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Kalkulation für Neubau im Fachausschuss

Klärwerk kostet bis 32 Mio Euro

Warendorf

Steigerungen beim Materialpreis um bis zu 150 Prozent sind nicht ungewöhnlich. Das macht die Ertüchtigung der Kläranlage schwer kalkulierbar.

Von Jörg Pastoor

Den Weiterbetrieb der Kläranlage dulden die Behörden nur noch, weil die Ertüchtigung der veralteten Anlagenteile schon konkret in Planung ist. Konkrete Preise zu nennen, sei wegen der Marktlage nicht möglich, sagt das Fachbüro.  Foto: Jörg Pastoor

Die Modernisierung der Kläranlage kostet entweder gut 32 Millionen Euro oder 24,5 Millionen. Warum die Angaben von Jörg Alda so stark schwanken, weiß jeder: Baufirmen zu finden ist schwierig, Lieferprobleme verteuern das Material. Folglich konnte Alda, Prokurist der Ingenieurgesellschaft Tuttahs &Meyer, dem Fachausschuss in der Kalkulation für die Kosten nur mitteilen, dass es tatsächlich 30 Prozent Schwankungen geben kann. Nicht muss, aber kann.

Das Thema Neubau beschäftigt Betriebsleitung und Ausschuss ja schon lange. „Die Anlage ist absolut in die Jahre gekommen“, erklärte Jörg Alda auf Nachfrage von Dr. Hans Günther Schöler (FDP), dass es Zeit zum Handeln sein: „Die Kosten werden Ihnen explodieren!“ Betriebsleiter Thomas Meier wies außerdem darauf hin, dass die Aufsichtsbehörde Warendorf aufgrund der veralteten Technik schon lange nur eine Duldung für den Weiterbetrieb erteile: „Schon sehr lange.“

Betrieb schon sehr lange nur geduldet

Laut Diplom-Ingenieur Alda war der nächste Termin im Projekt-Drehbuch gleich am Mittwoch die Antragskonferenz bei der Bezirksregierung in Münster; der Genehmigungsantrag für das komplexe Bauverfahren ist Ende Februar abgabereif.

Der teuerste Teil des neuen Klärwerks wird die Regenwasserbehandlung mit ihrer Mechanik. Ihr Bau soll 13,5 Millionen Euro teuer werden. Dabei werden unter anderem Großaggregate wie drei Förderschnecken von jeweils 2,80 Metern Durchmesser eingebaut, die das ankommende Regenwasser heben.

Der Speicher für den Roh-Klärschlamn wird um die 5,5 Millionen Euro kosten, 2,6 kommen für die Energiezentrale zusammen, 1,9 Millionen fließen in die Entwässerung des Schlamms und 945 000 Euro kostet das nötige Zwischenpumpwerk.

Allein 13,5 Millionen für neue Regenwasserbehandlung

Das Besondere an der neuen Kläranlage ist, dass es keinen gleichzeitigen Neubau geben wird – also kein Werk entstehen kann, weil das alte abgerissen worden wäre. Es muss also im laufenden Betrieb Komponenten für Komponente entstehen, bevor die dadurch jeweils ersetzbaren abgeschaltet werden können. Und das sei „schon eine anspruchsvolle Aufgabe, das auf engstem Raum im laufenden Betrieb“ zu schaffen, fand Jörg Alda. Zudem muss nicht nur auf die Abläufe auf der Baustelle geachtet werden. „Wir haben da die Nachtigall, wir haben den Kuckuck“.

Jörg Alda zum Thema Artenschutz

Auf Fragen aus dem Ausschuss geht Alda davon aus, dass vielleicht Mitte kommenden Jahres die Angebotsplanung kommt, danach die Vergabe der Gewerke. Weil man eben nicht überall gleichzeitig arbeiten könne, dürften es nach seiner Einschätzung schon dreieinhalb bis vier Jahre werden, bis Warendorfs neue Kläranlage dann komplett am Netz ist. Ob sie dann 24,5 Millionen Euro gekostet haben wird oder 32 Millionen – das hängt unter anderem davon ab, wie sich die Preise bis dahin entwickelt haben. Aktuell gibt es allein beim Betonstahl innerhalb dieses Jahres schon eine Steigerung von 150 Prozent.

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