Jugendlichen hinnehmen und landete bei 13,6 Prozent.

Von und

Juniorwahl zur Bundestagswahl 2021 am Laurentianum. Bei den jungen Menschen liegen die Grünen vorne, während die CDU keine große Rolle spielt. Die AfD ist sogar auf 0,0 Prozent gefallen. Foto: Laurentianum

Die Stimmen sind ausgezählt. Nachdem die Schüler des Laurentianum in der Woche vor der Bundestagswahl zur „Juniorwahl“ aufgerufen waren, liegt das Ergebnis vor. Mit 24,7 Prozent (+0,8) der Zweitstimmen sind die Grünen erneut stärkste Kraft geworden, gefolgt von der SPD (20,9, +5,2) und der FDP (17,1, -5,3). Deutliche Verluste von 6,6 Prozentpunkten musste die CDU hinnehmen und kam nur noch auf 13,6 Prozent der Zweitstimmen. Die Linke erhielt 8,7 Prozent (+2,7) und keine Zweitstimme erhielt die AfD. Die „Sonstigen“, darunter besonders stark „die Partei“ und VOLT, schnitten mit zusammen 14,6 Prozent sehr stark ab.

Auch bei den Erststimmen siegten die Grünen, Jessica Wessels erhielt 23,7 Prozent der Stimmen vor Bernhard Daldrup (SPD, 22,3 Prozent), Henning Rehbaum (CDU, 18,1 Prozent) und Oliver Niedostadek (FDP, 16,7 Prozent). Damit zeigte sich bei Erst- und Zweitstimmen erneut ein deutlicher Trend der jungen Laurentianer zu den Grünen und einer vergleichsweise starken FDP.

Das Ergebnis der Juniorwahl am Laurentianum unterscheidet sich teilweise deutlich vom bundesweiten Ergebnis dieses Schülerwahlprojekts. Während das Zweitstimmenergebnis der CDU fast identisch ist (bundesweit 13,5 Prozent), das der FDP am Laurentianum leicht unter dem Bundesdurchschnitt (18,5 Prozent) liegt, wurden am Laurentianum die Grünen (Bundesdurchschnitt 20,6 Prozent) deutlich stärker und die Linke (Bundesdurchschnitt 7,6 Prozent) leicht stärker gewählt. Besonders groß ist der Unterschied bei der AfD. Während die Schüler diese Partei bundesweit mit 5,1 Prozent der Stimmen wählten, waren es am Laurentianum 0,0 Prozent.

Die Juniorwahl ist ein bundesweites Projekt unter der Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble. Insgesamt haben mehr als 4500 Schulen teilgenommen, und es waren knapp 1,4 Millionen Schüler wahlberechtigt. Am Laurentianum haben alle achten und neunten Klassen sowie die Sozialwissenschafts-Kurse der Oberstufe teilgenommen, insgesamt waren 443 Laurentianer wahlberechtigt. Mit der Anbindung an den Fachunterricht soll, wie es in einer Pressemitteilung der Schule heißt, eine unterrichtliche Vor- und Nachbereitung gewährleistet werden, beispielsweise sollte die Funktion von Erst- und Zweitstimme bekannt sein, bevor die Wahl stattfand.

Die Wahlbeteiligung lag am Laurentianum bei dieser Wahl mit 64,8 Prozent deutlich niedriger als 2017, als 79,8 Prozent der Schüler gewählt haben. Lars Boesenberg, Sozialwissenschaftslehrer und verantwortlich für die Juniorwahl am Laurentianum, sieht mehrere Gründe für die niedrigere Wahlbeteiligung. So hätten sich die Schüler intensiv mit den Wahlprogrammen der verschiedenen Parteien beschäftigt und auch klare Aussagen zu den Themen, die ihnen wichtig waren (Klimapolitik, Digitalisierung, Menschenrechte) gefunden, diese jedoch im Wahlkampf der Parteien vermisst. Auch hätten viele Schüler geäußert, von keiner für das Kanzleramt kandidierenden Personen überzeugt zu sein und bei jeder Partei Positionen gefunden zu haben, die sie befürworten oder ablehnen würden. „Viele Schüler sagten mir noch kurz vor Schließung der Wahllokale, dass sie nicht wüssten, wen sie wählen wollen, und hin- und hergerissen seien. Ich vermute, viele haben am Ende aus diesem Grund ihre Stimme nicht abgegeben. Sie haben die bestmöglich zu ihrer eigenen Position passende Partei gesucht und bei dieser Wahl nicht gefunden“, so Boesenberg.

Die Organisatoren werten die Juniorwahl als Erfolg. In allen beteiligten Klassen und Kursen habe eine intensive Auseinandersetzung mit den demokratischen Strukturen und den parteipolitischen Positionen stattgefunden. In vielen Situationen, auch außerhalb des Unterrichts, hätten die Schüler untereinander über parteipolitische Positionen diskutiert und so den Kern der Demokratie, die politische Auseinandersetzung mit Argumenten, aktiv gelebt.

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