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„Initiative Münsterland“

Junge Flüchtlinge sind „sehr kreativ“

Freckenhorst

Die Mitglieder der „Initiative Münsterland“ trafen sich nach langer Zeit unter freiem Himmel, um die aktuelle Situation zu besprechen.

Von Andreas Engbert

Groß war das Interesse der Mitglieder der Initiative Münsterland an den Abläufen, wenn Jugendliche nach ihrer Flucht in den Kreis Warendorf gelangen. Meike Forster und Sonja Wollert (Bildmitte) berichteten über ihre Arbeit in der Fachstelle für unbegleitete Minderjährige. Foto: Andreas Engbert

Zu einem ersten Treffen nach einer lockdownbedingten Pause haben sich die Mitglieder der „Initiative Münsterland“ am Sonntag unter freiem Himmel getroffen. Und dazu hatte die Initiative, die sich für unbegleitete Kinder in Moria/Lesbos einsetzt, fachkundige Referenten eingeladen. Als Mitarbeiterinnen der Fachstelle für unbegleitete Minderjährige sind Sonja Wollert und Meike Forster zuständig für Kinder und Jugendliche, die als Geflüchtete ohne ihre Eltern in den Kreis Warendorf kommen. Mit Ausnahme der Städte Beckum, Ahlen und Oelde, die eigene Jugendämter unterhalten.

Wie die Jugendlichen in den Kreis Warendorf gelangen, sei durchaus unterschiedlich. So gebe es einen offiziellen Verteilungsschlüssel, um eine gleichmäßige Verteilung geflüchteter Jugendlicher zu gewährleisten. Manchmal kämen die Jugendlichen aber auch selbst direkt in den Kreis – über die verschiedensten Wege: „Da sind die sind sehr kreativ“, hat Meike Forster festgestellt.

Sobald die Fachstelle, etwa durch Beratungsstellen oder die Polizei, Kenntnis vom Aufenthalt Jugendlicher im Kreis erhält, werde man direkt aktiv, berichten die Mitarbeiterinnen aus ihrer Arbeit. Direkt werde ein erstes Gespräch, meist mit Hilfe eines Dolmetschers geführt.

„Minderjährige sind sofort in Obhut zu nehmen“, beschreibt Forster, dass sich das Jugendamt direkt um die jungen Menschen kümmert und dann unter anderem eine geeignete Unterbringung organisiert, beispielsweise in einer Wohngruppe oder bei geeigneten Personen. Danach würden dann weitere Dinge geklärt, etwa ob die Jugendlichen im Kreis bleiben oder in andere Kreise verteilt werden müssen. Blieben sie hier, kümmere sich die Fachstelle um die langfristige Unterbringung und einen durch das Familiengericht bestellten Vormund, der sich dann um die Fürsorge kümmere. In halbjährlichen Gesprächen mit den Jugendlichen legt die Fachstelle dann mit den Jugendlichen die weiteren Ziele fest. Dazu gehörten neben Spracherwerb und Schulbesuch auch das Kennenlernen des Sozialraums und des „Systems Deutschland“, einer medizinischen und gegebenenfalls therapeutischen Versorgung auch die sogenannte Aufenthaltssicherung, die Suche nach einem Ausbildungsplatz und Möglichkeiten, eine auf Dauer eine eigene Wohnung finanzieren zu können.

Den Möglichkeiten der Unterstützung seien enge rechtliche Grenzen gesetzt, so Forster: „Man kann nicht einfach sagen: wir nehmen jetzt zehn Personen auf.“ Möglich sei jedoch, sich nach entsprechender Schulung und Ausbildung als Vormund zu engagieren.

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