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Corona vermasselt der KLJB die Tannenbaum-Aktion

Kein Baumverkauf vor der Haustür

Neuwarendorf

Wer kein Auto hat oder aber den Kofferraum seines Wagens vor Harz und Tannennadeln bewahren will, wusste bisher den Tannenbaum-Lieferservice der Landjugend Neuwarendorf zu schätzen. Seit Jahren suchen die Landjugendlichen Mitte Dezember 130 bis 150 Bäume bei Püning in Everswinkel aus, sortieren diese auf dem Hof Erlemeyer nach Größen, um sie dann, verteilt auf fünf Anhänger, in der Hagedornsiedlung, im Hanseviertel, am Freckenhorster Feidiek und in den Neuwarendorfer Bauerschaften direkt vor den Haustüren der Kunden, zu verkaufen und notfalls so zurecht zu „schnitzen“, dass sie in die Christbaumständer passen. Das geht dieses Jahr – wegen Corona – nicht.

Joke Brocker

Corona macht auch so mancher traditionellen Weihnachtsbaum-Aktion einen Strich durch die Rechnung, schwierig wird es mit dem „Lieferservice“. Foto: dpa

„O Tannenbaum, o Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter“ – gut möglich, dass es in einigen Warendorfer Wohnzimmern in diesem Jahr zum Fest gar keinen Baum geben wird, dessen grüne „Blätter“ bewundert oder gar besungen werden müssten. Der Grund: natürlich Corona und der wegen der Pandemie diesmal gestrichene Weihnachtsbaumverkauf der Neuwarendorfer Landjugend.

Wer kein Auto hat oder aber den Kofferraum seines Wagens vor Harz und Tannennadeln bewahren will, wusste bisher den Tannenbaum-Lieferservice der Landjugend Neuwarendorf zu schätzen. Seit Jahren suchen die Landjugendlichen Mitte Dezember 130 bis 150 Bäume bei Püning in Everswinkel aus, sortieren diese auf dem Hof Erlemeyer nach Größen, um sie dann, verteilt auf fünf Anhänger, in der Hagedornsiedlung, im Hanseviertel, am Freckenhorster Feidiek und in den Neuwarendorfer Bauerschaften direkt vor den Haustüren der Kunden zu verkaufen und notfalls so zurecht zu „schnitzen“, dass sie in die Christbaumständer passen. Ein Service, den die Landjugendlichen auch diesmal gerne angeboten hätten. Coronakonform, wie Vorsitzender Johannes Lensing betont.

Doch auf die Anfrage der KLJB, ob die Tannenbaum-Aktion am 12. Dezember in gewohnter Weise (mit fünf Treckern, fünf Fahrern, zwei Personen pro Anhänger, die beim Aussuchen der Bäume geholfen hätten, und zwei weiteren Helfern, die an den Türen geklingelt hätten) stattfinden könne, erfolgte zwei Tage später die Absage.

„Zum Zeitpunkt der Anfrage gab es weder in der geltenden Corona-Schutzverordnung noch durch das Land NRW spezielle Regelungen für diese Art von Vorhaben. Somit wurden im Rahmen der Prüfung des Vorhabens die zu dem Zeitpunkt geltenden Regelungen der Corona-Schutzverordnung für den öffentlichen Raum zugrunde gelegt: Für den öffentlichen Raum war zu diesem Zeitpunkt das Zusammentreffen mit Personen aus maximal zwei Haushalten und mit höchstens zehn Personen erlaubt. Somit wurde der KLJB Neuwarendorf am 24. November per Mail mitgeteilt, dass die geplanten Fünfer-Gruppen im Sinne der Corona-Schutzverordnung nicht zulässig sind“, begründet Markus Rompusch, Sachgebietsleiter Sicherheit und Ordnung, die Absage.

Zudem habe man Bedenken beim Verkauf der Bäume von Haus zu Haus gehabt, da dort noch eine weitere oder mehrere Personen Kontakt mit dieser Fünfer-Gruppe hätten haben können. Kurz zuvor seien in ganz NRW die Martinsumzüge abgesagt worden, um zu vermeiden, dass die Kinder mit ihren Laternen von Haus zu Haus gingen. „Auch unter diesem Gesichtspunkt haben wir die Aktion vor dem Hintergrund des Infektionsschutzes als nicht durchführbar angesehen“, so Rompusch.

Ein Hygienekonzept habe dem Ordnungsamt zu diesem Zeitpunkt nicht vorgelegen, es sei allerdings im Zuge der Anfrage vom 22. November durch die KLJB erfragt worden, ob das Ordnungsamt bei der Erstellung eines solchen Konzepts mithelfen könnte.

Man habe der KLJB Neuwarendorf alternativ zum Tannenbaum-Verkauf angeboten, die Weihnachtsbäume von einem festen Ort, zum Beispiel auf einem privaten Hof, aus zu verkaufen, da dies unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen wie den AHA-Regeln möglich gewesen wäre. Eine Rückmeldung seitens der KLJB Neuwarendorf sei aber nicht erfolgt. Ganz bewusst, wie Johannes Lensing sagt, der mindestens so enttäuscht über die Absage der Aktion ist wie die Bürger, die sich darauf verlassen hatten, auch in diesem Jahr den Baum bis vor die Haustür geliefert zu bekommen. Die Landjugend, sagt er, habe nicht in Konkurrenz zu Unternehmen wie Uehre Gartenland treten wollen.

Während der Tannenbaumverkauf vor der Haustür verboten ist, sollen die Tannenbaum-Sammelaktionen im Januar erlaubt sein. In einer der regelmäßig zwischen dem Kreis Warendorf und den kreisangehörigen Städten und Gemeinden stattfindenden Telefonkonferenz sei auf Nachfrage durch den Kreis Warendorf mitgeteilt worden, dass Tannenbaum-Sammelaktionen grundsätzlich mit geringer Personenzahl durchgeführt werden könnten.

Dies sei am Dienstag der Kolpingsfamilie auf Anfrage mitgeteilt worden, berichtet Markus Rompusch. Mit ihr sei vereinbart worden, dass die Aktion mit einem Fahrer und zwei weiteren Personen pro Fahrzeug durchgeführt werden kann. Weitere Auflagen: Alle Beteiligten müssen durchgehend eine Alltagsmaske tragen, und die Rückverfolgbarkeit muss sichergestellt sein.

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