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Handlungsbedarf im Süden

In Hoetmar fehlen die meisten Kita-Plätze

Warendorf

Viele Kitas schaffen ihren Versorgungsgrad bei den Unter- und Überdreijährigen. In Hoetmar ist es allerdings knapp.

-cirm-

Die U- und Ü-3-Platzversorgung Foto: dpa

Ende Oktober/Anfang November liefen die Anmeldewochen für das Kindergartenjahr 2022/23, am Dienstagabend präsentierte Frank Peters vom Kreisjugendamt den Mitgliedern des Sozialausschusses eine Bedarfsanalyse. Klar wurde: In mancher Einrichtung gelingt bei der Betreuung im Bereich U-3 und Ü-3 durch vergleichsweise kleinere Maßnahmen mehr oder weniger eine Punktlandung, andernorts besteht teils größerer Handlungsbedarf. Vor allem die Situation in Hoetmar stelle sich herausfordernd dar.

Das Betreuungsangebot umfasse Stand jetzt für das Jahr 2022/23 18 U-3-Plätze, der Bedarf liege jedoch bei 33. „Wir haben eine durchaus nicht unspannende Situation“, ordnete Erster Beigeordneter Dr. Martin Thormann das ein. Alfons Havelt (CDU) berichtete von einigen unzufriedener werdenden Eltern, die sich über Interimslösungen und bauliche Staus ärgerten. Er habe den Eindruck, die Kitas liefen seit „acht bis zehn Jahren auf Kante“. Interimslösungen in Containern seien unterm Strich immer teurer als fixe Bauvorhaben.

Dr. Martin Thormann

Das wollte Thormann so nicht teilen. Besonders im Bereich der U-3-Betreuung sei der Bedarf immer weiter gestiegen. Es sei schwierig, Jahrgangsstärken zu prognostizieren, warf auch Peters ein. Generell seien Neubaugebiete sehr schwer zu prognostizieren. Manche Warendorfer Familien zögen innerhalb der Stadt von der Wohnung ins neue Eigenheim mit Garten, andere junge Familien kämen „von außen“ dazu. Eine seriöse Prognose über fünf oder mehr Jahre könne er nicht geben. Die Verwaltung kalkuliere mit dem Faktor 0,3: Im Falle Hoetmars bedeutet dies, auf 69 Wohneinheiten kämen rechnerisch 20,7 Kindergartenkinder.

20,7 Kindergartenkinder auf 69 Wohneinheiten?

Ob dieser Wert noch realistisch sei, hakte Kirsten Rolf (Bündnisgrüne) mit Blick auf viele berufstätige junge Mütter nach. „Es gibt nichts Einheitliches und wenn man es mittelt, kommt man bei 0,3 raus“, entgegnete Peters. „Die Planung ist eine besondere Herausforderung“, pflichtete ihm Anke Fröhlich (Kreisjugendamt) bei. Manche sprächen von „schon zehn angemeldeten Kindern“ eines Neubaugebietes, andere von „erst zehn Kindern“. Die meisten Eltern, die sich um einen Bauplatz bemühten, kümmerten sich nicht gleichzeitig auch um einen Kita-Platz; es komme im Jahresverlauf zu Nachmeldungen – im Ü-3-Bereich stets mit einem unmittelbaren Betreuungsanspruch verbunden. Einfach nur „groß und über Bedarf bauen“ sei nicht möglich: Die Verwaltung sei auch gehalten, verantwortungsvoll mit den finanziellen Ressourcen umzugehen. Im Falle von Hoetmar sieht die Verwaltung klaren Handlungsbedarf, wie Thormann ausführte. Die einzige Einrichtung, die Kita St. Lambertus, benötige eine bauliche Veränderung. Relativ zeitnah müsse über Interimslösungen für Hoetmar entschieden werden. Der Standort sei noch völlig offen; Gespräche mit potenziellen Trägern und Investoren würden geführt.

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