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Echo auf Coronaregeln für Kitas

Hauptsache nicht wieder schließen

Warendorf

Die Coronabestimmungen im Kindergarten wurden verschärft. Wie die Einrichtungen in Warendorf die neuen Maßnahmen umsetzen...

Von Rebecca Lek

In den Kitas gewöhnen sich die Teams an die veränderten Coronaregeln. Foto: dpa

Die Inzidenzen steigen weiter, auch Kinder sind immer häufiger betroffen. Bei mehreren Kindergärten, auch in Warendorf, mussten Gruppen in Quarantäne geschickt werden, weil Kinder positiv getestet wurden (die WN berichtete). Die NRW-Regierung zog deshalb am Montag die Reißleine und verschärfte die Regelungen im Kindergarten. Die neuen Statuten aufgrund der geänderten Coronabetreuungsverordnung kamen jedoch erst am Dienstag bei den Trägern der Kindergärten an. Diese mussten vor Ort gesichtet und auf die jeweilige Einrichtung angepasst werden, sodass sie größtenteils erst Ende der Woche umgesetzt werden konnten.

Aus dem Schreiben geht hervor, dass nun auch für den Kindergarten eine 3G-Regelung gilt. Das bedeutet, dass die Eltern nur noch zu den Bring- und Holzeiten keinen Nachweis erbringen müssen. Für Festivitäten, Elterngespräche, Elternabende und Ähnliches wird ab sofort ein entsprechender Nachweis verlangt. Sofern nicht alle Mitarbeiter immunisiert sind, besteht zudem eine Maskenpflicht beim Kontakt untereinander.

Hoher Kontrollaufwand

„Wir sind froh, dass die Bring- und Holphase ausgenommen sind, weil der Kontrollaufwand sonst sehr hoch wäre. In Einzelsituationen konnten bis jetzt alle einen Nachweis erbringen“, berichtet sich die Leiterin des städtischen Kindergartens „Zwergenland“ in Einen, Sylvia Schwanitz. Insgesamt sei dabei besonders aufgefallen, dass ein Großteil der Eltern durchgeimpft ist.

Irgendwie kam es überraschend, irgendwie auch nicht, findet Dorothee Wiedeler, Leiterin des Kindergartens „Wichtelhöhle“ in Freckenhorst. „Die Zahlen steigen schnell an, es waren Maßnahmen zu erwarten. Mit sowas haben wir allerdings nicht gerechnet.“ Für sie sei die Situation noch ein „ziemliches Kuddelmuddel“ und sie müsse sich das Ministeriumsschreiben noch genau durchlesen. Denn Fehler machen möchte man nicht.

Erste Maßnahmen umgesetzt

Das „Zwergenland“ in Einen ist schon einen Schritt weiter und konnte die ersten Maßnahmen umsetzen. Für die Eingewöhnung haben sie bereits mit der Überprüfung der 3G-Regelung begonnen.

„Wir haben das Glück, dass unser gesamtes Personal durchgeimpft ist und dadurch nicht alle Punkte greifen“, zeigt sich Kita-Leiterin Sylvia Schwanitz zudem erleichtert. Ein größeres Problem stelle das Erscheinen der Anforderungen dar. „Wir sind gerade mitten in der Eingewöhnungsphase und haben natürlich entsprechend mehr Eltern außerhalb der Bring- und Abholzeit in der Einrichtung“, beschreibt Schwanitz. Der Kontrollaufwand sei damit erheblich höher, als wenn die Regelung zu einem späteren Zeitpunkt in Kraft getreten wäre.

Gespräche im Eingangsbereich

Auch im Kindergarten „Löwenzahn“ ist das gesamte Personal durchgeimpft. Für die Eltern hat sich Leiterin Cornelia Uhlig einen Schlachtplan gemacht. Sie wird sich im Eingangsbereich postieren und in der Bringphase mit den Eltern sprechen. „Wir werden eine Liste für die Eltern anfertigen, damit wir nicht bei jeder Gelegenheit den Impfstatus abfragen müssen“, erklärt Uhlig ihre Überlegungen. Denn damit spart sie sich auch für die Zukunft Arbeit: Eingewöhnungsgespräche, Elternabende und Entwicklungsgespräche stehen für die nächsten Wochen auf dem Plan. Denn Uhlig geht nicht davon aus, dass die 3G-Regelung bald zurückgenommen wird. Problematisch sieht sie die Situation erst, wenn im Oktober die Tests kostenpflichtig werden. „Für mich ist es eine indirekte Impfpflicht. Jeder sollte die Möglichkeit haben, frei zu entscheiden. Das wird jetzt eingeschränkt“, beschreibt Uhlig. Sofern kein Nachweis erbracht werden kann, sei sie zudem verpflichtet, die betreffenden Personen von den Aktivitäten auszuschließen.

Trennung der Gruppen

Die Kita „Kunterbunt“ hat bereits weitere Maßnahmen ergriffen, um eine komplette Schließung des Kindergartens auszuschließen. „Wir trennen die Gruppen jetzt wieder konsequent“, erklärt Leiterin Lisa Haverkamp. Gruppenübergreifende Angebote würden dadurch allerdings teilweise ganz entfallen. „Wir haben leider nicht die personellen Kapazitäten, um alle Angebote gruppenintern durchführen zu können“, bedauert sie.

Für alle Beteiligten sei es ein großes Anliegen, dass es nicht zu einer erneuten Schließung der Kindergärten kommt. „Die Belastung für die Eltern ist einfach zu groß“, betont Uhlig.

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