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Heimatpreise verliehen

Juroren hatten Qual der Wahl

Milte

Im Dezember waren die Namen der Preisträger bereits verkündet worden, jetzt übergab Bürgermeister Peter Horstmann der Arbeitsgruppe Umwelt und Verkehr im Arbeitskreis Milter Bürger, Vertretern der Dorfwerkstatt Hoetmar und einer Delegation des Nikolaus-Collegium Freckenhorst die Heimatpreise 2020.

Von Joke Brocker

Über den ersten Preis freute sich die Arbeitsgruppe Umwelt und Verkehr im Arbeitskreis Milter Bürger. Das Foto zeigt neben Bürgermeister Peter Horstmann (v. l.): Jöppe Dreimann, Rüdiger Pigulla, Dr. Jeanine Müller-Keuker, Christa Pigulla, Thomas Dreimann, Jürgen Hafer-Schoppmann, Ralf Budde, Klaus Ruhe, Annette Ruhe und Vinzenz Borgmann.Bürgermeister Peter Horstmann übergab Adelheid Vollmer, Marita Heuckmann, Reimund Weiler und Ludger Kortenjann (v. l.) den mit 1500 Euro dotierten zweiten Preis für die Dorfwerkstatt Hoetmar.August Weiser (Mitte) und Vinzenz Hahner (r.) freuten sich für das Nikolaus-Collegium über den dritten Preis, der ihnen von Bürgermeister Peter Horstmann überreicht wurde. Foto: Joke Brocker

Dass die offizielle Verleihung der für das Jahr 2020 erstmals ausgelobten Heimatpreise Warendorf am Donnerstagabend ausgerechnet auf dem Milter Schützenplatz stattfand, hatte einen triftigen Grund: Träger des mit 2500 Euro dotierten ersten Preises ist die Arbeitsgruppe Umwelt und Verkehr im Arbeitskreis Milter Bürger.

Die Jury, die die Qual der Wahl hatte und aus zwölf Bewerbungen maximal drei Preisträger herausfiltern musste, würdigte damit ausdrücklich das vor 13 Jahren initiierte Uhlenpatt-Projekt der Arbeitsgruppe, die einen 3,5 Kilometer langen naturnahen Rundwanderweg mit Ruhebänken und einer pflegeintensiven Obstbaumwiese angelegt hatte.

Über den zweiten Preis, dotiert mit 1500 Euro, freute sich die Dorfwerkstatt Hoetmar, die sich mit einem vielfältigen Portfolio ehrenamtlicher Aktivitäten um den Heimatpreis beworben hatte. „Die Jury überzeugte in besonderer Weise die unter dem Motto ,Wir alle sind Hoetmar‘ stehenden Aktivitäten des Arbeitskreises Integration“, bemerkte Bürgermeister Peter Horstmann, als er Adelheid Vollmer, Marita Heuckmann, Reimund Weiler und Ludger Kortenjann die Skulptur aus Plexiglas überreichte.

Besonders beeindruckt hatte die Juroren der sogenannte Integrationsgarten, in dem Hoetmarer und Asylbewerber gemeinsam Gemüse anbauen, pflegen, ernten und gelegentlich sogar gemeinsam essen. Coronabedingt habe zwei Jahre hintereinander der Tag der offenen Tür ausfallen müssen, bedauerte Adelheid Vollmer. In diesem Jahr habe allerdings nicht nur die Geselligkeit gefehlt, sondern auch ein gartenkompatibles Wetter: „Wir haben vor allem Wildkräuter geerntet.“

Gebeutelt von der Corona-Krise ist auch das Freckenhorster Nikolaus-Collegium, das den Nikolausabend am 5. Dezember, nicht in der üblichen Form begehen konnte. Weil auch der Freckenhorster Herbst und der Weihnachtsmarkt der Pandemie zum Opfer gefallen waren, Veranstaltungen, bei denen die Nikolause mit Spießbraten sowie Bier- und Plum­ständen normalerweise Einnahmen generieren, sei ein finanzieller Einbruch zu beklagen, berichtete August Weiser, Geheimer Rat im Nikolaus-Collegium. Daher kämen die mit dem dritten Preis verbundenen 1000 Euro gerade recht.

Während die Milter Preisträger noch augenzwinkernd überlegten, ob sie die Siegestrophäe zum Wanderpokal umfunktionieren sollte, waren sich August Weiser und Vinzenz Hahner einig, dass die Skulptur in einer Vitrine im Stiftshof Dühlmann, in dem fast alle Zusammenkünfte der Nikolause stattfinden, einen Ehrenplatz bekommen wird.

Mit der Auslobung des Heimatpreises förderten das Land NRW und die Stadt Initiativen und Projekte, die die lokale und regionale Identität und Gemeinschaft – und damit Heimat – stärkten, bemerkte Peter Horstmann. „Ziel ist es, Menschen für lokale und regionale Besonderheiten zu begeistern und die positiv gelebte Vielfalt in unserer Stadt deutlich sichtbar werden zu lassen.“ Die drei ausgezeichneten Initiativen zeigten eindrücklich, wie vielfältig Heimat oder das Gefühl für Heimat sein könne.

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