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FDP hat Frank Tischner zu Gast

Klartext auf dem Kaminfest

Warendorf

Mit dem Kaminfest am Fettmarktsonntag im Gasthaus Porten-Leve setzten die Liberalen eine liebgewonnene Tradition fort. Gastredner war diesmal Frank Tischner, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf.

-cirm-

Mit dem Kaminfest am Fettmarktsonntag im Gasthaus Porten-Leve setzten die Liberalen eine liebgewonnene Tradition fort. Gastredner war Frank Tischner, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf (rundes Foto) Foto: Christopher Irmler

Mit dem Kaminfest am Fettmarktsonntag im Gasthaus Porten-Leve setzten die Liberalen eine liebgewonnene Tradition fort. Traditionell begrüßt der Ortsverband hierzu einen Gastredner. Am Sonntagmittag war das Frank Tischner, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf.

Tischner stellte die Bedeutung und die Zukunftsperspektiven des Handwerks im Kreis Warendorf in den Mittelpunkt seiner Ausführungen. In den 3374 Betrieben seien 22240 Menschen beschäftigt, 1260 machten eine Ausbildung. Rein rechnerisch liege der Gesamtumsatz dieser Betriebe bei 2,83 Milliarden Euro, rechnete Tischner vor.

Würde man angesichts dieser Zahlen von einem oder zwei Großkonzernen sprechen, so würde ihnen der „rote Teppich“ ausgerollt, so Tischners feste Überzeugung.

„Wenn wir eine Chance für unsere Betriebe haben

wollen, müssen wir bei der Bildung ansetzen.“ Das Thema Digitalisierung in der Schulbildung dürfe nicht einfach als Ausgabe von Ipads verstanden werden. Tischner warnte in diesem Kontext vor der Gefahr, unkritische Konsumenten zu erziehen. Ausbildungsgänge und Studium müssen gleichberechtigt nebeneinander stehen.

Kaminfest FDP Warendorf; Frank Tischner Foto: Christopher Irmler

Das Handwerk habe eine Zukunft, da die Betriebe mit ihrer Qualität und lokalen Wurzeln punkteten. Im Gegensatz zu Konzernen zahle der Handwerksmeister seine Gewerbesteuern vor Ort.

Mit Blick auf Sonderangebote eines Supermarkts stellte er die rhetorische Frage nach der Wertschätzung des Handwerks. Pro Jahr werfe jeder Mensch 85,2 Kilogramm Lebensmittel in den Müll. „Der Markt wird die Ethik nicht regeln.“

Nachhaltigkeit sei nicht allein eine Frage der erneuerbaren Energien. Es gehe um Wissensvermittlung, Betriebsübergaben und ehrenamtliches Engagement vor Ort. Tischner monierte zudem eine gewisse „Arroganz der Oberzentren“. Das Münsterland sei wie eine „Schallplatte“, habe er kürzlich Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe gesagt: „Ringsherum spielt die Musik, in der Mitte ist nichts.“

Generell bürokratisiere sich Deutschland zu Tode, während andere Staaten – etwa China – Fakten geschaffen hätten, wie ein Blick nach Afrika oder auf die neue Seidenstraße belege. Abschließend sprach sich Tischner klar für den demokratischen Austausch aus. Dieser dürfe kontrovers, sachlich und auch emotional, niemals aber persönlich sein.

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