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Beate Trautner stellt in der Galerie Spitthöver aus

Inszenierungen auf der Leinwand

Warendorf

Als Theater-Regisseurin ist Beate Trautner vielen kulturinteressierten Warendorfern bekannt. Weniger bekannt ist ein anderes Talent, das in der freischaffenden Künstlerin schlummert. Sie fotografiert und malt. Ihre fotografischen und malerischen Inszenierungen sind ab Samstag in der Galerie Spitthöver zu sehen.

Von Joke Brockerund

Beate Trautner (l.) stellt ab Samstag in der Galerie von Gabriele Spitthöver in der Königstraße Gemälde und Fotografien aus Foto: Joke Brocker

Es hat Gabriele Spitthöver schon ein wenig Überredungskunst gekostet, bis die freischaffende Künstlerin Beate Trautner, vielen Warendorfern als Regisseurin eigener Theater-Inszenierungen bekannt, bereit war, die Öffentlichkeit an einem bisher eher unbekannten Talent teilhaben zu lassen. In der Ausstellung „Aufrecht! Haltung!“ wird die Künstlerin vom 2. bis 31. Oktober in der Galerie in der Königstraße fotografische und malerische Inszenierungen zeigen.

Corona habe sie regelrecht ausgeknockt, gesteht die 56-Jährige. Nach drei Lockdowns, die sie zwangen, Theaterprojekte immer und immer wieder zu verschieben, erfolglosen Bemühungen um finanzielle Soforthilfen und einem schweren Unfall im Frühjahr, der sie zur totalen Untätigkeit verdammte, sah sich Beate Trautner beruflich am Boden.

Doch sich hängen zu lassen, entspricht nicht dem Naturell der Warendorferin. „Aufrecht! Haltung!“, disziplinierte sie sich selbst. Nach dem Motto „Hinfallen, Aufstehen, Krönchen richten, Weitergehen“, in ihrem Fall durchaus wörtlich zu nehmen, griff die Theater- und Medienpädagogin, zu Pinsel, Farbe und Kamera. Schon als Kind habe sie viel gezeichnet und gemalt, aber auch Ballett getanzt und natürlich Theater gespielt, erzählt sie. „Irgendwie gehört für mich alles zusammen. Trennen konnte ich es nie voneinander.“

In der Galerie Spitthöver zeigt Trautner, die nach ihrer Pädagogikausbildung eine Schule für Gestaltung und Design besuchte, ehe sie sich zur Theater- und später zur Medienpädagogin ausbilden ließ, neben reizvollen, auf MDF-Platten gezogenen Gegenlicht-Aufnahmen aus der Natur, Bilder, die mit Haltung im Sinne von Körperhaltung, aber auch mit Haltung im Sinne von Einstellung zu tun haben. „Stadtplanung“ hat die Künstlerin ein Bild genannt, in dem der finstere Moloch Stadt die Natur zu verdrängen scheint. Eine andere Arbeit, in der Trautner Acryl und Gips hemmungslos übereinander legt, heißt „Grünflächenversiegelung“. Ihre Arbeitsweise beschreibt die Künstlerin als „unorthodox“. Da werden Hartfaserplatten, auf denen einst Plakate pappten, teilweise mit alten Bettlaken überzogen, zur Leinwand, die immer und immer wieder übermalt und abgewaschen wird, um schließlich erneut mit Kohle oder Pastellkreiden bemalt zu werden.

Zur Vernissage am Samstag (2. Oktober), 14 Uhr, wird es erstmals in der Galerie auch Musik geben. Audrey und Edward, Mitglieder des A-Cappella-Impro-Ensembles „Voice Play“ aus Münster, begleiten die Eröffnung.

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