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„Masaa“ entführt auf eine Reise zwischen Orient und Okzident

In Musik gefasste Poesie

Warendorf

Auch wenn die Musik von „Masaa“ oftmals als Ethno-Jazz bezeichnet wird, so ist dieser Begriff bei solch facettenreichem Repertoire wohl zu eng. Die vier Musiker nahmen das Publikum mit auf eine exotische Reise der besonderen Art.

Von und

Auch wenn die Musik von „Masaa“ oftmals als Ethno-Jazz bezeichnet wird, so ist dieser Begriff bei solch facettenreichem Repertoire wohl zu eng. Foto: Axel Engels

Vor einigen Jahren war die Gruppe „Masaa“ mit ihrer einzigartigen Verbindung von tief empfundenen arabischen Versen und zeitgenössischem Jazz schon beim Jazz im Dachtheater, damals noch mit dem Pianisten Clemens Pötzsch.

Armin Düpmeier ist es gelungen, diese Formation wiederum nach Warendorf zu holen, die mittlerweile sogar den Deutschen Jazzpreis und den WDR-Jazzpreis erhalten hat. Wer „Masaa“ damals im Dachtheater gehört hat, für den war der Wechsel mit dem Gitarristen Reentko Dirks sicherlich eine musikalische Bereicherung. Auf seiner Doppelhalsgitarre verband er exquisite virtuose Saitenkunst mit teils meditativen Elementen, so dass die in Musik gefasste Poesie noch intensiver für die vielen Besucher zu erleben war. Diesen vielseitigen Künstler kennt man ja schon durch seine Konzerte an der Seite von Giora Feidman, bei „Masaa“ kann er seiner Kreativität freien Lauf lassen.

Stilistisches Crossover

Vom ersten Lied „Hakim“ an lauschte das Publikum gebannt dieser abwechslungsreichen Musik, die einen interessanten stilistischen Crossover der Kulturen bot. Aber auch die anderen Instrumentalisten zeigten sich als kongeniale Partner im musikalischen Dialog. Marcus Rust konnte mit dem Klang seines Flügelhorns Liedern wie „Lullaby for Jasu“ und Sawa“ eine warme Farbe beisteuern, setzte mit der Trompete bei „Freedom“ starke Akzente. Für den rhythmischen Grund war Demian Kappenstein zuständig, der ebenso mit Giora Feidman konzertiert hat. Auf seinen weiten Reisen bis nach Taiwan hat er sich von den dortigen Musikern inspirieren lassen, diese Impulse in markanter Weise in sein eigenes Spiel integriert. Der sympathische Sänger Rahib Lahoud bot einen tiefen Einblick in die Welt des Orients mit ihrer ganz eigenen Gesangskultur. Mit Esprit und Leidenschaft sang er seine in Melodien gefassten Geschichten, die auch ohne Verständnis der arabischen Sprache bei kleinen inhaltlichen Einführungen ihren ganzen Reiz entfalten konnten. Seine ausdrucksstarke Stimme schuf einen intensive Kontakt zum Publikum, genoss man poetisch-lyrische Weisen wie „Sara“, Averoes“ oder „Wasa’i“. Für ihn ist der Abend die magischste Zeit des Tages und hat nicht nur in dem Namen der „Masaa“ sich wiedergefunden, sondern auch in den musikalischen Erzählungen. Auch wenn die Musik von „Masaa“ oftmals als Ethno-Jazz bezeichnet wird, so ist dieser Begriff bei solch facettenreichem Repertoire wohl zu eng. Das Publikum wurde mitgenommen auf eine Reise zwischen Orient und Okzident, bei der die vier Musiker den Bogen spannten zwischen ruhigen meditativen Stimmungen bis zu ungebremster Leidenschaft.

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