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Car-Sharing exklusiv für Hospital-Mitarbeiter

Im Stromer billiger als im Bus

Warendorf

Was kann ein Arbeitgeber anbieten, um besonders attraktiv für Arbeitnehmer zu werden? Car-Sharing zum Beispiel. Wie am Warendorfer Joseph-Hospital.

Von Jörg Pastoor

Ärztlicher Direktor Dr. Timm Schlummer (l.) und Vorstandsvorsitzender Peter Goerdeler im neuen E-Smart.Maylin Walter (Wuddi), Peter Goedeler, Dr. Timm Schlummer und Simon Hagemeyer (Wuddi, v.l.) vor den beiden exklusiv für Krankenhaus-Mitarbeiter bestimmten E-Fahrzeugen.Eine der zwei Ladesäulen or der Zentralen Notaufnahme, an der Gäste auf eigene Kosten ihr E-Fahrzeug „tanken“ können. Foto: Jörg Pastoor

Ein E-Auto vom Arbeitgeber fahren – und das günstiger als im Öffentlichen Personennahverkehr? Als das ein Bewerber hörte, habe er gleich gesagt, dass er dann ja seinen eigenen Wagen stehenlassen könnte. Was Peter Goerdeler, Vorstandsvorsitzender des Josephs-Hospitals, und Ärztlicher Leiter Dr. Timm Schlummer da erlebt haben, scheint für das neueste Projekt im Haus zu sprechen: Car-Sharing exklusiv für Mitarbeiter. Mittwoch startete das Pilotprojekt.

„Unsere Motivation war, Mitarbeitern etwas Attraktives zu bieten“, begründete Peter Goerdeler, und Timm Schlummer legte noch das Adjektiv „besonders“ drauf. Denn Extraleistungen bieten schon viele Kliniken. Wer da im Wettbewerb um die Besten vorne liegen wolle, müsse schon punkten.

Emissionsfrei und günstig

Mit Kooperationspartner „Wuddi“ aus Münster sei das Hospital nun das erste in der Region, das das hausintern biete. „Wuddi“ heißt auf Masematte Wagen oder Fahrzeug, klärte Simon Hagemeyer, Mitarbeiter der Münsterischen Car-Sharing-Firma, auf. Einen Smart und einen Mercedes der A-Klasse stellt Wuddi am Krankenhaus bereit – und an die beiden neuen Ladesäulen.

Ums lohnend zu machen, haben sich Krankenhausleitung und Anbieter auf ein eigenes Tarifmodell geeinigt. 42 Cent die Stunde für den Smart und acht je Kilometer, das rechnet Dr. Schlummer für eine Fahrt nach, etwas durch Münster und zurück nach Warendorf auf rund 4,90 Euro. Beim größeren Wagen der aktuell noch zweiteiligen „Josephs“-Flotte werden 72 bzw. 12 Cent fällig. Der Kleine der beiden schafft mit einer Batteriefüllung etwa 100, der Große runde 400 Kilometer, sagen Hagemeyer und seine Kollegin Maylin Walter.

Simon Hagemeyer von „Wuddi“

Türöffner für die beiden Stromer ist das eigene Smartphone. Über die App können die Nutzer feststellen, ob und wann ein Wagen zu buchen ist. Über sie entriegeln sie ihn, nehmen den Schlüssel und starten. „Wir rechnen minutengenau ab“, so Simon Hagemeyer, „man zahlt wirklich nur, was man bucht. Plus die Kilometer.“

Laut Dr. Schlummer habe man im Kollegenkreis schon ordentlich für das Angebot geworben, das dienstliche wie private Fahrten erlaubt. Wie die Arbeitnehmer des Hauses das annehmen, wisse er noch nicht – immerhin sei es ein Pilot, und trotz Interesses wollte er anfängliche Zurückhaltung nicht ausschließen. Um die zu schwächen, bezeichnete Schlummer die Selbstbeteiligung von 300 Euro im Schadensfall als vergleichsweise wirklich sehr niedrig.

Ausbau des Wagenbestands ab 60-prozentiger Auslastung

Wenn das System gut ankommt, ist ab 60-prozentiger Auslastung klar, dass es mehr Stromer werden. Bis dahin speisen die Ladesäulen am Eingangsbereich der Zentralen Notaufnahme die beiden „Wuddis“, an zwei weiteren Plätzen können Gäste des Krankenhauses ihre E-Fahrzeuge aufladen. Auf eigene Kosten.

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