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Vor 25 Jahren feiert Milte 850-jähriges Bestehen

Historischer Festumzug durchs Dorf

Milte

Vor 25 Jahren feierte Milte sein 850-jähriges Bestehen. Gerne hätte das Dorf in diesem Jahr die 875-Jahrfeier durchgeführt, aber aufgrund von Corona ist dies nicht möglich. Darum blicken die WN heute einmal 25 Jahre zurück.

Von Emil Schoppmannund

Der Kirchenvorstand mit einem Modell der 1829 abgebrochenen Kirche.Die Dreschgemeinschaft Sudendorf wurde mit einem Fendt von Horst Henneke angeführt.Ehrengäste auf der Zuschauertribüne waren der damalige Initiator Dr. Hermann Mesch mit Landrat Franz-Josef Harbaum, Bürgermeister Manfred Kampelmann, Stadtdirektor Theo Dickgreber und der Bürgermeisterin aus Ostbevern, Hildegard Tünte.Gar nicht so einfach, aber Dirk Holtwick meisterte das Fahren auf einem historischen Hochrad schwindelfrei und zudem im passenden Outfit. Foto: Emil Schoppmann

Ganz Milte war vor 25 Jahren in Feierlaune. Aufgrund des 850-jährigen Bestehen des Dorfes wurde vom 6. bis 8. September 1996 ein Festwochenende veranstaltet. Ein Kreis von zehn Mitbürgern und Mitbürgerinnen unter der Federführung des damaligen Heimatvereinsvorsitzenden Dr. Hermann Mesch war im Wesentlichen für die Organisation und Durchführung der großen Geburtstags-Fete verantwortlich. Es wurde ein Fest, wie es Milte bisher noch nicht erlebt hatte.

Den Höhepunkt bildete ein historischer Festumzug durch das ganze Dorf, der von allen Milter Vereinen und Verbänden mitgestaltet wurde. Farbenprächtige Wagen zeigten liebevoll nachgebaute Modelle von historischen Milter Gebäuden, wie der Kirche, der Mühle oder dem Kloster Vinnenberg. Weitere Mottowagen waren mit einem Klassenzimmer aus alter Zeit oder mit der Vogelstange des Schützenvereins bestückt und zeigten wie man früher kegelte. Die einzelnen Vereine, aber auch ortsansässige Handwerksbetriebe stellten sich und ihre Berufe vor. Vervollständigt wurde der Festumzug durch eine ganze Reihe von Fußgruppen. Auch alle Kindergarten- und Schulkinder liefen mit. Der Reiterverein Milte-Sassenberg wartete zudem mit einer stattlichen Abteilung Berittener und Kutschen auf. Unter den 34 Zugnummern befanden sich aber auch Gäste von außerhalb. Der Heimatverein Einen-Müssingen, war mit einem Beitrag zum Thema „Von der Ähre zum Brot“ vertreten. Auch der Heimatverein Clarholz beteiligte sich am Festzug, da die Milter sich bei ihrer ersten urkundlichen Erwähnung auf eine Clarholzer Urkunde berufen. Als Kirchenleute verkleidet, wurden die Zuschauer symbolisch um ihren „Zehnten“ erleichtert. Die Dreschgemeinschaft Sudendorf war gleich mit sieben Fahrzeugen erschienen. Neben alten Traktoren wurden landwirtschaftliche Geräte und ein Dreschkasten im Zug mitgeführt. Für die Musik sorgten damals neben dem Milter Spielmannszug, Fanfarencorps und Harmonikaclub auch die Werkskapelle Brinkhaus und der Spielmannszug Müssingen. In Scharen lockte das abwechslungsreiche Programm die Besucher damals in das Hesseldorf. Aufgrund des Jubiläums hatte bereits am Vortag der Kreisheimattag des Kreisheimatvereins Beckum-Warendorf in Milte stattgefunden.

Menschenansammlungen wie damals sind in Zeiten der Coronapandemie kaum noch vorstellbar. Eine größere Feier blieb daher in diesem Jahr aus. Bis zum Jahr 2046, wenn Milte dann auf 900 Jahre zurückblicken kann, bleibt also noch viel Zeit für Erinnerungen.

Im Jahr 2021 jährt sich die erste urkundliche Erwähnung Miltes zum 875. Mal. Das Dorf wurde erstmals im Jahr 1146 in einem Schreiben des Papstes als „Millethe“ bezeichnet. Darin bestätigte Papst Eugen III., dass das Kloster Clarholz 4 Schilling von dem Zehnten in Milte erhielt. Der Ortsname wird auf das altgermanische Wort „mellô“ für „Feingemahlenes“, „Sand“ zurückgeführt und als Hinweis auf die landschaftsprägenden Sandbänke verstanden. An der im Süden des Dorfes entlangfließenden Hessel befanden sich zahlreiche derartiger Sanddünen und Brinke.

Wohl schon in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts wurde eine Kirche oder Kapelle auf einem erhöht liegenden Sandhügel errichtet, um die sich die Dorfsiedlung entwickelte. Ab 1841 wurde Milte selbstständige Gemeinde und war dem Amt Ostbevern zugeordnet. Seit 1975 gehört das Dorf als einer von fünf Ortsteilen zur Stadt Warendorf. Ihre Eigenständigkeit haben sich die Milter dennoch immer ein Stück weit bewahrt.

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