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Stadt stößt an Kapazitätsgrenze

Kaum noch freie Plätze für Flüchtlinge

Warendorf

Als Folge der angespannten Lage bei der Unterbringung von Flüchtlingen hat die Stadt eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe wieder ins Leben gerufen. Als möglichen nächsten Schritt für den Fall, dass sich die Situation nicht bessert, denkt die Stadt bereits laut über die Unterbringung in Notunterkünften nach

Für drei Jahre hat die Stadt das ehemalige Telekom-Gebäude an der Bahnhofstraße 26 angemietet Foto: Joachim Edler

In Warendorfs Flüchtlingsunterkünften wird es so eng, dass die städtische Sozialamtsleiterin Iris Blume am Mittwochabend im Sozialausschuss Alarm schlug: „21 Personen kamen letzte Woche, zwölf Personen wurden uns diese Woche zugewiesen und für nächste Woche erwarten wir weitere 21 Personen. Diese Größenordnung in so kurzer Zeit ist für die Stadt eine Herausforderung. Unsere städtischen Unterbringungs-Kapazitäten sind nahezu erschöpft.“

Vor der Sitzung hatten die Kommunalpolitiker des Ausschusses die neu angemietete städtische Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Telekom-Gebäude an der Bahnhofstraße 26 besichtigt und für gut befunden. Bis zu 20 Flüchtlinge finden hier Platz in acht Doppel- und vier Einzelzimmern. Mit der Belegung hat die Stadt am Donnerstag begonnen. Ende September ist aber auch hier alles dicht.

Als Folge der angespannten Lage hat die Stadt eine verwaltungsinterne Arbeitsgruppe wieder ins Leben gerufen. Als möglichen nächsten Schritt für den Fall, dass sich die Situation nicht bessert, denkt die Stadt bereits laut über die Unterbringung in Notunterkünften nach. Schon einmal hatte die Stadt drei Notunterkünfte einrichten müssen, damals in der Turnhalle und einem Klassentrakt des ehemaligen Schulgebäudes an der Hermannstraße, in einem Verwaltungstrakt von Warendorf Küchen an der Mielestraße sowie auf dem Gelände der ehemaligen Firma Elmer (Wohntrakt) an der Dr.-Rau-Allee 79 – drei Notunterkünfte für 500 Menschen.

Die Stadt hat in den vergangenen Wochen und Monaten besonders viele Ukraine-Flüchtlinge aufgenommen, Asylbewerber kommen auch jeden Tag – vornehmlich aus Syrien, Iran, Irak und Afghanistan. Unterstützung, vor allem bei der Betreuung der ukrainischen Flüchtlinge, hat das Sozialamt durch eine neue Mitarbeiterin bekommen: Uliana Ustenko, im März selbst aus der Ukraine geflüchtet, kümmert sich um die Registrierung, begleitet die Flüchtlinge bei Behördengängen (Ausländeramt, Jobcenter) und Arztbesuchen. Im Ausschuss sprach die in der Ukraine als Deutschlehrerin arbeitende Ustenko für ihre Landsleute und bedankte sich für die herzliche Gastfreundschaft, die ihnen entgegen gebracht werde.

Aktuell sei die Stadt noch in der Lage, so Sozialamtsleiterin Iris Blume weiter, ihrer Verpflichtung zur Unterbringung nachzukommen. Die Auslastungsquote der Unterkünfte sei in den letzten Wochen aber deutlich angestiegen. „Es gibt noch ganz kleine Stellschrauben“, sagte Iris Blume. So könne durch den Umbau der Archivräume noch Platz in der Unterkunft in der ehemaligen Franziskusschule an der Rosenstraße geschaffen werden. Zwei Wohnungen gebe es noch in der Flüchtlingsunterkunft auf dem ehemaligen Brinkhausgelände, und in der angemieteten Gallitzin-Passage könnten durch einen entsprechenden Umbau auch noch Wohnungen geschaffen werden.

Mit den zu erwartenden weiteren Zuweisungen werde man aber seine Kapazitätsgrenzen erreichen. „Bis zur 40 Kalenderwoche, Anfang Oktober, sind wir safe. Danach wird es sehr schwierig, weshalb wir über Notunterkünfte nachdenken müssen.“

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