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Josephs-Hospital: Gerhard Sock arbeitet seit 40 Jahren als Intensivpfleger

„Intensivstation auf Uni-Niveau“

Warendorf

Die Intensivstation eines Krankenhauses – kein Ort, an dem man sich freiwillig begeben möchte. Doch wenn es nötig wird, dann wäre man froh, auf so einer modernen Station wie im Warendorfer Krankenhaus zu liegen. Die neue Intensivstation des Josephs-Hospitals ist bereits seit April in Betrieb.

Joachim Edler

Die neue Intensivstation des Josephs-Hospitals ist bereits seit April in Betrieb. Haben am Monitor jede Spritze und jeden Herzschlag im Blick (v.l.): Wolfgang Pomberg (Leitende Pflegekraft), Intensivpfleger Gerhard Sock (seit 40 Jahren auf der Station) und Chefarzt Dr. Alexander Reich.. Foto: Joachim Edler

Die neue Intensivstation des Josephs-Hospitals ist bereits seit April in Betrieb. Damit ging neben der Notfallaufnahme ein weiterer Bauabschnitt der im Jahr 2018 begonnenen, fast 30 Millionen teuren Modernisierungsmaßnahmen zu Ende – früher als geplant. Schritt für Schritt wurde die Station an neueste Hygiene und Technikstandards angepasst.

„Unsere interdisziplinäre Intensivstation verfügt über zwölf komplett ausgestattete Pflegeplätze – ausschließlich Einzelzimmer“, stellte Krankenhaus-Vorstand Peter Goerdeler am Dienstag im Beisein des Chefarztes Dr. Alexander Reich (Anästhesiologie, Intensivmedizin, Schmerztherapie) und Wolfgang Pomberg (leitende Pflegekraft auf der Intensivstation) die neuen Intensivräume vor. Und alle zwölf Intensivbetten waren am Dienstag belegt. Darunter kein Corona-Fall. Im Notfall verfügt das Warendorfer Krankenhaus über 25 Beatmungsplätze. Dann, so Goerdeler, werde die alte Intensivstation wieder aktiviert, sei das Krankenhaus auch künftig für steigende Anforderungen gut aufgestellt. Die Intensivstation im Warendorfer Krankenhaus feiert ein kleines Jubiläum. Vor 40 Jahren wurde sie eröffnet. Ein Zeitzeuge ist Gerhard Sock, der seit 1980 als Intensivpfleger auf der Station arbeitet. „Intensivstationen waren davor ausschließlich Universitätskliniken vorbehalten“, erinnert sich Sock an die Zeit, als es noch keine Monitorüberwachung gab und alle halbe Stunde der Blutdruck per Hand beim Patienten gemessen wurde. Sock: „Die Beatmungsgeräte waren doppelt so groß wie heute. Wenn mal was klemmte, haben wir selber eine Feder gewechselt.“

Die Intensivstation eines Krankenhauses – kein Ort, an den man sich freiwillig begeben möchte. Doch wenn es nötig wird, dann wäre man froh, auf so einer modernen Station wie im Warendorfer Krankenhaus zu liegen. Schalldichte Türen schirmen die schwerst kranken Patienten vom Lärm der restlichen Station ab. Denn auf einer Intensivstation bimmelt immer irgendwo Alarm, Pfleger und Ärzte eilen über die Gänge. „Wenn die Patienten davon nichts mitbekommen, tut es ihnen gut“, weiß Wolfgang Pomberg. Außerdem hat jedes Zimmer eine Schleuse für Patienten mit infektiösen Erkrankungen. In der Schleuse müssen sich Personal und Besucher vor Betreten der Zimmer die Hände desinfizieren und Mundschutz und Kittel anziehen. „Wir brauchen uns vor anderen Kliniken im Kreis nicht zu verstecken“, lobte Dr. Alexander Reich den medizinischen Standard, der Uni-Niveau habe. Ein zentraler Monitorplatz gibt Sicht auf alle Patienten. „Wir haben hier jede Spritze im Blick, wissen per Monitorüberwachung, wann sie leer ist“, unterstrich Goerdeler die Vorteile der Intensivstation, die für Warendorf in mehrfacher Hinsicht ein Quantensprung sei.

Wichtigstes Ziel der Intensivmedizin, ergänzte Reich, sei die Wiederherstellung der Funktion der lebenswichtigen Organe, um dem Patienten ein Weiterleben unter für ihn angemessenen Bedingungen zu ermöglichen. Und dabei unterscheide sich die Intensivstation des Warendorfer Krankenhauses kaum noch von der einer Uni-Klinik. Zumal täglich Video-Visiten mit der Uni-Klinik Münster stattfinden. Für die medizinische Versorgung steht dem Chefarzt ein Team von sechs Oberärzten und 20 Assistenzärzten zur Verfügung. Ein Arzt ist rund um die Uhr präsent. Pflegerisch wird die Intensivstation von Wolfgang Pomberg und Florian Brechtken geleitet, die für ein Team von insgesamt 35 Pflegenden auf der Intensivstation verantwortlich sind.

Am Beispiel des langjährigen Intensivpflegers Gerhard Sock führte der Chefarzt führt aber auch den menschlichen Faktor auf der Station ins Feld. Dass viele Mitarbeiter sehr lange bleiben, sei ein Indiz dafür, dass sie sich hier wohl fühlten. Reich: „Ein Ausdruck des Warendorfer Stils“, der hier gepflegt werde.

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