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Bienen-Nachwuchs in Gefahr

Imker in Sorge vor der Ausbreitung der Amerikanischen Faulbrut

Warendorf

Wenn die Amerikanische Faulbrut, die Anfang des Monats in einem Bienenvolk in Warendorf nachweislich ausgebrochen ist, sich ausbreitet, hilft nach Ansicht eines Hoetmarer Imkers nur noch eines: Beten. Um den betroffenen Standort wurde ein Sperrbezirk eingerichtet, in dem weitere 55 Bienenvölker leben. Diese sind inzwischen untersucht worden.

Von Joke Brocker

Die Amerikanische Faulbrut, eine ansteckende Bienenseuche, ist in Warendorf ausgebrochen. Die Bienenpest befällt ausschließlich die Brut der Bienenvölker. Foto: Joke Brocker

Unter den Imkern in Warendorf geht die Angst um. Nachdem Anfang Juli in einem Bienenstock in Warendorf die Amerikanische Faulbrut ausgebrochen ist, fürchten manche Imker, dass die ansteckende Bienenseuche sich weiter verbreiten könnte. „Dann“, sagt ein junger Imker aus Hoetmar, „kann man nur noch in die Kirche gehen und beten. Ich kann die Bienen ja nicht einsperren.“

Einen Kilometer um den betroffenen Standort hatte der Amtstierarzt Anfang Juli einen Sperrbezirk eingerichtet. In diesem Bezirk halten sechs Imker insgesamt 55 Bienenvölker, wie Kerstin Butz, Pressesprecherin beim Kreis Warendorf, auf Anfrage mitteilt. Sämtliche Völker im Sperrgebiet seien inzwischen klinisch untersucht und darüber hinaus beprobt worden.

Imker aus Hoetmar

„Die klinische Untersuchung hat keine Auffälligkeiten gezeigt“, sagt Butz. Bei zwei Haltern seien die Laborbefunde allerdings positiv gewesen. Dort seien Sporen der Faulbrut festgestellt worden. Daher würden die Völker dieser Halter erneut genau untersucht. Vor allem die Waben würden auf Auffälligkeiten kontrolliert, erläutert Butz. Die Farbe betroffener Brutwaben sei dunkler, Zelldeckel seien seien oft eingefallen.

Bakterium ist Auslöser der Bienenpest

Das Bakterium Paenibacillus larvae ist Auslöser der Bienenpest, die ausschließlich den Nachwuchs der Bienen befällt, die Brut der Bienenvölker zersetzt. „Die Übertragung des Erregers erfolgt in Form seiner Sporen, zum Beispiel durch Verbringen von Bienenvölkern und Austausch von Bienenmaterial (Beuten, Gerätschaften, Waben, Bienenprodukte) oder durch Räuberei unter Bienenvölkern. Die Sporen kommen aber auch in zahlreichen Handelshonigen vor und können bei Verfütterung übertragen werden“, schreibt das NRW-Landesamt für Natur, Umwelt, Klima und Verbraucherschutz (LANUV) auf seiner Homepage.

Selbst ungespülte Honiggläser in Glascontainern oder auf Müllplätzen können, einem Bericht des Bayerischen Rundfunks zufolge, zu einer Gefahr für Bienen werden, die auf der Futtersuche keine Blüten mehr finden, die kontaminierten Honigreste sammeln und in den Bau schleppen. Auch der Imker selbst könne durch den Kauf von Importhonig, den er zur Fütterung seiner Bienen in trachtfreien Zeiten verwendet, zur Verbreitung der Seuche beitragen.

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