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Projekt der Initiative „Rettet die Bienen“

Kein Lehrpfad im üblichen Sinn

Warendorf

Er wird zwar erst im Spätsommer offiziell eröffnet, doch schon am Mittwoch sind die Schautafeln und Legenden zum Insektenpfad der Initiative „Rettet die Bienen“ installiert worden. Dabei handelt es sich nicht um einen Lehrpfad im üblichen Sinn, sondern eher um einen „Animationspfad“.

Von Joke Brockerund

Christel Johanterwage (Nabu) und Initiative „Die Bienenretter“), Kilian Kofoth (Pfadfinder), Josef Depenwisch, Waldemar Bechthold, Hermann-Josef Mülller (alle Freckenhorster Werkstätten), Nele Hopfner (Naju) Inge Seelige (Initiative Die Bienenretter) und Sebastian Höber (Quartiersbüro Altstadt Warendorf) stellten gestern Morgen die ersten Schilder des Insektenpfades auf, unter anderem an der Herrlichkeit. Foto: Joke Brocker

Die ersten Schautafeln waren kaum installiert, da legten einige schwer bepackte Radfahrer an der Streuobstwiese an der Herrlichkeit schon einen Zwischenstopp ein, um Schautafel Nummer sieben und die Legende zum Insektenpfad zu studieren, den die Initiative „Rettet die Bienen“ um Christel Johanterwage (Nabu) und Inge Seelige ins Leben gerufen hat.

„Ohne die Unterstützung durch das Quartiersbüro wäre das nicht möglich gewesen“, betonte Inge Seelige, während Mitarbeiter der Freckenhorster Werkstätten, die die Schautafeln gebaut hatten, diese, gemeinsam mit Pfadfinder Kilian Kofoth und Nele Hopfner, aktiv bei den Pfadfindern und in der Naturschutzjugend (Naju), Tafel Nummer 7 installierten.

Die Initiative hatte die Förderung ihres Projektes im Quartiersbüro beantragt, dem mit dem Altstadtfond jährlich Fördergelder in Höhe von 10 000 Euro zur Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements zur Verfügung stehen. Das Geld werde im Rahmen der Altstadterneuerung zu je einem Drittel durch den Bund, das Land und die Stadt Warendorf bereitgestellt, erläuterte Sebastian Höber vom Quartiersbüro. Die Förderung sei Teil des integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (ISEK). Wie alle anderen von einer Jury genehmigten Vorhaben musste auch der Insektenpfad zunächst vorfinanziert werden. „Die Bürgerstiftung ist in Vorleistung getreten“, berichtete Höber. Die Kosten in Höhe von 3500 Euro würden mit Projektende erstattet. Für Ende August kündigte Höber eine dritte Jurysitzung an, in der über weitere förderwürdige Projekte entschieden werden soll.

Voraussichtlich im Spätsommer will die Initiative „Rettet die Bienen“ den 7,5 Kilometer langen Insektenpfad offiziell eröffnen. An 16 Stationen zwischen Altstadt und Herrlichkeit können sich Radfahrer und Spaziergänger allerdings schon jetzt über den Lebensraum Wiese, über Blühstreifen, Totholzhecken und naturnahe Fassadengestaltung informieren. Sie können die Lebensräume von Schmetterlingen, Hornissen und Sandbienen in Augenschein nehmen und das Königreich der Libellen besuchen.

Schautafel 7, aufgestellt an der Streuobstwiese unweit der Herrlichkeit, informiert über die Bienen als Ernährer der Menschheit. Zwei Legendentafeln (Zwischen den Emsbrücken und an der Herrlichkeit) geben einen Überblick über den gesamten Insektenpfad. Dieser sei sei kein Lehrpfad im üblichen Sinne, betont Inge Seelige. „Er ist eher ein Animationspfad für Warendorfer, die wissen wollen, wie sie ihre Lebenssituation im Sinne der Insekten verändern können.“

Solche Gedanken macht sich die Ehefrau eines Imkers aus dem Hanseviertel, seit mittlerweile sechs Jahren, nachdem sie in einem Fachvortrag in Münster erfahren hatte, dass das Futterangebot für Bienen derart gering ist, dass Fachleute fürchteten, die Bienen könnten verhungern.

Inge Seelige reagierte prompt und setzte sich dafür ein, dass ein verwaister Bolzplatz im Hanseviertel in eine Insektenweide verwandelt wurde. Mit Unterstützung der Maschinengemeinschaft in Freckenhorst wurden Landwirte erfolgreich gebeten, Blühstreifen anzulegen. Die Gärtnerei Murrenhoff unterstützte die Wildblumen-Samen- und Seedbomb-Aktionen der Bienenretter, die mit dem Kinofilm „More than honey“ auch Schulklassen für die Bedeutung der Bienen für das Ökosystem sensibilisierte.

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