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Intensive Online-Fragerunde zur B 64n

„Immerwährende“ Änderung sicher

Warendorf

Kritische, aber sachliche Fragen stellten die Teilnehmer der B 64n-Online-Erörterung zum Verkehrsgutachten. Straßen NRW sagte zu, dass alle neuen Erkenntnisse sich auf die Planung auswirken. Nach zwei Stunden war Schluss.

Jörg Pastoor

Die gelb markierten Bereiche sehen eine Verringerung der vorher dreistreifig geplanten B 64n auf zwei Fahrbahn vor – plus einigen Überholstreifen. Straßen NRW hatte damit auf Verringerungen der 2012 vorhergesagten Verkehrsmengen reagiert. Foto: Straßen NRW

Gegner und Befürworter haben bei der Online-Erörterung des B 64n-Verkehrsgutachtens am Freitag ihre Fragen gestellt. Vertreter von Straßen NRW bestätigten, dass der auf rund 82 Millionen Euro berechnete Bau der mehr als neun Kilometer Umgehungsstraße einen massiven Flächenverbrauch mit sich bringt. Sie sagten aber auch zu, die Planung stets neuen Erkenntnissen anzupassen.

Für Gutachter Dr. Ing. Hartmut Ziegler (Aachen) gab es keinen Zweifel, dass die Umgehung gebaut werden müsse: „Aus verkehrlicher Sicht ist das sinnvoll“, erwiderte er auf Frage von Doris Kaiser (CDU). Man fange schon bei 5000 Verkehrsbewegungen am Tag mit der Planung von Umgehungen an – in Warendorf geht es wie berichtet nach seiner Prognose für das Jahr 2030 um bis zu 15 500.

Gutachter: „B 64n aus verkehrlicher Sicht sinnvoll“

Neben Mitgliedern des Rates und der verschiedenen Initiativen „pro“ und „contra“ B 64n – rund 40 Diskutanten – begrüßte Peter Horstmann zu Beginn der 16-Uhr-Sitzung via Zoom auch 170 Bürger. Die durften wie angekündigt nicht mitdiskutieren, folgten der Erörterung aber via Youtube auf der „Warendorf.de“. Der Bürgermeister hatte die Rolle des Moderators inne.

Straßen-NRW-Niederlassungsleiter Manfred Ransmann, Projektleiter Bernd Epmann und Behördensprecherin Sandra Beermann nahmen ebenso Stellung zu Fragen wie Hartmut Ziegler selbst – vor allem auf mehrfache kritische Fragen von Thomas Lins etwa, des VCD-Regionalvorsitzenden. Der äußerte seine Meinung, dieser Straßenneubau „kannibalisiere“ den emissionsarmen Bahn- und Busverkehr, sorge für Zusatzverkehre und für eine Steigerung des Kohlendioxid-Ausstoßes. Er habe „großen Zweifel, dass das auf Dauer die richtige Lösung ist“.

VCD-Vorsitzender Thomas Lins

Aussagen zum CO² konnte niemand von Straßen NRW machen. Das wird Thema eines weiteren Gutachtens, ebenso wie über Belange des Artenschutzes, wie von Manfred Lensing für den Nabu angemahnt, das Thema Lärmschutz oder über den tatsächlichen Verbrauch von (Acker-)Land, den Matthias Wulf von der BVW kritisierte.

Bernd Epmann räumte diesen „massiven Flächenverlust“ für die Bauern ein; man werde alles tun, um ihn so gering wie möglich zu halten. Nochmals betonten die Behördenmitarbeiter, dass fortlaufend Erkenntnisse in die Planungen einfließen. Ein Beleg dafür: die Verringerung der Breiten im Westen und Osten der Umgehung. Solche Änderungen seien „immerwährend bis zur Unterschrift unter die Baugenehmigung“ zwingend, so Manfred Ransmann.

2023 Start des Baurechtsverfahrens für Freckenhorst-Umgehung?

Wenn alles gut läuft, das machte Ransmann zudem klar, könnte schon 2023 ein Baurechtsverfahren für die Freckenhorster Umgehung starten. Und dann? „Wir rechnen nicht unter zwei Jahren“, meinte Ransmann weiter. Beide Straßen seien unabhängig voneinander, betonte er nochmals.

Nach zwei Stunden beendete Bürgermeister Horstmann die Veranstaltung und dankte für kritischen, aber wertschätzenden Umgang miteinander (Bericht folgt).

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