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Ex-Stadtrat und Ex-Nikolaus Heinz Pelkmann ist seit ist 70 Jahren dabei

Highlights aus dem Schützenleben

Sassenberg

Heinz Pelkmann feiert ein seltenes Jubiläum. Seit 70 Jahren ist der heute 88-Jährige Mitglied im Sassenberger Schützenverein. Jetzt wurde der verdiente Schütze für seine langjährige Treue geehrt.

Von Marion Bullaund

Seit 70 Jahren ist Heinz Pelkmann im Sassenberger Schützenverein. die er vom Schützenverein für seine Treue erhalten hat. Foto: Marion Bulla

Heinz Pelkmann sitzt gemütlich in seinem Stuhl und freut sich über den Besuch. Er feiert schließlich ein seltenes Jubiläum. Seit 70 Jahren ist der heute 88-Jährige Mitglied im Sassenberger Schützenverein. Jetzt wurde der verdiente Schütze für seine langjährige Treue geehrt.

„Das ist alles lange her“, sagt Pelkmann und schwelgt dann in Erinnerungen. „Mein guter Freund Clemens Schräder hat mich gefragt, ob wir nicht zusammen in den Verein eintreten wollen. Wir waren gesellig und haben gern gefeiert. Ich war damals 18 Jahre alt und habe viel mit ihm unternommen. Also, warum nicht, habe ich mir gedacht. So war das“, erzählt der Senior von alten Zeiten. Eine Deutsche Mark habe zu jener Zeit die Aufnahme im Schützenverein gekostet. „Damals trug man Anzug und Hut. Die weiße Hose kam erst später“, entsinnt Pelkmann sich.

Heinz Pelkmann

So kurz nach dem Krieg durfte man beim Marschieren keine Gewehre tragen. Die Sassenberger waren erfinderisch und wählten Spazierstöcke, die sie am Ende mit Blumen verzierten. Das ist geblieben – bis heute. Das damalige Ritual des Schießens – auf den Adler wurde mit einer Armbrust gezielt – hat sich allerdings gewandelt. Das Tier wird schon lange mit dem Gewehr von der Stange geholt.

Heinz Pelkmann hat die aktive Zeit im Schützenverein gemeinsam mit seiner Frau Anni, mit der er seit 54 Jahren verheiratet ist und vier Töchter hat, sehr genossen. Seine Gattin erinnert sich an die vielen Fußwege vom Schützenfest bis nach Hause. „Die Strümpfe waren vom Laufen ganz kaputt. Wir hatten viel Spaß“, erzählt sie und lacht. Nicht ein einziges Schützenfest haben die beiden verpasst. Das wurde lange an der heutigen Königsschänke gefeiert. Erst 1953 wurde der noch heute aktuelle Standort im Brook festgelegt.

Mitte der 1950er-Jahre trat Heinz Pelkmann in die Ehrengarde ein. Neben seiner Mitgliedschaft im Schützenverein war der gelernte Färbermeister noch in vielen anderen Bereichen unterwegs. Eine Leidenschaft war das Kegeln im Club „Die zwölf Fidelen“. Eine andere war seine Rolle als Nikolaus, die der Sassenberger 35 Jahre lang Jahr für Jahr ausübte. Ebenso viel Freude hat ihm die Schauspielerei in der Laienspielschar gebracht. Auch politisch war der zweifache Großvater aktiv. 30 Jahre lang saß er im Stadtrat.

Als die Sprache auf Anekdoten kommt, sagt der Senior: „Mein Gedächtnis lässt doch arg nach.“ Das seiner Frau und seiner Töchter funktioniert dafür tadellos. Die Familie erzählt etwa von den kreativen Ideen der so genannten Montagsmänner. „Einmal haben sie das Dach eines Autos abgeflext, weil sie ein Cabrio wollten“, berichtet Tochter Gaby Storck, die 2013 Schützenkönigin war,.

Heinz Pelkmann hat in den ganzen Jahren nicht einmal auf den hölzernen Vogel gezielt. „Zum Schießen war er viel zu nervös“, erklärt seine Gattin Anni. Dafür sei ihr Heinz aber Karnevalsprinz gewesen, fügt sie noch an. 1961 regierte er als Prinz Heinz II. das Narrenvolk.

Jetzt freut der 88-Jährige sich aber auf das kommende Jahr, wen es hoffentlich auch im Brook endlich wieder heiß „Horrido“.

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